CD-Review: Drunken Fools - Escape

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Eigenproduktion
  • Spielart: Rock
Besetzung

Maleen - Gesang
Sönke - Gitarre, Gesang
Martin - Bass
Marcus - Schlagzeug
Jasmin - Keyboard

Tracklist

01. Cold
02. Bebanburg
03. Candlelight
04. Fear Myself
05. Escape
06. Flame In The Wind
07. Teufelsgesicht
08. Vision Of Time
09. Kjartan
10. Rebirth
11. Himmelsstieg
12. My Treasure
13. Tausend Fragen


DRUNKEN FOOLS – ein Bandname, der Schlimmes erahnen lässt. Irgendwo in die Schnittmenge zwischen Folk und Punk mit entsprechend oberflächlichen Texten möchte man die Band gerne schieben. Doch die Schleswig-Holsteiner belehren den Hörer eines Besseren und liefern im Grunde Atmospheric Rock und mit „Escape“ das erste Lebenszeichen nach rund 20 Jahren. Leider muss man vorab verraten, dass manche Bands zu Recht zu Grabe getragen werden und dort verbleiben sollten.

„Escape“ enthält Neuaufnahmen alter Songs, aber auch neue Kompositionen, die sich im Stil von Fields Of The Nephilim, Sisters Of Mercy, The Cult oder New Model Army bewegen wollen. Dieser Stil wird mit den ersten dezent düsteren und hoffnungslos anmutenden Titeln in puncto Grundausrichtung unterstrichen, vor allem fällt hier der abwechselnd männlich-weibliche Gesang auf. Es zeigt sich aber auch, dass dieser die größte Schwachstelle von DRUNKEN FOOLS ist. Zu uninspiriert klingen die Vocals, zu gezwungen wirkt die Intonation von Maleen und Sönke.

Auch die Instrumentenfraktion rückt sich in ein nur unmittelbar besseres Licht. Die Gitarrenmelodien und Riffs sind unauffällig gestaltet, der Bass wenig präsent. Schlagzeug und Keyboards sorgen hingegen für einige interessante Momente, die den Karren aber auch nicht aus dem sprichwörtlichen Dreck ziehen können. Als Entschuldigung hierfür kann man eine Eigenproduktion aber nur bedingt annehmen – haben doch deutlich unerfahrenere Bands in dieser Hinsicht ansprechendere Ergebnisse erzielen können.

Entsprechend langatmig gestalten sich die rund 53 Minuten Musik durch die wiederkehrenden Songaufbauten und wenige Anteile, die sich aus dem Einheitsbrei abheben können. Die wenigen deutschen Titel, drei an der Zahl, sorgen auch nicht für die dringend benötigte Abwechslung. Abseits von der Sprache bleibt eigentlich alles beim Alten – nur die Texte zeigen noch deutlicher wie nichtssagend der Output von DRUNKEN FOOLS ist. Für diese Lyrics würden sich selbst die frühen Subway To Sally oder die Schlager-Rocker Pur in Grund und Boden schämen.

Tatsächlich möchte man anhand des Titels „Escape“ irgendwann die Flucht ergreifen. DRUNKEN FOOLS sind eine Band für das nächste Dorffest, in dessen Rahmen die Qualität der gebotenen Musik eher zweitrangig ist. Sicherlich ist es für die Musiker von Interesse ihre Jugend nochmal musikalisch aufleben zu lassen – für welche Hörerschaft sonst, das muss man ganz klar in Frage stellen. Wer atmosphärisch-melodischen Rock mit Gothic-Elementen hören möchte, der sollte sich eher an den eingangs genannten Genregrößen orientieren.

Bewertung: 3 / 10

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