Review Desert Mountain Tribe – Either That Or The Moon

  • Label: Membran
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Rock

Die beiden Brüder Felix und Philipp Jahn plus Sänger/Gitarrist Jonty Balls ergeben das aus London stammende Trio DESERT MOUNTAIN TRIBE. Nach einer Debüt-EP veröffentlicht das Triumvirat nun seinen ersten Longplayer mit dem Titel „Either That Or The Moon“, der auf psychedelischen Space-Rock setzt und damit gleichfalls die Hörerschaft begeistern möchte.

Mit einem ersten Langstück unter dem Titel „Feel The Light“ werden die bekannten Trademarks des Genres ohne Umschweife in Szene gesetzt: vertrackte Schlagzeug-Rhythmen, verspielte Gitarrenmelodien und wabernd-verträumter Gesang. Über weite Strecken agiert man dabei instrumental, was auch den Bass präsent in Erscheinung treten lässt. Kein schlechter Einstieg, der zum Ende das Tempo anzieht, damit aufwühlend-hektisch wirkt und die Spannung auf die folgenden Songs hochhalten kann. Die Songlängen sind dabei variabel und konzentrieren sich auch auf kürzere Stücke, die aber keinesfalls einen Mangel an der gebotenen Verträumtheit, die von Zeit und Raum befreit erscheint, aufzuweisen haben. Gerade diese Songs sind es, die eine gewisse Alternative-Rock-Note einfließen lassen und mitunter Erinnerungen an die Landsmänner von Amplifier wecken. Das Ohrwurmpotential von Sel Balamir und seinen Mitstreitern wird dabei bisweilen nur bedingt erreicht.

Neben diesen erfrischenden Einschüben sind es aber unter dem Strich doch die ausschweifenden Kompositionen, die deutlich variabler erscheinen und mehr Atmosphäre aufbauen können. Dies liegt nicht zuletzt an den wunderbaren Gitarrenmelodien, die sich wiederholt erheben. Akustische Gitarren („Midnight Sky“) oder dezente Keyboard-Einwürfe („Heaven And Hell“) kommen ebenfalls zum Einsatz. Ein wenig Eingewöhnungszeit bedarf mitunter der Gesang, der technisch versiert zu sein scheint, aber an einigen Stellen etwas dünn wirkt. Darüber hinaus agiert er eigentlich nur als weiteres Instrument, wie man es mitunter von Sigur Rós kennenlernen durfte, denn die Texte sind weitestgehend nur zu erahnen. Einen Qualitätsabbruch beschert man sich damit eigentlich nicht, aber der massiv hinterlegte Hall ist sicherlich Geschmackssache. Die erdige Produktion erschafft einige ungeschliffene Momente mit Ecken und Kanten, die dennoch genug Platz für die Entfaltung der träumerischen Sequenzen bietet.

Mit der passenden Attitüde und dem zugehörigen atmosphärischen Klanggewand erschaffen DESERT MOUNTAIN TRIBE ein psychedelisches Rockalbum mit einigen Alternative- und Stoner-Querverweisen. Die Londoner machen sicherlich nicht alles richtig und haben noch kleinere Schwachstellen auszubügeln, aber sind insgesamt auf einem guten Weg. „Either That Or The Moon“ ist in seiner Gesamtheit ein Album zum Zurücklehnen und vor allem Genießen geworden, das Freunden spaciger Rockmusik zumindest ein Antesten wert sein sollte.

Wertung: 7 / 10

Publiziert am von Christian Denner

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