CD-Review: Danko Jones - Rock And Roll Is Black And Blue

  • Veröffentlichung: 2012
  • Label: Bad Taste
  • Spielart: Rock
Besetzung

Danko Jones – Gesang, Gitarre
John Calabrese – Bass
Adam „Atom“ Willard – Schlagzeug

Tracklist

01. Terrified
02. Get Up
03. Legs
04. Just A Beautiful Day
05. I Don’t Care
06. You Wear Me Down
07. Type Of Girl
08. Always Away
09. Conceited
10. Don’t Do This
11. The Masochist
12. I Believed In God
13. I Believed In God (Reprise)
14. In Your Arms (Digipak-Bonustrack)


Jemanden grün und blau schlagen, diese Redewendung ist im Deutschen weitgehend geläufig. In der Muttersprache von DANKO JONES weichen die Farben etwas ab, ansonsten hält der Albumtitel des neuen Outputs „Rock And Roll Is Black And Blue“ im Wesentlichen, was er verspricht: direkter, schnörkelloser In-Your-Face-Rock, der einem die Fresse poliert. Dabei ist die mittlerweile sechste Studioplatte nur eine von mehreren Stationen im DANKO-JONES-Jahr 2012: Unlängst wurde die Doku-DVD „Bring On The Mountain“ veröffentlicht, in Kürze soll das Bandbuch „Too Much Trouble: A Very Oral History Of Danko Jones“ erscheinen, und als wäre das nicht genug, kommt der Kanadier mit seinen beiden Mitstreitern demnächst auch noch auf Tournee.

Nun gibt es die da die einen, die DANKO JONES vorwerfen, schon seit Karrierebeginn immer wieder dasselbe Album herauszubringen, und die anderen, die beteuern, die Band würde sich jedes Mal – zumindest ein bisschen – neu erfinden. Die Wahrheit liegt in der Tat irgendwo dazwischen. Als Produzent agierte zum mittlerweile vierten Mal Matt DeMatteo und auch der Stil ist der altbewährte: eine Mischung aus Hard Rock, Garage Punk und Blues mit Einflüssen wie AC/DC, Kiss oder Thin Lizzy.

Neu ist hingegen der Mann hinter der Schießbude. Adam Willard hat unter anderem schon bei The Offspring, Angels And Airwaves und Social Distortion getrommelt und hat jetzt als mittlerweile sechster Schlagzeuger auf dem Drumhocker Platz genommen. Wer weiß, vielleicht bringt er ja etwas mehr Konstanz in den Schleudersitz hinein. Neu auch der Sound, mit dem DANKO JONES aufwarten: „Rock And Roll Is Black And Blue“ klingt seltsam komprimiert und ziemlich undynamisch – der Titel „Danko Magnetic“ drängt sich fast auf, ein eindeutiger Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger „Below The Belt“.

Auch hinsichtlich der Songs kann der aktuelle Longplayer gegen den vorherigen, der immerhin der bis dato erfolgreichste der Bandlaufbahn war, zunächst nicht anstinken. Der Opener „Terrified“ sowie die folgenden Stücke „Get Up“ und „Legs“ klingen zwar ganz nett, können aber letztendlich nicht überzeugen. Vor allem letzteres wartet mit selbst für Bandverhältnissen grenzwertigem Einfallsarmut auf. Ja, Danko, lange Beine machen dich verrückt. Danke, dass du mich ganze dreieinhalb Minuten lang darüber aufklärst – kein Wunder, dass der Song letztlich doch irgendwie hängen bleibt.

Anschließend legen DANKO JONES dann aber einen beachtlichen Durchmarsch hin: Zunächst ist da das mitreißende „Just A Beautiful Day“ mit seinem hymnischen, harmonischen Refrain, das zu Recht bereits als Single ausgekoppelt wurde, im Anschluss folgt das flotte „I Don’t Care“. „You Wear Me Down“ schielt unverkennbar Richtung Led Zeppelin und wartet ebenfalls mit einem Sahnestück von Refrain auf. Nach dem unbekümmerten, straighten und mit schönem Solo versehenen „Type Of Girl“ schließt sich mit „Always Away“ der nächste Albumhöhepunkt an: „Thunderstruck“-Hommage, treibende Rhythmen und mehrstimmige Melodien machen den Track zum Herzstück des Albums. Im restlichen Verlauf der Platte machen DANKO JONES ebenfalls keine Gefangenen: Das lässige, gediegene „Don’t Do This“ bietet eine letzte kleine Verschnaufpause, ansonsten wird das Gaspedal durchgetreten, ehe ein Orgel-Outro den Langspieler beschließt.

Also noch mal die Kurve gekriegt, lautet das Fazit für „Rock And Roll Is Black And Blue“. Nach einigen Startschwierigkeiten bieten DANKO JONES doch eine gut sättigende Portion Rock ’n’ Roll, die aufgrund der niedrigeren Dichte an richtigen Hits, vor allem aber auch wegen der Soundqualität nicht an das Niveau des Vorgängers heranreicht. Je nachdem, wie man hier als Hörer die Prioritäten setzt, kann man das für wichtig halten oder außer Acht lassen, denn unterm Strich ist die Scheibe überaus hörenswert – für Fans sowieso.

Bewertung: 7.5 / 10

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