CD-Review: Diamond Eyed Princess - Korgueläal

Besetzung

Darkhyrys - Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Mittelalterinstrumente
Ghroth - Gitarre, Hintergrundgesang, Mittelalterinstrumente
Lwyleina - Keyboard, Hintergrundgesang, Mittelalterinstrumente

Tracklist

01. Ghamäl Sonavhen
02. Kregan
03. Tüm Fornorhvok
04. Korluegäal
05. Svarn Lak Dral
06. Tüm Dralvar Flöna
07. Klön
08. Drytorr I
09. Drytorr II


Vermutlich kann man froh sein, wenn man nicht der beinhärteste Fan der Franzosen DIAMOND EYED PRINCESS ist. Das möchte ich nicht auf die Musik an sich beziehen, sondern auf den Umstand, dass die im Jahre 1996 gegründete Black-Metal-Band bislang bis auf ein Demo (1999) nur ein reguläres Album (2001) zu Stande gebracht hat. Die Wartezeit auf den Zweitling „Korgueläal“ war also ziemlich lang, da wäre es ja ganz nett, wenn die Qualität wenigstens entsprechend hoch wäre.

Medieval Black Metal spielt der Dreier aus Okzitanien also, immerhin eine Gegend, in der das Mittelalter mit diversen Burganlagen und einem reichen Historienschatz vielleicht noch etwas lebendiger ist als anderswo. Dass sich Bands schnell solcher Wurzeln verpflichtet fühlen, weiß man spätestens seit dem Black- oder Viking-Metal-Boom in Skandinavien. So dachten sich Darkthyrys, Ghroth und Lwyleina, dass die Welt auf ein Album wie „Korgueläal“ nur gewartet haben kann. Inhaltlich kann ich schon mal nichts dazu sagen, weil Fronter Darkhyrys für seinen Gesang eine eigene Sprache (Ghämaliän) getextet hat. Einerseits ist das durchaus bewundernswert, andererseits muss man sich fragen, ob man es sich nicht leichter gemacht hätte, die Lyrik in einer allgemein verständlichen Sprache zu verfassen und die gewonnene Zeit nicht besser für ansprechendere Musik genutzt hätte.

Ich denke, wenn man der Band schlechte Kompositionen vorwirft, liegt man damit nicht so ganz richtig. Nicht nur phasenweise produzieren sie durchaus stimmige Musik, bei der mir bei allem Anspruch aber doch einiges fehlt. Stilistisch engt man sich mit Medieval Black Metal ja nicht unbedingt allzu sehr ein, aber gerade dafür ist etwas wenig Abwechslung im Spiel. Fast alles läuft im Midtempobereich ab, ganz selten tritt man aufs Gas und die akustischen Zwischenspiele sind auch eher von wenig motivierter Natur. Atmosphäre wird zwar einige erzeugt, aber alleine für den thematischen Hintergrund hätte ich mir da mehr Wucht und Epik gewünscht, dabei liegt es ganz und gar nicht an schlappem Sound oder so, der ist in meinen Ohren schon ganz ordentlich. Ebenso die Instrumentenauswahl, wir hören Tambourin, Flöte, Dudelsack, Schalmei und Laute. Müsste man es über einen Kamm scheren, wäre aber „ganz ordentlich“ genau das, was ich zu „Korgueläal“ zu sagen hätte. Ambitioniert, aber noch nicht ausgereift. Das wäre kein Problem, wenn man sich nicht fragen müsste, was die Herrschaften in den letzten neun Jahren so getrieben haben.

Zwei Bitten hätte ich zum Schluss noch: möge die Band in Zukunft doch überlegen, ob ein an Saruman angelehntes Rumgebrülle wirklich so cool kommt. Und an das Label: beim nächten Mal bitte ein Elektronenrastermikroskop mitliefern, damit man die Infoschrift auf dem Beipackzettel auch entziffern kann!

Bewertung: 6.5 / 10

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