CD-Review: Face To Face - Hold Fast (Acoustic Sessions)

Besetzung

Trever Keith - Gesang, Gitarre, Klavier
Dennis Hill - Gitarre, Mandoline, Gesang
Scott Shiflett - Bass, Gitarre, Gesang
Danny Thompson - Schlagzeug, Percussion, Gesang

Gastmusiker:
Gary Brandin - Steel-Gitarre
Jon Olazabal - Percussion
Siegfried Meier - Percussion, Gesang
Lewis Richards - Harmonium

Tracklist

01. All For Nothing
02. Disconnected
03. Shame On Me
04. Keep Your Chin Up
05. Velocity
06. AOK
07. Don't Turn Away
08. Blind
09. Ordinary
10. Bill Of Goods


Bereits 1991 wurde die Melodic-Punk-Band FACE TO FACE von Sänger Trever Keith aus der Taufe gehoben – 27 Jahre später veröffentlichen die Musiker ihr erstes Akustikalbum „Hold Fast (Acoustic Sessions)“. Die Tracklist umspannt dabei ihre vollständige Karriere, vom 1992 erschienenen Genre-Klassiker „Don’t Turn Away“ bis hin zum 2016 veröffentlichten „Protection“. Entstanden ist die Idee für das Release während der Econo-Tour, bei der auch VIP-Packages angeboten wurden. Anstatt einfach nur Autogramme zu geben und Fotos mit den Fans zu machen, spielten sie vor jeder Show ein kleines Akustik-Set und entdeckten ihre Songs auf eine neue Weise, die sie auf dem zehn Tracks umfassenden Release festhalten wollten.

Der Opener „All For Nothing“ erinnert mit der lieblichen Akustikgitarre und dem teils mehrstimmigen Gesang bereits an die Akustik-Punker This Wild Life, ist aber auch gleichzeitig ernüchternd. Der Song plätschert ohne wirkliches Highlight vor sich hin, nicht einmal der Refrain hebt sich besonders vom Rest ab. Leider verfolgen die weiteren Titel eine ähnliche Herangehensweise und können so nur bedingt punkten.

Der bereits erwähnte mehrstimmige Gesang bringt durchaus einige interessante Momente hervor („Shame On Me“, „Blind“), ansonsten ist die Umsetzung nicht wirklich einfallsreich, fast etwas lieblos. Die mit wenig aufhorchenden Momenten ausgestatteten Akustik-Gitarren untermalen den ganz anständigen Gesang von Trever Keith, der aber in diesem abgespeckten, musikalischen Gewand öfter an seine Grenzen zu kommen scheint.

Gerade durch den Einsatz von Steel-Gitarre, Harmonium und Mandoline hätte man sich deutlichere genrefremde Einflüsse und ein wenig mehr Abwechslung gewünscht. „Don’t Turn Away“ zeigt im Ansatz, was hier möglich gewesen wäre. Die sowieso schon minimalistische Schlagwerk-Arbeit geht in der ansonsten anständigen Produktion zu sehr unter, hätte bei einem stärkeren Fokus noch etwas mehr Schwung in die Songs bringen können.

FACE TO FACE haben sich mit „Hold Fast (Acoustic Sessions)“ nicht unbedingt einen Gefallen getan. Zu eintönig gestalten sich die zehn Stücke ingesamt, die eigentlich allesamt an einem vorbeiplätschern und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Für die wenigen Fans, die den Akustik-Sets während  Econo-Tour lauschen durften, ist das gebotene Material vielleicht interessant, da es eine Erinnerung an das VIP-Dasein darstellt. Darüber hinaus könnte das Interesse an den mageren Akustik-Versionen eher überschaubar sein. Hörer, die erst durch „Hold Fast (Acoustic Sessions)“ mit FACE TO FACE in Kontakt kommen, sollten auf jeden Fall die regulären Releases vorziehen.

Bewertung: 4.5 / 10

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