Review Dust Bolt – Chaos Possession

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2010
  • Spielart: Thrash Metal

Grundsätzlich halte ich Underground-Glorifizierung um ihrer selbst Willen für eine recht überflüssige Sache: Durchschnittliche Bands aus mehr oder weniger guten Musikern tummeln sich in ihrer Heimstadt auf den Konzerten der jeweils anderen und freuen sich des Lebens – große Musik kommt dabei jedoch nur selten heraus. Manchmal jedoch fällt es einem zumindest leicht, sich den „Support the Underground“-Rufen anzuschließen, und sich über eine junge Band zu freuen, die ihre Sache zumindest gut macht.

DUST BOLT aus München sind eine dieser Kapellen: Gewiss ist das, was die vier Knaben auf ihrer ersten EP abliefern, weder revolutionär, noch sonderlich eigenständig – aber zumindest, und das hebt sie schon mal vom Gro der Underground-Bands ab, gut gemacht.
Thrash Metal steht hier auf dem Programm, und zwar in seiner reinsten Form: Keine möchtegern-modernen Elemente, keine Experimente – simply old school. Ganz im Stile der großen Klassiker wie Metallica in ihren Anfangstagen, oder, gerade gesangstechnisch, Pantera, wird hier frei von der Leber weg aufgespielt. Gerade der stete Wechsel zwischen Thrash-Geschrei und Klargesang mit Southern-Rock-Attitüde verleiht den Stücken dabei ein wenig Eigenständigkeit, die auch auf kommenden Releases unbedingt gewahrt werden sollte. Dass die Jungs mit dieser Musik zumindest in sofern durchstarten können, als dass sie bereits größen wie Hypocrisy oder unlängst Six Feet Under supporten durften, mag zwar wohl nicht nur am Songmaterial, sondern auch daran liegen, dass ihr Manager zugleich Chefredakteur Deutschlands meistverkaufter Metal-Zeitung ist… fehl am Platze sind DUST BOLT bei diesen Slots jedoch keinesfalls, zeigen sie doch gerade Live, was sie draufhaben und überzeugen, wie auch auf Platte, nicht zuletzt durch einwandfreie Technik.

Etwas wirklich Besonderes ist „Chaos Possession“, so ehrlich muss man schon sein, vielleicht noch nicht – jedoch sollte man bei solch vermeindlich harten Urteilssprüchen immer im Kopf behalten, dass es sich um die erste EP der Band handelt. Und weder die technischen Fähigkeiten, noch das Gefühl dafür, wie ein Thrash Metal-Song zu klingen hat, sollten für DUST BOLT in die Quere kommen, wenn es erst an das erste Album geht… man darf also gespannt sein.
Insofern, hier ausnahmsweise mal von meiner Seite der populistische Aufruf: Support The Underground!

Keine Wertung

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