CD-Review: Echo Of Dalriada - Jégbontó

Besetzung

Laura Binder - Gesang, Flöte
András Ficzek - Gitarre, Gesang
György Varga - Bass, Gesang
Tadeusz Rieckmann - Schlagzeug, Gesang
Gergely Nagy - Keyboard

Tracklist

01. Rianás
02. Árpádházi Margit Balladája
03. Galamb
04. Védj Meg Láng - 1.rész
05. Téli Ének
06. Virrasztó
07. Igaz Hittel
08. Hajnalünnep
09. Drégel
10. Szondi Két Apródja - 1.rész
11. Jégbontó


Ungarn ist wohl für viele metaltechnisch ein weißer Fleck auf der Landkarte, der einzig von Ektomorf und Sear Bliss leicht angefärbt wird, doch gibt es dort einiges an Interessantem zu entdecken. So zum Beispiel die bereits 1998 gegründete, jedoch erst seit 2003 wirklich aktive Band ECHO OF DALRIADA, die ihre Musik als Magyar Epic Folk Metal bezeichnet. Diese lieferten mit ihrem ersten Album “Fergeteg” schon exzellente Arbeit mit herrlichen Melodien ab und wollen dies mit dem Nachfolger “Jégbontó” – zu Deutsch “Eisbrecher” – weiterführen.

Nach einem kurzen Intro kommt schon das erste Highlight “Árpádházi Margit Balladája” auf den Hörer zu, welches schon jetzt aufzeigt, was diese Band ausmacht. Zuallererst fällt der klare Gesang in ungarischer Sprache von Laura Binder positiv auf, der im Gegensatz zu vielen anderen Kolleginnen nicht kitschig wirkt, sondern herrlich ins Bild passt. Dieser Gesang wird oftmals von György Varga unterstützt, der dem Ganzen eine rauere Note verpasst. Dazu gesellen sich die schon aus dem Vorgängeralbum bekannten folkigen Gitarrenläufe und der Einsatz des Keyboards an den richtigen Stellen. Nach dem gelungenen, aber trotzdem ungewohnt langsamen Beginn, reiht sich scheinbar ein Meisterstück ans Nächste und lässt kaum Langeweile aufkommen. So überrascht das zu Deutsch mit “Taube” übersetzte Stück “Galamb”, dessen Lyrics aus einem ungarischen Volkslied stammen, mit Anleihen aus Melodic Death Metal und teils gekrächzten Gesang, verliert aber trotzdem nicht absolute Eingängigkeit in Form der pfeilschnellen Melodien. Eben das ist es, was ECHO OF DALRIADA ausmacht und auch auf “Jégbontó” zum Ausdruck kommt. Besonders hervorzuheben sind dabei “Téli Ének” mit einem ruhigen verträumten Beginn in Form einer Flötenmelodie und einem umso kraftvolleren Hauptteil, sowie “Igaz Hittel”, dessen Refrain wie viele Lieder auf dem Album einfach zum Mitsingen anregt, wäre man der ungarischen Sprache mächtig. Tanzen kann man getrost auch so! Mit “Drégel” haben die Magyaren, abgesehen von In- und Outro, zum ersten Mal auch ein vollkommen akustisches Stück, welches von Laura Binders Künsten an der Flöte und einem Cembalo gegen Ende hin lebt. Ehe sich ECHO OF DALRIADA verabschieden, liefern sie mit “Szondi Két Apródja” den meiner Meinung nach besten Titel des Albums ab. Hier kommen alle Komponenten zusammen: Ein abwechslend mittleres bis hohes Tempo, atemberaubende Melodieführung, Gesang in allen Varianten von klaren Frauengesang, über Gekrächze bis hin zu einer Art Chor und eine unglaubliche Kraft, die in dem Titel zu stecken scheint.

Obwohl “Jégbontó” erst das zweite Album der Ungarn ist, zeigen sie sich überaus eigenständig und scheinen nur so vor guten Ideen zu strotzen. Die deutlich hörbaren Einflüsse durch ungarische Volkslieder kombiniert mit allen nur erdenklichen Elementen aus Melodic-, Death-, Pagan-, Gothic- und natürlich Folkmetal geben dem Album einen einzigartigen Charme. Das Ganze wird durch ein von Laura Binders Schwester Júlia kunstvoll gestaltetes Booklet, in dem vorbildlicherweise alle Lyrics in Ungarisch mit englischer Übersetzung abgedruckt sind, abgerundet. Nur zu schade, dass die Band bisher in Deutschland kaum bekannt ist, geschweigedenn ein Konzert auf deutschen Boden gespielt hat.

Bewertung: 8.5 / 10

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