CD-Review: Domgård - I Nifelhels Skygd

Besetzung

Vindkall – Gesang, Gitarre, Synthesizer
Heljarmadr – Gitarre
Hraegelmir – Bass, Gesang
Hrimner – Schlagzeug

Tracklist

01. Austawiðuz Sturmaz
02. Niðhöggr
03. Det Mörka Trolska Djupet
04. Svartdraugars Likfärd
05. Strömmen
06. Gravlagt i Skymningsrök
07. Mörkridors Drottning
08. Av Muspells Eldar Krönt
09. Rimfrostens Ande (Fimbulvetr Kap II)
10. Över Niðafjäll Mot Tomhetens Däld
11. I Nifelhels Skygd (Outro)


Eine Drachenhöle auf dem Cover, liebevoll hindrappierte Schädeln und Schwerter auf den unprofessionell wirkenden Bandphotos, sowie einige unmotivierte Runen im Booklet – DOMGÅRD hängen die Messlatte der Erwartungen an ihr Debüt-Album „I Nifelhels Skygd“ nicht eben hoch.

Doch gar so schlecht, wie die Optik des Werkes einen glauben machen könnte, ist das, was auf das eher peinliche Wind&Wolfsgeheul-Intro folgt, nichtmal:
Sicherlich, etwas „Besonderes“ klingt anders und auch „eigenständig“ wäre nicht der erste Begriff, der mir zum Schaffen des Quartetts einfallen würde – im Bereich des traditionellen True Black Metal können DOMGÅRD aber durchaus ganz gut mithalten; und das, obwohl die Band aus dem diesbezüglich gar nicht so truen Schweden stammt.
Dies zu kompensieren scheint indess langeZeit selbstgesetzte Hauptaufgabe der Band, die den Photos etwas bubihaft, ganz sicher jedoch nicht grimm oder gar frostbitten dreinschaut, gewesen zu sein – bekennt man doch nicht ohne Stolz, dass bis auf den mittlerweile ausgestiegenen Ulv die gesamte Band wegen „Church Burning“ bis Sommer 2004 einsaß – vielleicht der Grund, warum das Debüt der bereits 1997 gegründeten Band erst jetzt auf den Markt kommt. Schade nur, dass der sich damit der Promo-Effekt für das Album wohl auch eher in Grenzen hält, gibt es doch heute nurnoch wenige Knallköpfe, die derartige „Heldentaten“ noch feiern. Sicher ist: Mit dem Schreiben und Veröffentlichen von Alben wäre die Zeit also wohl (nicht nur karrieretechnisch) sinnvoller genutzt gewesen…

So wirken DOMGÅRD, vergleichbar mit einem mittlerweile untragbaren, seinerzeit jedoch todschicken Flokati-Parka im Kleiderschrank, wie ein peinlich gewordenes Relikt aus vergangenen Tagen… hat truer Black Metal von Kirchenzündlern und Selbstmördern (Bandmitglied Illbrand starb erst 2007 am Strick) seine „besten Zeiten“, wenn man so will, doch schon längst hinter sich…

Dass ich mich in diesem Review so auf derartige, für die Musik absolut irrelevante Begebenheiten konzentriert habe, hat einen einfachen Grund: Musikalisch gibt es über DOMGÅRD wenig spektakuläres zu berichten: Findet sich auf „I Nifelhels Skygd“ doch schlicht patent gemachter, konventioneller Black Metal, der bis auf wenige Ausnahmen ganz gut ohne Überraschungen auskommt… nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bewertung: 7.5 / 10

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