Review Falconer – Black Moon Rising

Ein richtiger Geheimtipp sind sie wohl nicht mehr – immerhin schicken sich FALCONER jetzt an, uns mit „Black Moon Rising“ ihr achtes Studioalbum zu kredenzen. Und doch war ihnen das große Rampenlicht nie vergönnt, obwohl sie sich musikalisch hinter den Genregrößen des schnellen melodischen Metals nie verstecken mussten. So viel sei vorweggenommen: Das ändert sich auch mit „Black Moon Rising“ nicht – aufgepasst, Fans von Hammerfall, Rhapsody und Konsorten.

Aber falls es doch noch jemanden gibt, der sie nicht kennt: FALCONER, das ist eine schwedische Melodic-Metal-Band mit deutlichen Folkanleihen, die sich besonders durch die Stimme von Sänger Mathias Blad auszeichnet, die man schon nach dem ersten Hören unter Hunderten wiedererkennt, haben doch nicht viele Bands einen Sänger der schwedischen Staatsoper als Frontmann. Im kreativen Prozess und an der Gitarre ist Stefan Weinerhall ausschlaggebend, der früher schon bei Mithotyn die Klampfe schwang. Markant sind deshalb neben dem Gesang die flitzenden Gitarrenläufe und das präzise Riffing. Eine gewisse Nähe zum Kitsch kann man der Band zudem nicht absprechen, was sich auch auf „Black Moon Rising“ spiegelt („Halls And Chambers“).

Hat sich auch an diesen Trademarks der Band wenig verändert, muss man doch feststellen, dass der Folk-Anteil etwas zurückgenommen wurde, wenn es ihn auch weiterhin gibt („Scoundrel And The Squire“). Auf dem direkten Vorgänger „Armod“ hatten FALCONER sich in dieser Hinsicht jede Freiheit genommen und ihre Folkeinflüsse besonders zur Geltung gebracht. Das aktuelle Album dagegen prescht wieder mehr nach vorne und setzt auf markante Gitarrenriffs und treibendes Drumming („Locust Swarm“, „Black Moon Rising“, „There’s A Crow On The Barrow“), das sich bisweilen für wenige Sekunden nach deutlich härterer Musik als Melodic Metal anhört („Wasteland“). Während die Instrumentalfraktion im wahrsten Sinne alles gibt, bleibt auch der Gesang von Mathias Blad keine Sekunde hinter deren Leistungen zurück. Das Gesamtpaket erinnert somit – Achtung, kaum verhohlenes Lob – an das großartige selbstbetitelte Debütalbum von 1999.

Großartige Melodien, markanter Gesang, überbordendes Talent – fehlt da nicht noch etwas? Und ob, man sollte unbedingt noch ein paar Wörter über die hymnischen Refrains verlieren. „Halls And Chambers“ erinnert an den Allzeitklassiker „The Clarion Call“, „Wasteland“ bleibt sofort im Ohr, und mit „Age Of Runes“ hat die Band fast ganz am Ende des Albums einen weiteren Ohrwurm erster Güte platziert. FALCONER ist es mit „Black Moon Rising“ gelungen, ein stimmiges, rundes Gesamtbild abzuliefern, das die Wurzeln der Band berücksichtigt und doch nach vorne weist. Chapeau! Fans des melodischen Metals sollten sich dieses Album trotz aller Anfälle von Kitsch nicht entgehen lassen.

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Wertung: 9 / 10

Publiziert am von Marc Lengowski

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