CD-Review: Dawn Of Ashes - The Antinomian

Besetzung

Kristof Bathory - Gesang, Keyboard
Bahemoth - Keyboard
Ferny Blasphemous - Gitarre
Angel Dies - Bass
Krz Souls - elektronisches Schlagzeug

Tracklist

01. Pawns Of The Wretched
02. Sleep Paralysis
03. Blood Of The Titans
04. Dried Up
05. Anatomy Of The Soul
06. Scum Of The Earth
07. Follow The Pain
08. Mind Prison
09. The War Within


2005 begann die Karriere von DAWN OF ASHES mit zwei Demos und 2006 dann dem ersten Full-Length „In The Acts Of Violence“  – stilistisch bewegte man sich im düsteren und industriallastigen EBM, bevor die Gruppe 2010 den gewagten Bruch zum Symphonic Black Metal der Marke Dimmu Borgir wagte. Die Amerikaner wechselten seitdem munter zwischen den Stilen hin und her, bevor sie 2019 scheinbar endgültig beschlossen, sich beinahe komplett der elektronischen Musik zu widmen.

Nach Anhören des vorliegenden Albums kann man das eigentlich nur bedauern. Denn DAWN OF ASHES hören sich auf „The Antinomian“ beinahe durchgehend beliebig und einfallslos an. Das Material „glänzt“ mit austauschbaren und repetitiven Tanzrhythmen sowie unpassenden Breaks mit undefinierbaren Geräuschen oder verzerrtem menschlichem Geschrei. Gerade Letzteres kann man in einem Industrial-Album um der Atmosphäre willen sicherlich gekonnt unterbringen, jedoch werden diese hier eindeutig überbordend eingesetzt.

DAWN OF ASHES fallen auf „The Antinomian“ nirgends mit Abwechslungsreichtum auf, was sicherlich zum Teil dem Genre geschuldet ist – eine derartige Armut an Ideen ist mir aber selbst hier selten auf den Tisch gekommen. „Dried Up“ beispielsweise ist die reine Katastrophe: Knapp viereinhalb Minuten lang zelebrieren DAWN OF ASHES die pure Ideenlosigkeit. Nichts, aber auch rein gar nichts Spannendes passiert. Den Tiefpunkt erreichen die Amerikaner jedoch mit „Scum Of The Earth“: düstere, stumpfe Monotonie – Break mit Geschrei – düstere, stumpfe Monotonie. Fertig. Aber nicht genug damit, denn mit dem Rausschmeißer „The War Within“ kriegen wir nach eigentlich recht interessantem Beginn mit kernigen Gitarren drei Minuten geflüstertes Hecheln zu hören, bevor das Album ausklingt – immerhin knapp ein Zwölftel des zum Glück etwas zu kurz geratenen Albums. Aua.

Gibt es denn auch Positives zu berichten? Sehr wenig, aber hier und da gibt es sie ja doch, die netten Momente: Im Opener „Pawns Of The Wretched“ intonieren DAWN OF ASHES beispielsweise eine wirklich feine, catchy Klangfolge. „Anatomy Of The Soul“ beginnt äußerst spannend, bevor die düstere Melodie mit einem unsinnigen Break, nach dem dann einfach nichts mehr passiert, unterbrochen wird. Der beste Track ist zweifelsohne „Follow The Pain“, der einzige Song mit wenigen, metallischen Anleihen. Hier ist eine Songstruktur erkennbar, und auch die Hookline kann dieses Mal einigermaßen überzeugen.

Auf dem Notizzettel überwiegen die negativen Anmerkungen deutlich – von einer Band mit derlei Erfahrung und einer ziemlich großen Fanbase, zumindest in den sozialen Netzwerken, hätte man ein Album mit mehr Biss, mehr Kreativität, im Grunde mit mehr von allem zugetraut. Leider herrscht hier größtenteils kreative Leere, so dass selbst für Genrefreunde eigentlich keinerlei Empfehlung ausgesprochen werden kann. Zum schwarz angehauchten Abgehen auf der Tanzfläche reicht die neue Platte von DAWN OF ASHES gerade noch aus, zum Eintauchen in dystopische Zukunftswelten keinesfalls.

Bewertung: 3.5 / 10

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