Das Cover von "Rage Of The Thunderstorm" von Executioner Steel

Review Executioner Steel – Rage Of The Thunderstorm

  • Label: Stormspell
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Heavy Metal

Als Heavy-Metal-Band aus Bangladesch haben EXECUTIONER STEEL definitiv Seltenheitswert, denn zumindest hierzulande sind nur die wenigsten Formationen aus dem südasiatischen Staat bekannt. Hinzu kommt, dass die Burschen aus Dhaka ohnehin noch nicht viel Gelegenheit hatten, sich potenziellen Fans anzudienen, denn die Band wurde erst 2020 gegründet. Im Hinblick auf ihr Marketing macht sie jedoch bereits so einiges richtig, denn ihr erstes Album „Rage Of The Thunderstorm“ erscheint bei Stormspell Records, die international als Garant für hochwertigen Underground-Metal einen exzellenten Ruf genießen.

So exotisch ihre Herkunft auch sein mag, die Musik der Bengalen ist eher gewöhnlich, denn EXECUTIONER STEEL spielen True Metal, wie er im Buche steht. Nach einem recht charmanten Intro mit trashigen 90er-Jahre-Synthies, das vielleicht in bisschen zu lang geraten ist, eröffnet der Titeltrack die Platte als breitbeiniger Stampfer nach allen Regeln des Genres. Schon hier fällt angenehm auf, dass der Gesang ab und an an die kernigeren Momenten von Eric Adams erinnert und überhaupt sind MANOWAR definitiv unter den Vorbildern der Band, denn auch Nummern wie „Defenders Of Metal“ lassen sofort an die amerikanischen Sparten-Vorreiter denken.

Überhaupt sind die Leitbilder der Truppe recht schnell identifiziert, wobei auffällt, dass EXECUTIONER STEEL auf der Suche nach Inspiration vor allem nach Deutschland blicken. Neben WIZARD sind dabei vor allem MAJESTY herauszuhören, denn Songs wie „Warriors Of Steel“ und „Ragnarök“ könnten auch von deren stilbildenden Alben stammen. Ähnlich wie ihre Vorbilder lassen auch EXECUTIONER STEEL weder musikalisch noch textlich irgendein Klischee aus, weshalb hier vor allem im erhabenen Midtempo marschiert und dabei fleißig „Fight“ auf „Might“ und „Metal“ auf „Battle“ gereimt wird. Überraschungen erlebt man dabei nicht, aber die Herren haben hörbar Spaß bei der Sache und das steckt an.

Insgesamt bieten EXECUTIONER STEEL auf ihrem ersten Album also nichts, was man nicht auch schon bei den genannten Vorbildern (oder ihren zahlreichen Nachahmern) gehört hätte, aber die Musik der Burschen macht durchaus Spaß. Kritik gibt es daher nur für die oftmals etwas zu ausgedehnten Songs, denn so gut die Nummern auch funktionieren wird hier doch oftmals etwas zu lang auf einen einzelnen Riff oder einer melodischen Phrase herumgeritten – kurioserweise ist das ausgerechnet im Instrumentalstück „Heralds Of The Sword“ nicht der Fall. Auch ansonsten tut die gelegentliche Weitschweifigkeit den Songs keinen großen Abbruch, allerdings ist für Album Nummer zwei etwas mehr Prägnanz wünschenswert.

„Rage Of The Thunderstorm“ hat alles, was ein Underground-Album braucht: Einen Sänger, der mäßig gut Englisch spricht und Leadgitarren, in denen die Töne gerne knapp am Ziel vorbei gezogen werden – aber eben auch maximal authentische Songs, die von einer Band gespielt werden, die voll und ganz hinter ihrer Musik steht. EXECUTIONER STEEL befinden sich mit ihrem ersten Album hörbar noch am Anfang ihres Werdegangs, aber sie haben schon jetzt verstanden, wie True Metal funktioniert und setzen das ebenso stilsicher wie charmant um. Schade, dass die Truppe wohl nicht so schnell nach Europa kommen wird, denn vor allem live dürften die Songs von „Rage Of The Thunderstorm“ großen Spaß machen.

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Wertung: 7 / 10

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