CD-Review: De Profundis - Kingdom Of The Blind

Besetzung

Craig Land – Gesang
Solkot Sengupta – Gitarre
Paul Nazarkardeh – Gitarre
Arran McSporran – Bass
Tom Atherton – Schlagzeug

Tracklist

01. Overture
02. Kult Of The Orthodox
03. Illumination
04. All Consuming
05. Kingdoms Of The Blind
06. Beyond The Threshold
07. A Strange Awakening
08. The Antagonist
09. Thrown To The Wolves
10. In Solitude


DE PROFUNDIS? Ist das wieder nur eine weitere austauschbare Extreme-Metal-Band? Nein, wenn es etwas gibt, das man den Engländern nicht aberkennen kann, dann ist es eine gewisse musikalische Eigenständigkeit. DE PROFUNDIS entwickelten sich im Verlauf dreier Studioalben von einer recht konventionellen Doom-Metal-Truppe zu einer Band mit Wiedererkennungswert, die auf interessante Weise Black, Death und Progressive Metal vermengt. Mit „Kingdom Of The Blind“ liegt ihr nunmehr viertes Album vor.

Unheilvolle, melodische Gitarren bilden ein stimmiges Intro, das flüssig in den Opener „Kult Of The Orthodox“ übergeht. Während die Drums wie von einem Hagelsturm bearbeitet werden, sind die Riffs anfangs noch weniger brutal. Das ändert sich jedoch schnell, der Track nimmt in allen Belangen an Fahrt auf. Die Vocals tun ihr Übriges, um den Härtegrad hoch zu halten, man bekommt mittelhohe Growls zu hören, stellenweise unterstützt durch höhere Screams. Der gutturale Gesang ist zwar nichts allzu besonderes, aber ganz gut ausgeführt und einigermaßen verständlich. Mit der Zeit fällt vor allem das songdienliche Schlagzeug auf, später hört man sogar den Bass ungewöhnlich weit im Vordergrund.
„All Consuming“ sticht durch eine Quasi-Spoken-Word-Passage und die stimmige Symbiose aus Bass und Akustikgitarre im Mittelteil heraus. Das erstgenannte, oftmals unterschätzte Instrument bekommt auch im dynamischen „Beyond The Threshold“ das Spotlight, gefolgt von einem Solo, das wohl auch den gemäßigtsten Hörer die Luftgitarre auspacken lassen wird. Dass man den Bass oft so leicht heraushört ist der vergleichsweise guten Produktion zu verdanken und lässt öfters positiv aufhorchen, klingt stellenweise aber auch seltsam, beinahe unpassend. Sowohl Gitarrenriffs als auch Soli wissen durch Einfallsreichtum und hervorragende Ausführung zu überzeugen.
Die Musik von DE PROFUNDIS ist also generell technisch anspruchsvoll, ohne sich jedoch in allzu viel Spielerei zu verlieren. Das Tempo bewegt sich meist im oberen Bereich, hin und wieder begegnet man aber auch doomigen Stellen, quasi Relikte aus den Anfangstagen der Band. Die Songs sind allesamt sehr melodisch und dabei auf eine unheilverkündende Weise episch, was wiederum gut zu den Texten passt, die sich unter anderem mit Themen wie Überwachung auseinanderzusetzen scheinen. Da die Tracks praktisch allesamt über fünf Minuten lang sind, können sie sich gut entfalten, fallen damit aber im Vergleich zu den Vorgängeralben recht kurz aus.

DE PROFUNDIS ist mit „Kingdom Of The Blind“ eine gute Veröffentlichung gelungen, die mit spielerischer Raffinesse und Abwechslungsreichtum punkten kann. Ein wenig störend fällt hin und wieder der Bass ins Gewicht, an anderen Stellen ist aber gerade ebenjener das Highlight. Etwas mehr Eingängigkeit wäre wünschenswert, denn bis auf die genannten Tracks lassen sich nur schwer Favoriten ausmachen. Man verliert während des Hörens jedoch kaum die Lust daran, sodass dies ein verkraftbarer Wermutstropfen ist.

Bewertung: 7 / 10

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