CD-Review: Delain - Interlude

Besetzung

Charlotte Wessels - Gesang
Timo Somers - Gitarre
Otto Schimmelpenninck van der Oije - Bass
Sander Zoer - Schlagzeug
Martijn Westerholt - Keyboard

Tracklist

01. Breathe On Me
02. Collars And Suits
03. Are You Done With Me (New Single Mix)
04. Such A Shame (Cover)
05. Cordell (Cover)
06. Smalltown Boy (Cover)
07. We Are The Others (New Ballad Version)
08. Mother Machine (Live)
09. Get The Devil Out Of Me ( live)
10. Milk And Honey (Live)
11. Invidia (Live)
12. Electricity (Live)
13. Not Enough (Live)


Heutzutage ist es wohl Usus, schon nach zwei oder drei Alben eine Best-Of oder eine sonstige Compilation auf den Markt zu werfen. Zusammenstellungen, die in der Regel niemand braucht, den Die-Hard-Fans aber dennoch das Geld aus der Tasche ziehen. Die Frage sei ja auch erlaubt, warum man dringend eine CD erwerben sollte, die keine Hand voll neue Songs beinhalten, dafür aber mit Neuaufnahmen, Remixen und Liveversionen „glänzen“.

Diese günstige Gelegenheit ergreifen dieser Tage auch DELAIN, die niederländische Schwester-Band zu Within Tempation, was aber, wie der eine oder andere wissen dürfte, vor allem darin begründet liegt, dass die jeweiligen Bandgründer Brüder sind. Soundmäßig liegen beide Kapellen durchaus ein gutes Stück auseinander.
Sechs mal live, drei mal gecovert, zwei mal neu aufgelegt und zwei mal ganz neu, darauf lässt sich das Liedgut von „Interlude“ reduzieren. Auffällig ist dabei vor allem die Balladenversion von „We Are The Others“, die tatsächlich wirklich gut gelungen ist, episch und emotional, ganz so, als wenn der Song nur auf eine solche Umarbeitung gewartet hätte. Dabei nimmt er vor allem im zweiten Teil den Schwung des Originals gut auf und ist im Großen und Ganzen gar nicht so balladesk, wie man aufgrund der Titulierung vermuten könnte, zumindest Kitsch und Klischees bleiben in der Schublade.
Das eine oder andere Wort kann man noch zu den Liveversionen verlieren. Wie es sich heutzutage gehört, dominieren nicht mehr Knarzen und Rauschen und das Gefühl, die Band stünde zwei Häuser weiter im Garten und hätte vergessen, die Verstärker aufzudrehen. Der Sound ist schon recht sauber und wenn da nicht gelegentliche, zugegebenermaßen minimale Spielfehler und der Jubel des Publikums am Ende wären, könnte man fast an eine Studioaufnahme denken. Ob das eventuell etwas nachbearbeitet wurde…
Die Coverversionen kenne ich im Original nicht, was aber nicht sonderlich ins Gewicht fällt, da die Songs weitgehend dem Spektrum der Band angepasst sind, ebenso sind die beiden neuen Lieder nicht übermäßig auffällig.

Nun ja, dass ich kein Freund von Zusammenstellungen bin, dürfte bereits in der Einleitung klar geworden sein. „Interlude“ ist sicher ganz gut poliert, was den Sound der Liveaufnahmen angeht, die Auswahl der Coverstücke ist möglicherweise phantasievoll, aber nicht aufsehenerregend, die neuen Songs sind mittelmäßig und die Neuaufnahmen sind gut. Ob man diese Scheibe unbedingt haben muss, sollte man schon gut abwägen, meines Erachtens ist nicht so viel Qualität darauf, dass man die Platte dringend erwerben sollte, vor allem, wenn man ohnehin über den Backkatalog verfügt. Neuinteressierte könnten „Interlude“ allerdings nutzen, um sich einen ersten Überblick über DELAIN zu verschaffen.

Keine Wertung

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