CD-Review: El Caco - 7

Besetzung

Øyvind Osa - Gesang, Bass
Anders Gjesti - Gitarre
Fredrik Wallumrød - Schlagzeug

Tracklist

01. Curious
02. Sickness
03. Ambivalent
04. Reach Out
05. The Silver Light
06. In Limbo
07. In Space All Huge Beasts Just See
08. Those Possessed


EL CACO (spanisch für Dieb) kommen aus Norwegen melden sich mit 17 Jahren Erfahrung und ihrem siebten Studioalbum zurück, dass den schlichten Titel „7“ trägt. Für den Mix der Songs war Herbrand Larsen (Enslaved) in den Earshot Studios Bergen zuständig, wo die Aufnahmen ebenfalls stattfanden. Doch wohin führt der Stoner Rock des Trios den Hörer im Jahr 2016 oder hat sich die Band neuen Ufern gewidmet?

Vorweg sei gesagt: Das haben sie nicht. EL CACO sind auch im achtzehnten Jahr ihres Bestehens durch und durch im Stoner Rock angesiedelt, dazu gesellt sich ein gehöriger Einschlag Rock’n’Roll und einige Ausflüge in brachialere Gefilde. Die Gitarren knarzen fröhlich vor sich hin, der Bass wummert dahinter und das Schlagzeug trägt alles zusammen in Form eines präzisen Konstrukts. Musikalisch fühlt man sich anfangs („Curious“, „Sickness“) an Motörhead erinnert, gesanglich allerdings nicht. Die rauchige Stimme eines Lemmy bleibt sowieso unerreicht, dafür gibt es klar intonierten und doch druckvollen Gesang. „Reach Out“ hat metal-affine Parts zu bieten, die in den Riffs deutlich aggressiver ausfallen und auch stimmlich wagt man sich in den Bereich des Growlings vor. Gegen Ende präsentieren die Norweger sogar einen progressiv-anmutenden Einwurf, der kleine Referenzen zu Porcupine Tree bzw. Steven Wilson zieht. Neben geradlinig-flotten Rocknummern mit eingebauten Uuuh-Chören („The Silver Light“) und gemäßigten Stücken zwischen Alice In Chains und Tool („In Limbo“) sticht der erste instrumentale Titel in der Geschichte von EL CACO besonders hervor („In Space All Huge Beasts Just See“). Genauso spacig wie der Titel daherkommt, klingt der Song dann auch. Wild gewordene Riffs und Soli-Einlagen treffen auf Soundcollagen aus Bass, Schlagzeug und Samples aus den Untiefen des Schlunds eines Weltraumbiests. Mit diesen endet die Komposition auch, Zeit zum Atmen gibt der Song kaum und doch hat er in seiner psychedelisch-wuchtigen Machart Eindruck hinterlassen. Das abschließende „Those Possessed“ bleibt da nur noch ein Randnotiz. Die Produktion von „7“ ist klar und erdig zugleich, bietet allen Instrumenten genug Entfaltungsspielraum und passt wunderbar zum Klang des norwegischen Trios.

EL CACO sind auch 2016 scheinbar noch frisch und voller Ideen. An Abwechslungsreichtum mangelt es „7“ nämlich nicht und das ist auch eine große Stärke des Albums. Zwischen psychedelischem Entfesselungswahn, Rock’n’Roll-Mentalität und dem zugrundeliegenden staubtrockenen Stoner-Rock-Konstrukt passiert eine Menge in den knappen 30 Minuten, die „7“ zu bieten hat. Das ist dann auch der stärkste Wermutstropfen, denn für ein Album ist es relativ knapp gehalten.

Bewertung: 8 / 10

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