CD-Review: Exodus - Bonded By Blood

Besetzung

Paul Baloff – Gesang
Rick Hunolt – Gitarre
Gary Holt – Gitarre
Rob McLillop – Bass
Tom Hunting – Schlagzeug

Tracklist

01. Bonded By Blood
02. Exodus
03. And Then There Were None
04. A Lesson In Violence
05. Metal Command
06. Pirana
07. No Love
08. Deliver Us To Evil
09. Strike Of The Beast
10. And Then There Were None (live)11. A Lesson In Violence (live)


1985, nachdem Metallica und Slayer mit ihren jeweiligen ersten 2 Alben den Bay Area Thrash ins Leben gerufen hatten, erblickte eine weitere Kombo das Licht der Welt, und spielte mit ihrer Debüt-Scheibe die Debüt-Alben von eben jenen Metallica und Slayer mit Leichtigkeit an die Wand: Exodus. Was die Jungens hier ablieferten, gelang den beiden Bands erst mit späteren Werken.

Mit Bombenalarm wird diese Scheibe eingeleitet, und nichts wäre wohl passender gewesen. Denn was Exodus hier auf die Menschheit loslassen, klingt wie eine Gewaltorgie, eine Granate nach der anderen wird hier erbarmungslos in Richtung Zuhörer abgefeuert. Was mit dem Titeltrack dann als Erstes ansteht, ist eine Metalhymne, die vor allem textlich ihresgleichen sucht, und nicht nur für das Wir-Gefühl der 80er Jahre steht, sondern für alle Zeiten im Metal ihre Berechtigung hat. Bei jedem Live-Konzert ist es ein unbeschreibliches Gefühl, wenn sich alle Metal-Fäuste gen Himmel recken und den Schlachtruf “Bonded By Blood“ anstimmen. Nach dem Namengebenden Song der CD steht sozusagen der Namengebende Song der Band an, mit einem für damalige Verhältnisse unglaublichen provozierenden Text, der bei mir Erinnerungen an „Killers“ von den Jungfrauen aufkeimen lässt. Ein Wahnsinns-Tempo Song mit genialen Soli, bei dem sich die Bangermatte mehr als einen verdammten Knoten einhandelt. Auch wenn “Bonded By Blood“ für Exodus steht wie kein zweiter Song, mein persönliches Lieblingslied dieser Band steht jetzt mit “And Then There Were None“ an. Alleine der “Männerchor“ in der Bridge vor dem Refrain ist einfach nur göttlich, vom Refrain selber ganz zu schweigen. Nachdem uns nun schon in dreifacher Form eine Lektion erteilt wurde, wie man uns gepflegt in den Arsch tritt, steht nun eine weitere Lektion an: “A Lesson In Violence“! Der sehr an Metallica erinnernde Song ist an Tempo kaum noch zu übertreffen, und mit einem wunderbar fiesen Text plus Wahnsinns Gitarrensoli eine der geilsten Thrash-Abgehnummern überhaupt. Als wenn wir nicht schon lang wüssten, was uns da aus den Boxen mit brachialer Gewalt überrollt, erinnern uns Exodus nochmals genau daran: “Metal Command“! Textlich die konsequente Weiterführung des Titeltracks, dürfte dieser Song nicht nur Manowar-Jüngern feuchte Unterhosen bescheren. Eigentlich könnte die ganze Chose jetzt schon vorbei sein, und man hätte trotzdem eines der genialsten Thrash-Alben aller Zeiten gehört. Doch weit gefehlt, es geht weiter mit Brechern der Marke “Piranha“ oder “No Love“. Spätestens nach Genuss des obergeilen knapp achtminütigen “Deliver Us To Evil“ will man nur noch “Ja nimm mich dunkle Seite der Macht“ schreien, ehe man vom abschließendem “Strike Of The Beast“ restlos niedergemetzelt wird.

Auf der vorliegenden CD von 1999 wurden noch zwei Live-Songs als Bonus draufgepackt, aufgenommen in London im März 1989 und hier schon mit Steve Souza am Mikro. Sehr schön kann man hier die zwei Sänger vergleichen, wobei ich persönlich finde, zu Exodus passt Souza sogar noch besser, was man besonders bei “And Then There Were None“ sieht, aber das ist natürlich Geschmackssache. Keine Geschmackssache ist jedoch, dass dieses Album in jede Sammlung des pflichtbewussten Thrash-Fans gehört, sowas nennt man Meilenstein der Musikgeschichte. Kultalbum!

(Oli)

Bewertung: 9 / 10

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