Review Determination – Vision

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Death Metal

DETERMINATION sind eine noch junge Truppe aus dem hohen Norden, genauer gesagt aus dem schönen Rostock. Gegründet wurde die Band eigentlich als reines Studioprojekt von Steffen Nevermann, jedoch fand der zweite Gitarrist Oliver Lusga schnell den Weg in das Projekt und nach und nach entwickelte sich eine komplette Band. Seit 2014 ist die Truppe auch live zu erleben und so war die Veröffentlichung der EP „Vision“ genau der richtige Schritt noch mehr auf sich aufmerksam zu machen.

DETERMINATION stehen, das wird bereits nach wenigen Sekunden klar, für technisch anspruchsvollen Death Metal, der ohne Mühen auch mal aus den gängigen Konventionen ausbricht. Das Grundgerüst für den Sound der Band ist dabei denkbar einfach. Fetter, klar definierter Death Metal, gespickt mit einprägsamen Gitarren, treibendem Drumming und einem immer wieder voller Wucht wummernden Bass. Diese Soundwand drückt, dank der guten Produktion in den Shredsound Studios, gewaltig aus den Boxen und zeigt das handwerkliche Geschick der einzelnen Musiker. Die anständigen Growls von Sänger Christian Reimer passen mit ihrer Ungeschliffenheit entsprechend genau in das bisherige Klangbild. Was dem Sound von DETERMINATION jedoch seine ganz besondere Note gibt, sind die gezielt eingesetzten Keyboards und Synthesizer. Eben diese Elemente verleihen den vier Stücken auf „Visions“ noch mehr Tiefe und sorgen für eine dichte und düstere Atmosphäre.

Das erste Stück „X-Rays“ ist eine ordentliche Up-Tempo-Nummer, bei welcher nur in wenigen Momenten das Tempo gedrosselt wird und bei der die Keyboards noch dezent zurückgehalten werden. Dafür knurrt der Bass umso grimmiger und die langsamen, melodischen Momente bleiben schnell im Gedächtnis. Dies gilt besonders für den Augenblick, als das Keyboard erstmals in Erscheinung tritt. „Parasite“ wirkt dann bedeutend progressiver, verspielter und erinnert mit seiner düsteren Atmosphäre stellenweise an Bands wie Septicflesh. Hier funktioniert die Symbiose aus den rohen Growls, den Keyboardteppichen und den fetten Gitarren richtig gut. Aber auch die letzten beiden Stücke der EP können sich absolut hören lassen. So sind „Vision“ und „Pestilence“ ebenfalls sehr schöne Beispiele dafür, dass sich opulente Klänge wie Chöre und Keyboards und brutaler Death Metal nicht ausschließen.

Wenn man bei einem Debüt, von solcher Qualität, unbedingt nach den Schwachstellen suchen möchte, dann könnte man höchstens die Länge der Songs ein wenig bemängeln. So wäre es sehr interessant gewesen, was man aus dem einen oder anderen Song noch rausgeholt hätte und natürlich wäre die EP nicht bereits nach 15 Minuten wieder abrupt zu Ende.

DETERMINATION haben mit „Visions“ auf jeden Fall einen ersten, sehr guten Einblick in das gegeben, was da noch kommen mag. Die Truppe aus Rostock sticht aus dem Gemenge der vielen, den Traditionen nachjagenden Bands heraus und hat sich einen eigenen Weg gesucht. Es wird interessant sein, diesen weiter zu verfolgen.

Keine Wertung

Publiziert am von Christoph Ilius

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