CD-Review: Crotchduster - Big Fat Box Of Shit

Besetzung

Tracklist

01. True Nature Of Williams
02. Big Top Williams
03. Cain Signs The Blues
04. Let Me Into Starfish Land
05. Mr. Indigant Erection
06. Mammal Sauce
07. Jogging In Hell
08. Stars Ingenious
09. Crotchopous


Diese Band schießt in Sachen Originalität den absoluten Vogel ab.
Das jedenfalls will uns der Promozettel zu CROTCHDUSTERs „Big Fat Box Of Shit“ weismachen. Es schlägt stilistisch wohl irgendwo zwischen Carnival In Coal, den Excrementory Grindfuckers und Knorkator ein und klingt dementsprechend auch sehr, ähem, abwechslungsreich.

Sowas kann lustig werden oder total nach hinten los gehen. Wie das im Falle von CROTCHDUSTER aussieht, bin ich mir auch nach mehreren Durchläufen noch nicht ganz sicher und weiß absolut nicht, ob ich lieber 0 oder 10 Punkte vergeben würde.
Die Amis verarbeiten so gut wie alles, was ihnen an musikalischen Ergüssen wohl jemals begegnet ist, so fügen sie Heavy, Black und Death Metal mit Hardcore, Punk, Country, Polka, Swing, Pop, HipHop und Techno zusammen. Manchmal sind die Stellem doch recht eindeutig irgendwelchen Bands zuzuordnen, im fast 15-minütigen (!!) abschließenden Crotchopus möchte man etwa meinen, dass hier einfach ein halbminütiges Stück einer Obituary-Platte ausgeschnitten worden ist.
Diese ganzen Elemente werden dann in völlig willkürlicher und unzusammenhängender Reihenfolge aneinandergeklebt, so dass man völlig den Überblick verliert. Wenn dann zwischendrin noch eine nervige Erzählstimme oder Ghetto-Gelaber einsetzt, machts das auch nicht besser.

Textlich ist das ganze höchstens auch Kassierer-Niveau, die anscheinend stark analfixierten Amerikaner kennen in ihren zehn Liedern nur das eine Thema in verschiedenen Abwandlungen. Die Kassierer haben gegenüber den Herren hier aber einen Vorteil: Sie haben Songwriting und Lieder mit Struktur… Im Vergleich zu Crotchduster eben.
Das ist ja eigentlich das traurige daran, denn man merkt immer, dass hier Musiker am Werk sind, die klasse Instrumentalisten und Sänger sind. Warum vergeuden die ihr Talent und Potential so? „Mammal Sauce“ etwa könnte mit Ordnung und Sinn ein richtig gutes Lied sein, wenn man den wirklich guten Mittelteil und das balladeske Ende hier nehmen und ausbauen würde.

Man will lustig sein, erreicht hier aber genau das Gegenteil und nach einigen Durchläufen nervt diese „Big Fat Box Of Shit“ nur noch. Fast wäre das alles so scheiße, dass es wieder lustig und kultig wäre, dafür aber sind die Musiker dahinter zu gut. So schwingt immer der Gedanke mit, dass man hier doch wirklich etwas draus machen könnte… Wenn man denn wollte.
So sind CROTCHDUSTER höchstens eine Band für Leute, die zwanghaft nach so genannter Innovation und Neuem suchen und das dann in solchen akustischen Ergüssen finden müssen. Auch wenn man durchaus einige male ins Schmunzeln kommt, ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand hierfür sein Geld ausgeben will, wenn er dafür auch „richtige“ Musik bekommen kann. Leute, ihr könnt was, aber das hier ist Müll. Da hilft es auch nicht weiter, dass laut der Internetseite der Band ein Hund am Schlagzeug sitzt.

Keine Wertung

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