Nach ganzen 36 Jahren liefern die Thrasher CYCLONE wieder brandneuen Output. 1980 zunächst als CENTURION gegründet, kam nach drei Demos, einer Split und zwei Alben schließlich im Jahr 1993 die Trennung. Anno 2019 hat Gründungsmitglied und Original-Sänger Guido Gevels begonnen, neue Mitmusiker um sich zu versammeln, um die belgische Band wieder auf die Bühne zu holen. Mit seiner neuen EP „Known Unto God“ beabsichtigt das Quintett offenbar, die Fahne des Old School Thrash Metal wieder hochzuhalten – jedoch nicht ohne moderne Elemente einfließen zu lassen.
Nach einem isolierten Drum-Intro setzen im Opener „Eliminate“ abrupt die hohen Screams von Fronter Gevels ein. Es eröffnet sich ein Song im Old-School-Thrash-Gewand, die Stimme erinnert immer wieder an Bands wie DESTRUCTION oder KREATOR. Gerade die Drums lassen an frühere Zeiten denken, aber auch sonst ist der Stil, den der Fünfer spielt, auf das Wesentliche reduziert und von CYCLONE bewusst auf Eingängigkeit getrimmt. Eine Weiterentwicklung gegenüber früheren Veröffentlichungen ist jedoch klar zu hören, besonders zu erkennen an der moderneren Produktion und der gereiften Gitarrenarbeit. Inspiration schöpfen sie dabei nach eigener Aussage aus der New-Wave-of-British-Heavy-Metal-Bewegung und dem US-Metal der frühen Achtziger. Eine Prise Punk darf dabei auch nicht fehlen.
Mit reduziertem Tempo, aber gleichbleibendem Stil präsentiert sich im Anschluss das titelgebende Stück „Known Unto God“. Die Idee zum Titeltrack stammt übrigens von alten Kriegsgräbern unbekannter Soldaten auf dem Friedhof in Flanders Fields: Auf diesen ist häufig die Inschrift „Known unto God“ eingelassen. Abgerundet wird die Nummer mit einem Gitarrensolo. Soli dürfen aber auch in den folgenden Tracks nicht fehlen. Aufgelockert werden die einzelnen Stücke, die alle wie aus einem Guss klingen, zudem durch interessante Breaks, die mal einen neuen Twist mitgeben („I Fear Myself“), oder raue und dreckige Passagen, wie in „Nothing is Real“ zu hören.
Im letzten Song „The Truth Lies“ können CYCLONE die ganzen positiven Elemente noch mal vereinen. Der aggressive Sound und das gute Zusammenspiel aus Gitarren, Drums und Screams machen Lust auf weiteres neues Material. Wenn man dem Kopf der Belgier Glauben schenken darf, soll es in Zukunft auch weiter Veröffentlichungen geben. Zum Abschluss gibt es noch einen Schrei, den Mille Petrozza nicht besser hätte ausstoßen können.
„Known Unto God“ ist ein durchweg gelungenes Comeback für CYCLONE. Sie beweisen, dass man sich auch nach fast 40 Jahren Pause treu bleiben und trotzdem den Finger am Puls der Zeit haben kann. Dabei setzen sie auf einen reduzierten Sound ohne viel Spielereien. Die EP bleibt mit der Hoffnung zurück, bald weiteres Material von CYCLONE auf die Ohren zu bekommen.
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