CD-Review: Every Time I Die - Low Teens

Besetzung

Keith Buckley - Gesang
Jordan Buckley - Gitarre
Andy Williams - Gitarre
Steve Micciche - Bass
Daniel Davison - Schlagzeug

Gastmusiker:
Tim Singer - Gesang
Brendon Urie - Gesang
Randy LeBoeuf - Klavier

Tracklist

01. Fear And Trembling
02. Glitches
03. C++ (Love Will Get You Killed)
04. Two Summers
05. Awful Lot
06. I Didn't Want To Join Your Stupid Cult Anyway
07. It Remembers
08. Petal
09. The Coin Has A Say
10. Religion Of Speed
11. Just As Real But Not As Brightly Lit
12. 1977
13. Map Change


Mittlerweile bestehen EVERY TIME I DIE aus Buffalo, New York seit sage und schreibe 18 Jahren. Zeit genug, um sich einen bekannten Namen mit dem Stilmix aus Metalcore und Southern Rock zu erspielen. Außerdem hat die Band einen hohen Bassisten-Verschleiß und so ist Steve Micchiche bereits der neunte Mann, der den Platz am Tieftöner einnimmt. Mit „Low Teens“ haben die Musiker ihr achtes Studioalbum aufgenommen, das nun die Freunde gepflegter Stromgitarren-Musik unterhalten möchte.

Für dieses Unterfangen hat man sich den Produzenten Will Putney (u.a. The Acacia Strain, Body Count, Exhumed) ins Boot geholt, der sich ebenfalls mit der Aufgabe konfrontiert sah den neuen Schlagzeuger Daniel Davison in das musikalische Geschehen zu integrieren. Im entschleunigten Stil startet der Opener „Fear And Trembling“, erinnert damit dezent an Grunge und auch an die legendären Pantera. Ein durchaus gelungener Einstieg also, den EVERY TIME I DIE kurz, aber prägnant präsentieren. Vorrangig pendeln sich die Songs um die drei Minuten Länge ein, was aber der Abwechslung keinen Abbruch tut. So hat „Glitches“ viele Elemente des Hardcore Punk aufzuweisen, ist dementsprechend schnellerer Gangart verschrieben und bindet auch walzende Breakdowns mit ein. In „Two Summers“ schwingt gemäß des Titels eine entspannte Gitarrenmelodie mit, die den Southern Rock in den Vordergrund stellt. Auch „It Remembers“ besticht eher durch gemäßigte Atmosphäre, die vorrangig durch Gastsänger Brendon Urie (Panic! At The Disco) entsteht und doch gekonnt den Song unterstreicht. Neben diesem Abwechslungsreichtum ist die unbändige Energie des Quintetts ein prägender Faktor von „Low Teens“. Egal welches Genre bedient wird oder welche Merkmale in den Fokus gerückt werden, sie verstehen es immer mitzureißen. Bei „The Coin Has A Say“ entsteht der ausgedehnte und wilde Pogo-Moshpit direkt vor dem inneren Auge, während „Religion Of Speed“ sich weit in das Spektrum des Thrash Metal wagt, aber im Refrain auf Pop-Punk setzt und mit fünf Minuten nebenbei den längsten Song der Platte darstellt. Vor allem haben die US-Amerikaner aber die richtige Mischung zwischen räudig-brutalen und seicht-melodischen Parts, wenn erstere auch überwiegen, gefunden.

EVERY TIME I DIE sind alte Hasen, wenn man die Dauer ihrer bisherigen Karriere betrachtet, haben aber auch im Jahr 2016 nichts an Ideenreichtum und ihrer Energie eingebüßt. „Low Teens“ zeigt abermals in welch guter Symbiose Southern Rock und Metalcore neben- und miteinander bestehen können. Die lockeren Gitarrenriffs gepaart mit massiven Breakdowns und Einflüssen aus Thrash Metal bzw. Hardcore Punk machen dieses achte Studioalbum zu einem mitreißenden Release, das für Langeweile keinen Platz bietet. Well done!

Bewertung: 8 / 10

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