CD-Review: Dale Cooper Quartet & The Dictaphones - Métamanoir

Besetzung

Dale Cooper Quartet:Gaël Loison
Christophe Mevel
Yannick Martin

The Dictaphones:
Krystian Sarrau
Gaëlle Kerrien
Zalie Bellacicco
Ronan Mc Erlaine
Christophe Rocher
Cyril Pansal
François Lucas

Tracklist

01. Une Petit Cellier
02. Eux Exquis Acrostole
03. Ma Insaisissable Abri
04. Sa Prodigieux Hermitagebr>05. Le Implacable Gentilgommière
06. Elle Agréable Rendez-Vous De Chasse
07. Mon Tragique Chartreuse
08. La Terrible Palais
09. Il Mélodieux Manoir


(Improvisation / Dark Jazz) 2011 mag in vielen Aspekten vielleicht ein eher durchwachsenes Jahr gewesen sein – für Fans von anspruchsvollen Doom / Ambient-Kompositionen war es nichtsdestotrotz ein sehr ergiebiges: Sei es nun „Anthropomorphic“ von The Mount Fuji Doomjazz Corporation, „From The Stairwell“ vom The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, „Karpatia“ von Omega Massif, Auns „Phantom Ghost“, „Dear And Unfamiliar“ von Birds Of Passage oder die EP „Beileid“ von Bohren Und Der Club Of Gore – eigentlich jeder Release, der mir aus diesem Genre zu Ohren gekommen ist, ist als Blindkauf zu empfehlen.
Doch Denovali Records, die ausser die Bohren-EP alle erwähnten Scheiben veröffentlicht haben, haben noch nicht fertig – steht doch mit „Métamanoir“ ein weiterer hochklassiger Release an.Verantwortlich zeigt sich dafür das DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES, eine Dark Jazz-Kombo aus der Bretagne im Westen Frankreichs, die 2007 mit ihrem Album „Parole De Navarre“ debütierte.
Beeinflusst vom 50er-Jahre Cool Jazz, bietet die Band dem Hörer eine so ein- wie ausladende Klangwelt aus jazzigen, doomigen und eher ambient-lastigen Elementen, welche einerseits durch die Reduzierung auf das Wesentliche besticht, andererseits dadurch, dass die Stücke zu einem großen Teil auf Improvisation basieren, extrem vielseitig und abwechslungsreich klingt.
Während sich die Instrumente dabei oft darauf beschränken, eine passende Kulisse zu bieten, ist es auf „Métamanoir“ der Gesang, der die Rolle des Solo-Instrumentes einnimmt: Gaëlle Kerrien, welche der bewanderte Hörer von ihrer Arbeit mit Yann Tiersen kennen könnte, füllt diese Rolle dabei mit ihrer so zarten wie starken Stimme perfekt aus und bereichert das Album so um einen ähnlich beträchtlichen Beitrag wie Mike Patton Bohrens Warlock-Cover „Catch My Heart“. Doch auch die sanfte Männerstimme in „La Terrible Palais“ weiß als gelungene Abwechslung zu gefallen.

„Métamanoir“ ist ein sanftes, nachdenkliches Stück Musik, das vollste Aufmerksamkeit verdient hat – denn wie sagt man doch so schön: Stille Wasser sind tief…
Wer die in der Einleitung erwähnten CDs bereits besitzt, kann hier ohne nachzudenken zugreifen – wer nicht, jedoch mit den angesprochenen Genres vertraut ist, sollte vielleicht mit dem Reinhören noch so lange warten, bis der Geldbeutel eine Sammelbestellung im Denovali-Shop zulässt…

Bewertung: 8 / 10

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