CD-Review: Ewigheim - Irrlichter

Besetzung

Allen B. Konstanz – Gesang, Schlagzeug
Markus Stock – Gitarre
Yantit – Gitarre

Tracklist

01. Und es wird Licht
02. Alles wird gut
03. Leuchtturm
04. C’est La Vie
05. Verzeih mir
06. Nackt und blutend
07. Ein Flügel bleibt dir noch
08. Vom Mond gemalt
09. Spinnenkind
10. Irrlicht


Empyrium, The Vision Bleak, Sun Of The Sleepless, Noekk, Eisregen – die Liste der Bands, in denen sich die Mitglieder von EWIGHEIM die Zeit vertreiben, wenn sie gerade nicht zusammen Gothic Metal spielen, nimmt kaum ein Ende. Ganze sechs Alben hat die Kollaboration der drei erfahrenen Musiker bereits hervorgebracht und obwohl man mittlerweile wieder etwas länger auf neue Veröffentlichungen der Truppe warten muss, machen EWIGHEIM noch keinerlei Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Etwa drei Jahre nach dem nicht nur seinem Titel nach eher unspektakulären „Schlaflieder“ bringen die deutschen mit „Irrlichter“ eine weitere Platte heraus, die abermals einen kleinen Kurswechsel mit sich bringt.

Grundsätzlich erkennt man EWIGHEIM auf Album Nummer sieben problemlos wieder. Nach dem bedrückenden Piano-Intro „Und es wird Licht“ verläuft „Irrlichter“ im Wesentlichen nach dem Schema, das man von der Band gewohnt ist. In althergebrachter Rock-Manier lassen EWIGHEIM es in den eher reduzierten Strophen zumeist langsam und ruhig angehen, um schließlich im Refrain mehr Wucht in ihr Gitarren- und Schlagzeugspiel zu legen. Die wunderbar verträumten Clean-Gitarren der Vorgängerplatte haben auch diesmal ihren Weg in einige der Songs gefunden („Leuchtturm“), wesentlich mehr Raum nehmen diesmal jedoch die elektronischen Soundelemente, die Keyboards und das Klavier ein.

Für instrumentale Abwechslung ist also trotz der immergleichen Songstrukturen mehr als ausreichend gesorgt – und hin und wieder brechen EWIGHEIM dann doch ein wenig aus ihrem Midtempo-Trott aus („C’est La Vie“). Gesangstechnisch kann von Vielfältigkeit hingegen leider nicht die Rede sein. Zwar singt Konstanz so klar und treffsicher wie immer, aber leider auch äußerst stoisch und eindimensional („Nackt und blutend“). Stimmung kommt hier nur vereinzelt auf – so zum Beispiel im düsteren, trübsinnigen „Spinnenkind“ oder im Refrain von „Irrlicht“, dessen simpler Stampf-Rhythmus von einer sich angenehm vertraut anfühlenden Gesangslinie umspielt wird.

„Simpel“ ist indes ein gutes Stichwort, um noch etwas genauer auf die Musik selbst einzugehen. Denn obgleich man die Songs auf „Irrlichter“ wegen ihres unkomplizierten Aufbaus mit Leichtigkeit voneinander unterscheiden und im Kopf behalten kann, wird man der gefühlt schon hundertfach gehörten Arrangements doch sehr schnell überdrüssig. Letztlich ist kaum etwas von dem, was EWIGHEIM hier umsetzen, in irgendeiner Weise herausragend oder einzigartig.

Obwohl EWIGHEIM auf „Irrlichter“ wieder vermehrt auf Elektronik setzen, sind die sich daraus ergebenden, klanglichen Veränderungen denkbar gering. Dass sich die Deutschen weitgehend an ihre oftmals erfolgreich erprobte Formel halten, kann man ihnen kaum verdenken, allerdings sind Konstanz, Stock und Yantit damit inzwischen offenbar an ihre kreativen Grenzen gestoßen. Eine große Enttäuschung bleibt den Fans auf dem Nachfolger von „Schlaflieder“ zwar erspart, von einer nennenswerten Weiterentwicklung kann hier jedoch ebensowenig gesprochen werden. Ihr Magnum Opus haben EWIGHEIM hiermit jedenfalls gewiss nicht kreiert.

Bewertung: 5.5 / 10

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