CD-Review: Devil - Gather The Sinners

Besetzung

Joakim Trangsrud – Gesang
Kai Wanderås – Gitarre
Stian Fossum – Gitarre
Thomas Ljosåk - Bass
Ronny Østli – Schlagzeug

Tracklist

01. Southern Sun02. Beyond the Gate
03. They Pale
04. Legacy
05. Restless Wanderer
06. Ladies of the Night
07. Darkest Day
08. Mother Shipton Pt. I
09. Mother Shipton Pt. II
10. Demons on Wheels
11. Coffin Regatta


Zwei Jahre ist es her, dass DEVIL mit ihrem Debüt “Time To Repent” die Herzen der Black-Sabbath-Fans im Sturm eroberten. Ihre Mischung aus Doom und Hard Rock klang zu gleichen Teilen authentisch und retro, sodass jedem Fan der Birminghamer Metal Götter das Wasser im Munde zusammenlief. Nun steht mit „Gather The Sinners“ die zweite Platte der Norweger ins Haus und die Band schickt sich an, erneut den Thron des Genres zu besteigen.

Los geht es mit dem rockigen „Southern Sun“, dass gleichzeitig einen enorm doomigen Vibe innehat und somit extrem schwer aus den Boxen tropft. Ein sehr gelungener Einstieg, der auf dem nachfolgenden „Beyond The Gate“ weiterverfolgt wird. Hier steht ganz klar der Doom im Vordergrund, die Gitarren mahlen gemächlich vor sich hin und Joakim legt eine Glanzleistung hin – der Gesang, gepaart mit dem Text (How does it feel to go insane?“) treiben den Hörer schier in den Wahnsinn. Oben drauf spendiert die Band dem Hörer noch ein schickes Solo und zeigt, dass sie eindeutig der princeps inter pares unter den Black-Sabbath-Huldigern ist.
„They Pale“ hingegen zieht das Tempo etwas an und ersetzt die mahlende Langsamkeit des Dooms durch den Groove des Hard Rock, was die Scheibe richtig in Fahrt bringt. Als Referenzen seinen hier die englischen Granden von Electric Wizard genannt, wobei die psychedelischen Elemente eher an Hawkwind erinnern.
In diesem Stile rocken DEVIL sich dann auch durch die restlichen Tracks des Albums, bei denen keinerlei Ausfälle zu verzeichnen sind. Im Gegenteil hat die Band viel Wert auch Abwechslung gelegt, soweit das im engen Rahmen des Genres eben möglich ist, und variiert geschickt Tempo und Laustärke sowie Ausrichtung der einzelnen Songs. Während „Legacy“ und „Darkest Day“ kraftvoll rocken schwelgen „Ladies Of The Night“ und „Restless Wanderer“ in doomigen Gefilden und erfüllen den Hörer mit unerfüllbaren Sehnsüchten. „Demons on Wheels“ zeigt die Band erneut von der rockigen Seite, eher mit „Coffin Regatte“ die ganz große Anbetung vor dem Altar von Black Sabbath zelebriert wird. Allerdings klingen DEVIL trotz des (über-)klaren Einflusses zu keiner Zeit wie eine Kopie, sondern eher wie die legitimen Nachfolger.
Auch soundtechnisch bewegen sich DEVIL auf den Spuren der ersten Metal-Bands. Die Produktion ist klar, allerdings nicht klinisch und damit roh genug, um echtes Feeling aufkommen zu lassen. Hier findet man weder getriggerte Drums, noch überproduzierte Gitarren oder glattgebügelten Gesang. Diese Musik hat, im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Veröffentlichungen, eine Seele, die durch die Produktion perfekt eingefangen wird.

Nachdem der letzte Akkord von „Gather The Sinners“ verklungen ist sind zwei Dinge klar: Zum einen gibt es momentan keine Band, die retro-Doom Rock besser spielt als DEVIL und zweitens sind die hier gebotenen 52 Minuten eine absolute Bereicherung einer jeden Plattensammlung. Wer auf Black Sabbath, Electric Wizard und ähnliche Bands steht wird hier seine helle Freude haben. Auch wer jungen, ignoranten Deathcore-Fanatikern die Ursprünge des Metals zeigen möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen. „Gather The Sinners“ ist rau, kantig und kraftvoll – eben so, wie Metal sein soll.

Bewertung: 8.5 / 10

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