Reviews – Metal1.info https://www.metal1.info Wir schreiben Musik Tue, 20 Feb 2018 14:57:55 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.4 https://www.metal1.info/wordpress/wp-content/uploads/2016/04/cropped-metal1-logo2016_kurz-50x50.png Reviews – Metal1.info https://www.metal1.info 32 32 Necrophobic – Mark Of The Necrogram https://www.metal1.info/metal-reviews/necrophobic-mark-of-the-necrogram/ https://www.metal1.info/metal-reviews/necrophobic-mark-of-the-necrogram/#respond Mon, 19 Feb 2018 07:00:23 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112398 Es war wahrlich eine düstere Zeit für NECROPHOBIC: Kurz vor der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Womb Of Lilithu“ 2013 sah sich die schwedische Blackened-Death-Metal-Größe gezwungen, sich von ihrem langjährigen Sänger Tobias Sidegård zu trennen. Grund dafür war, dass Sidegård zuvor zu sechs Monaten Haft verurteilt worden war, weil er seine Frau geschlagen habe und die … Continue reading Necrophobic – Mark Of The Necrogram »

The post Necrophobic – Mark Of The Necrogram appeared first on Metal1.info.

]]>
Es war wahrlich eine düstere Zeit für NECROPHOBIC: Kurz vor der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Womb Of Lilithu“ 2013 sah sich die schwedische Blackened-Death-Metal-Größe gezwungen, sich von ihrem langjährigen Sänger Tobias Sidegård zu trennen. Grund dafür war, dass Sidegård zuvor zu sechs Monaten Haft verurteilt worden war, weil er seine Frau geschlagen habe und die Band häusliche Gewalt nicht hinnehmen wollte.

2014 kam dann die überraschende Nachricht, dass Anders Strokirk, der 1993 auf dem Debütalbum „The Nocturnal Silence“ für den Gesang verantwortlich war und anschließend aus der Gruppe ausstieg, nun zurückgekehrt sei und fortan wieder Teil von NECROPHOBIC sei. Auch die komplette Gitarrenfraktion, bestehend aus Johan Bergebäck und Hauptsongwriter Sebastian Ramstedt, die 2011 die Band verlassen hatten, kehrte kurz darauf wieder zu NECROPHOBIC zurück. Nach einem kleinen Vorgeschmack in Form der EP „Pesta“ hat das inzwischen wieder vollständige Quintett nun das achte Album mit dem Namen „Mark Of The Necrogram“ veröffentlicht.

Dass im Laufe der letzten drei Alben fast sämtliche Musiker ausgetauscht wurden, merkt man erstaunlicherweise kaum. Nach dem Motto „never change a running system“ spielen NECROPHOBIC nun seit immerhin knapp 30 Jahren mit nur wenigen Veränderungen die gleiche, hervorragend produzierte Mischung aus bretterndem Death Metal und der kalten Melodik von Black Metal. Und das funktioniert nach wie vor – auch nach eben jenen 30 Jahren. Mit dem furiosen, eingängigen Titeltrack eröffnen die Schweden ihr neues Studiowerk „Mark Of The Necrogram“ auf höchstem schwarzmetallischem Niveau. Wie sich hier erneut die Melodien und fetzigen Riffs über die Blastbeat- und Doublebass-Salven ausbreiten, ist wie immer eine wahre Freude.

Man bekommt also, was man als treuer Fan erwartet. Und doch hält die Truppe zumindest ein paar kleinere Überraschungen bereit. So trumpft beispielsweise „Lamashtu“ mit an Nile erinnerndem, ägyptisch angehauchtem Riffing auf. Für erst später dazugestoßene Hörer dürfte allerdings der Gesang etwas gewöhnungsbedürftig sein. Obwohl technisch keinesfalls schlecht, verlieren Strokirks genreübliche Vocals im Direktvergleich gegen den Gesang Sidegårds, der seinen gutturalen Schreien stehts einen gewissen Anteil Klarstimme beimischte und dafür für eine gewisse subtile Melodik sorgte.

Besonders positiv fallen dagegen im Vergleich zum Vorgänger die herausragenden, melodischen, für Black Metal recht ungewöhnlichen Gitarrensoli auf. Niemals aufdringlich veredeln sie die Songs als musikalisch passend eingebettete Breaks und werten damit auch Songs wie „Requiem For A Dying Sun“ oder das in einem etwas zu langsamen Tempo aufgenommenen und damit leicht schleppenden „Pesta“ auf. Doch auch wenn nicht jeder Song gleichermaßen begeistert, hat die Platte mit beispielsweise „Crown Of Horns“, „Sacrosanct“ oder dem Death-lastigen „Odium Caecum“ erneut eine mehr als zufriedenstellende Hitdichte zu bieten.

Wie immer kann man nicht viel an NECROPHOBICs Musik aussetzen, haben sie doch ihr Erfolgskonzept seit Beginn nahezu kaum verändert. Doch das funktioniert nach wie vor so gut wie kaum etwas im Black-Metal-Sektor. Mit „Mark Of The Necrogram“ dürften die fünf Schweden sich einmal mehr in die Herzen ihrer Fans gespielt haben. Einzig der Wiedereinstieg von Strokirk hat einen zwar nicht sonderlich dramatischen aber doch zumindest merklichen Qualitätsverlust beim Gesang zur Folge. Angesichts der wie immer grandiosen Riffs und Melodien in den fetzigen, atmosphärisch dichten Songs ist dies aber problemlos verschmerzbar.

The post Necrophobic – Mark Of The Necrogram appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/necrophobic-mark-of-the-necrogram/feed/ 0
Twilight’s Embrace – Penance (EP) https://www.metal1.info/metal-reviews/twilights-embrace-penance-ep/ https://www.metal1.info/metal-reviews/twilights-embrace-penance-ep/#respond Mon, 19 Feb 2018 06:59:54 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112394 Nachdem Paradise Lost 2017 mit „Medusa“ erfolgreich ihre Death/Doom-Wurzeln wieder ausgegraben haben, meldet sich nun eine weitere britische Band dieser Musikgattung zu Wort. Mit erst einem vollwertigen Album gehören TWILIGHT’S EMBRACE noch zu den jüngeren Nacheiferern der Peaceville Three. Um jedoch zu beweisen, dass man trotz längerer Wartezeiten noch mehr von der Band erwarten darf, … Continue reading Twilight’s Embrace – Penance (EP) »

The post Twilight’s Embrace – Penance (EP) appeared first on Metal1.info.

]]>
Nachdem Paradise Lost 2017 mit „Medusa“ erfolgreich ihre Death/Doom-Wurzeln wieder ausgegraben haben, meldet sich nun eine weitere britische Band dieser Musikgattung zu Wort. Mit erst einem vollwertigen Album gehören TWILIGHT’S EMBRACE noch zu den jüngeren Nacheiferern der Peaceville Three. Um jedoch zu beweisen, dass man trotz längerer Wartezeiten noch mehr von der Band erwarten darf, veröffentlicht das Quintett zur Überbrückung bis zum zweiten Album die EP „Penance“. Die drei neuen Songs sowie ein Paradise-Lost-Cover sollen die Fans demnach solange bei der Stange halten. Aber hat das Minialbum darüber hinaus auch einen Wert als eigenständige Veröffentlichung?

Wie nicht anders zu erwarten, wird der Death/Doom auf „Penance“ nicht revolutioniert, sondern stilgerecht wiedergegeben. Gramvolle Growls, gelegentlich ein paar Screams, niederdrückende Gitarren, die von trostlosen Leadmelodien überlagert werden, sowie schleppendes Schlagzeugspiel – TWILIGHT’S EMBRACE beherrschen alles, was in ihrem Genre zur Grundausstattung gehört. Auch der hin und wieder eingestreute, triste Klargesang und die melancholischen, unverzerrten Gitarren geben keinen Anlass zur Kritik.

Die kräftige Produktion kann sich ebenfalls hören lassen und dass TWILIGHT’S EMBRACE mit „It’s Too Late“ einen Song von Paradise Losts umstrittenem Synth-Pop-Album „Host“ gecovert haben, um ihn metallisch aufzuarbeiten, mag für den einen oder anderen Hörer sogar einer Verbesserung gegenüber dem Original gleichkommen. Gerade diese bedingungslose Hingabe zu der von ihnen gewählten Stilrichtung ist jedoch der Grund, aus dem TWILIGHT’S EMBRACE wohl nie den Status der Vorreiter des Death/Doom erreichen werden.

Während nämlich ehemalige (Anathema) wie auch aktuelle (My Dying Bride) Vorzeigegruppen der Spielart immer wieder ihre Fühler nach neuen Ideen ausstrecken und damit die Spannung in ihrem Songwriting hoch halten, folgen TWILIGHT’S EMBRACE viel zu mustergültig dem bereits in den 90ern begründeten Schema. Die Songs auf „Penance“ sind allesamt grundsolide, aber eben auch nicht mehr. Kaum eine Passage bleibt auf Dauer hängen, obwohl die EP gerade mal eine knappe halbe Stunde lang läuft und daher eigentlich leicht zu verinnerlichen sein sollte.

Natürlich können viele Projekte aus dem Metal-Untergrund von einer einwandfreien Produktion und Performance, wie sie TWILIGHT’S EMBRACE hier abliefern, nur träumen. Allerdings fehlt es der dritten EP der Briten schlicht an kompositorischer Signifikanz, sodass es eigentlich keinen Grund gibt, aus dem man sie sich eher anhören sollte als die Veröffentlichungen bekannterer Death/Doom-Interpreten. Zwar kann man, sofern man eine Affinität zu schleppendem Todesmetall hat, mit „Penance“ nicht viel falsch machen, aber für Begeisterung wird das Kurzalbum wohl nur bei den Wenigsten sorgen. Sollten TWILIGHT’S EMBRACE in Zukunft mehr Mut zur Eigenständigkeit entwickeln, könnte dabei jedoch noch etwas mehr als nur Solides herauskommen.

The post Twilight’s Embrace – Penance (EP) appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/twilights-embrace-penance-ep/feed/ 0
Schwarzer Engel – Kult der Krähe https://www.metal1.info/metal-reviews/schwarzer-engel-kult-der-kraehe/ https://www.metal1.info/metal-reviews/schwarzer-engel-kult-der-kraehe/#respond Mon, 19 Feb 2018 06:58:18 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112135 So ungern man als leidenschaftlicher Musikhörer auch darauf aufmerksam gemacht wird, Musik ist nicht immer nur ein Ausdruck des Seelenlebens ihrer Schöpfer, sondern auch ein Geschäft. Selbst an sich authentische Interpreten wie Behemoth scheuen sich nicht davor, aus dem eigenen guten Namen Profit zu schlagen (Stichwort: Kaffee). Mag man dies noch als verzeihlich erachten, wird … Continue reading Schwarzer Engel – Kult der Krähe »

The post Schwarzer Engel – Kult der Krähe appeared first on Metal1.info.

]]>
So ungern man als leidenschaftlicher Musikhörer auch darauf aufmerksam gemacht wird, Musik ist nicht immer nur ein Ausdruck des Seelenlebens ihrer Schöpfer, sondern auch ein Geschäft. Selbst an sich authentische Interpreten wie Behemoth scheuen sich nicht davor, aus dem eigenen guten Namen Profit zu schlagen (Stichwort: Kaffee). Mag man dies noch als verzeihlich erachten, wird es jedoch richtig problematisch, wenn die Musik selbst von monetären Gesichtspunkten bestimmt wird. Diese Gedanken sind es, die sich beim Hören von „Kult der Krähe“, dem sechsten Album der deutschen Dark-Metaller SCHWARZER ENGEL, im Kopf breitmachen.

Seit Dave Jason SCHWARZER ENGEL 2007 als Soloprojekt ins Leben rief, hat seine musikalische Entität einen durchaus bemerkenswerten Bekanntheitsgrad in der Gothic-Szene erlangt. Hatte der Mix aus Symphonic und Gothic Metal sowie Neuer Deutscher Härte tatsächlich einen gewissen Reiz, so waren es vor allem die stumpfsinnigen Texte und das pseudo-düstere Image-Gehabe, die so manchen Kritiker auf den Plan riefen. Dass SCHWARZER ENGEL leider auch mit „Kult der Krähe“ auf ein leicht zu beeindruckendes Publikum abzielen, verrät bereits das Artwork, dessen künstlerischer Gehalt in etwa dem einer x-beliebigen Schlager-Platte entspricht.

Die böse Vorahnung, die pathetische Songtitel wie „Mein glühend Herz“ oder drittklassige Wortspiele wie „Sinnflut“ wecken, bewahrheitet sich nur allzu bald: Für das eröffnende „Krähen an die Macht“ haben sich SCHWARZER ENGEL etwa die folgenden „geistreichen“ Zeilen einfallen lassen: „Einheit ist Stärke; Stärke ist Kraft; die Besten der Besten; die Krähen an die Macht“. Etwas weniger desaströs als diese lyrischen Ergüsse ist die Instrumentalisierung – von herausragender Tonkunst kann hier jedoch beileibe nicht die Rede sein. Die merklich auf Eingängigkeit getrimmten Tracks laufen alle mehr oder weniger nach demselben Schema ab. In den Strophen tut sich abgesehen von Daves tiefem, bemüht düsteren Gesang und ein paar simplen Drum-Beats meist nicht viel, im Refrain setzen dann die rohen NDH-Gitarren ein.

Rhythmik und Melodik hat man so schon unzählige Male gehört, die Bridge von „Meerflucht“ weist kurz sogar eine geradezu verwerfliche Ähnlichkeit zum Refrain von Rammsteins „Tier“ auf. Wenn SCHWARZER ENGEL dann doch einmal ein wenig Raffinesse in ihr Gitarrenspiel bringen wollen, wird dieses tief im Mix unter der synthetischen Orchestrierung begraben („Meerflucht“). Diese beinhaltet immerhin ein paar elegante Piano-Arrangements, wohingegen die zum Teil durchaus dramatischen Streicher den Kitsch-Faktor oftmals zu sehr in die Höhe treiben.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass SCHWARZER ENGEL in „Viva La Musica“ großspurig verkünden, dass sie „Schwermetall“ spielen, man diesen unter all dem Symphonic-Bombast jedoch mit der Lupe suchen muss. Ob man es nun mit Metal zu tun hat oder nicht, sagt natürlich nichts über die Qualität der Musik aus. Das Problem ist in diesem Fall vielmehr, dass SCHWARZER ENGEL ihre innovations- und niveaulosen, von schmalzigem Keyboard-Kitsch durchtränkten Songs als solchen verkaufen wollen und damit ernstzunehmende Vertreter des Genres in gewisser Weise verhöhnen. Selbst wenn man die klischeebeladenen Texte außer Acht lässt, hat „Kult der Krähe“ kaum mehr zu bieten als ein paar vereinzelte hübsche Piano-Melodien.

The post Schwarzer Engel – Kult der Krähe appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/schwarzer-engel-kult-der-kraehe/feed/ 0
Legend Of The Seagullmen – Legend Of The Seagullmen https://www.metal1.info/metal-reviews/legend-of-the-seagullmen-legend-of-the-seagullmen/ https://www.metal1.info/metal-reviews/legend-of-the-seagullmen-legend-of-the-seagullmen/#respond Sat, 17 Feb 2018 07:00:43 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112299 Vor sieben Jahren begann die Geschichte des Projektes, dessen Debüt nun in den Läden steht. Gegründet als ein Performance-Kollektiv namens LEGEND OF THE SEAGULLMEN, welches unregelmäßig die amerikanischen Bühnen mit einem irrwitzigen Mix aus Theaterstück, Puppenspiel und Konzert beglückte, veröffentlicht dieses Projekt nun das gleichnamige Erstwerk. Das Besingen vieler Schiffsbrüche, eines gigantischen Tintenfischs und des … Continue reading Legend Of The Seagullmen – Legend Of The Seagullmen »

The post Legend Of The Seagullmen – Legend Of The Seagullmen appeared first on Metal1.info.

]]>
Vor sieben Jahren begann die Geschichte des Projektes, dessen Debüt nun in den Läden steht. Gegründet als ein Performance-Kollektiv namens LEGEND OF THE SEAGULLMEN, welches unregelmäßig die amerikanischen Bühnen mit einem irrwitzigen Mix aus Theaterstück, Puppenspiel und Konzert beglückte, veröffentlicht dieses Projekt nun das gleichnamige Erstwerk. Das Besingen vieler Schiffsbrüche, eines gigantischen Tintenfischs und des Möwen-Gottkönigs ist dabei aber noch nicht einmal das spektakulärste an LEGEND OF THE SEAGULLMEN.

Obgleich diese Vorgeschichte an sich schon irrwitzig genug ist, stellt das Line-Up die weitaus größere Überraschung dar: Tool-Schlagzeuger Danny Carey, Mastodon-Gitarrist Brent Hinds, Giraffe Tongue Orchestra-Bassist Pete Griffin, „Jonah Hex“- sowie „Horton hört ein Hu“-Direktor Jimmy Hayward an der Gitarre sowie Chris DiGiovanni (Synth), Tim Dawson (Gitarrist) und Sänger David Dreyer stecken hinter dieser Formation, die sich der „aquatic fantasy“ und des „cinematic psychedlic rock“ verschrieben hat.

Und tatsächlich handelt es sich dabei nicht um eine übertriebende Zuspitzung: LEGEND OF THE SEAGULLMEN lieben die tiefen Gewässer ebenso wie die deutsche Nautik-Instanz Ahab, allerdings ist Carey und Co.’s Interpretation der Meere wesentlich abwechslungsreicher und quirliger. Grundsätzlich verpackt in Vintage-Rock, spicken LEGEND OF THE SEAGULLMEN ihre Songs nämlich mit viel psychedelischen Synthi-Sounds, allerlei Gitarren-Soli und sogar orchestraler Untermauerung. Darüber fegt Dreyer mit seiner kräftigen, ausdrucksstarken Stimme, deren Dramaturgie ähnlich der eines Bjørnar Erevik Nilsen (Vulture Industries) von erzählerisch und warm hin zu kratzig und beklagend reicht.

Die facettenreichen Rock-Songs mit Ohrwurm-Charakter sowie der ebenso charakteristische Gesang lassen dieses Debüt von Track zu Track ähnlich wachsen wie den besungenen „giant squid“: LEGEND OF THE SEAGULLMEN zeigen bereits mit dem Opener, dass sich hinter der Formation kein Piraten-Klamauk ähnlich Alestorm verbirgt, sondern kreativ und stimmungsvoll umgesetzte Erzählungen von „the seagullmen„. Dabei gelingt es der Supergroup spielerisch, das Befinden dieser rauen Männer auf See bedrückend, pathetisch und abenteuerlustig abzubilden, sodass jeder der acht Tracks für sich stehend begeistert.

Glücklicherweise hat Hinds nach Mastodon’s „Leviathan“ nicht die Lust an der nautischen Thematik verloren, sondern im Gegenteil, diese mit LEGEND OF THE SEAGULLMEN in einem anderen Licht neu definiert. Großartig!

The post Legend Of The Seagullmen – Legend Of The Seagullmen appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/legend-of-the-seagullmen-legend-of-the-seagullmen/feed/ 0
Árstíðir – Hvel (Re-Release) https://www.metal1.info/metal-reviews/arstidir-hvel-re-release/ https://www.metal1.info/metal-reviews/arstidir-hvel-re-release/#respond Sat, 17 Feb 2018 06:59:13 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112412 Season Of Mist wird den meisten wohl in erster Linie als Extreme-Metal-Label bekannt sein, dessen Roster weder zu untergründig verschroben noch zu kommerziell ausgerichtet ist. Mit einer der Gründe dafür, dass die französische Plattenfirma so viel Hörenswertes in ihrem Repertoire hat, ist die große stilistische Bandbreite ihrer Schützlinge. Es verwundert also nicht, dass inzwischen auch … Continue reading Árstíðir – Hvel (Re-Release) »

The post Árstíðir – Hvel (Re-Release) appeared first on Metal1.info.

]]>
Season Of Mist wird den meisten wohl in erster Linie als Extreme-Metal-Label bekannt sein, dessen Roster weder zu untergründig verschroben noch zu kommerziell ausgerichtet ist. Mit einer der Gründe dafür, dass die französische Plattenfirma so viel Hörenswertes in ihrem Repertoire hat, ist die große stilistische Bandbreite ihrer Schützlinge. Es verwundert also nicht, dass inzwischen auch die Isländer ÁRSTÍÐIR bei Season Of Mist unter Vertrag stehen, obwohl ihre Musik mit Metal nicht das Geringste zu tun hat. Als „Einweihungsgeschenk“ gibt es nun erst mal einen Re-Release ihres 2015er Albums „Hvel“, das die damals noch als Quartett agierende Band mithilfe einiger Gastmusiker aufgenommen hat.

„Icelandic Independent“, wie ÁRSTÍÐIR ihre Musik nennen, setzt sich im Wesentlichen aus Folk, Singer-Songwriter-Musik sowie unterschwelligen Neoklassik- und Ambient-Elementen zusammen. Das mag auf dem Papier sogar relativ sperrig klingen, ist in der Umsetzung aber überaus leicht zugänglich. Nach dem doch recht bedrückenden, verschlossenen „Himinhvel“, das mit seinen sphärischen Klängen einen gewissen Intro-Charakter hat, hellt sich das Soundgefüge, das ÁRSTÍÐIR eine Dreiviertelstunde lang aufrecht erhalten, merklich auf.

Von da an dreht sich in den Songs alles um leicht melancholischen, aber keineswegs depressiven Gesang, unaufgeregt gezupfte Akustikgitarren und gefühlvolle Streicher, für die ÁRSTÍÐIR einige Gastmusiker zu Rate gezogen haben. Diese Basis erweitern die Isländer dann und wann um ein paar kleine Zusätze wie etwa elegantes Pianospiel, subtile Keyboards oder lässige, durchaus einfallsreiche Perkussion. An Instrumenten und spielerischem Können mangelt es ÁRSTÍÐIR also schon mal nicht. Der Grund, aus dem „Hvel“ dennoch nicht auf ganzer Linie überzeugt, ist die allzu biedere Art und Weise, mit der das Trio zu Werke geht.

Viel zu oft erinnert der kleinlaute Gesang an seichten Pop im Stil von Ed Sheeran und die Akustikgitarren werden derart sanft und unscheinbar gespielt, dass nahezu keine einzige der darauf gespielten Melodien ihren Weg ins Langzeitgedächtnis findet. Lediglich die facettenreichen Streicher entfalten das emotionale Potential, das auf „Hvel“ ansonsten ungenutzt schlummert. Im verträumt schwelgenden „Moonlight“ vertonen ÁRSTÍÐIR damit etwa das Gefühl kindlicher Nostalgie, während die Sehnsucht im instrumentalen „Ró“ durch die Geigen nahezu greifbar wird und in „Cannon“ sogar schwermütig-düstere Töne angeschlagen werden.

Das dritte Album der isländischen Senkrechtstarter hat ohne Zweifel seine schönen Seiten, die in manchen Momenten sogar wirklich das Herz berühren. Dass sich dieses Lob jedoch hauptsächlich auf die Beiträge der Gastmusiker bezieht, stellt die Frage in den Raum, ob ÁRSTÍÐIR auch auf sich gestellt ein packendes Album auf die Beine stellen könnten. Ob man die zukünftigen Werke der Band mit Vorfreude erwarten darf, hängt also davon ab, ob ÁRSTÍÐIR ihre eigene Performance auf Vordermann bringen oder zumindest weiterhin mit Sessionmusikern zusammenarbeiten. Die Zeit wird es zeigen.

The post Árstíðir – Hvel (Re-Release) appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/arstidir-hvel-re-release/feed/ 0
Verheerer – Maltrér https://www.metal1.info/metal-reviews/verheerer-maltrer/ https://www.metal1.info/metal-reviews/verheerer-maltrer/#comments Sat, 17 Feb 2018 06:58:38 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=111379 In dem schier uferlosen Meer an musikalischen Veröffentlichungen – allein schon im Black-Metal-Sektor – kann es leicht passieren, dass einem das eine oder andere Kleinod unbemerkt wie ein Sandkorn durch die Finger gleitet. Dies könnte man auch auf VERHEERER beziehen, die zehn Jahre nach ihrer Gründung mit „Maltrér“ heimlich, still und leise ihr Debüt herausbringen. … Continue reading Verheerer – Maltrér »

The post Verheerer – Maltrér appeared first on Metal1.info.

]]>
In dem schier uferlosen Meer an musikalischen Veröffentlichungen – allein schon im Black-Metal-Sektor – kann es leicht passieren, dass einem das eine oder andere Kleinod unbemerkt wie ein Sandkorn durch die Finger gleitet. Dies könnte man auch auf VERHEERER beziehen, die zehn Jahre nach ihrer Gründung mit „Maltrér“ heimlich, still und leise ihr Debüt herausbringen. Dabei handelt es sich um ein knapp 50 Minuten langes Schwarzmetall-Manifest, das so vielseitig wie in sich stimmig ist – leider aber auch nicht ganz ohne Makel. Dennoch sollte man die Musik des deutschen Duos nicht schon an dieser Stelle abschreiben.

Wer trotz aller Hinweise, die etwa der martialische Bandname oder das mysteriöse Artwork liefern, noch nicht abschätzen kann, mit welcher Inkarnation des schwarzen Genres man es bei VERHEERER zu tun hat, sollte bereits im Zuge des Intros erleuchtet werden. „Oratio“ leitet das Album mit trübsinnigen Clean-Gitarren und sakralen Chören ein und verbannt damit vorab jede etwaige Assoziation mit der Vorsilbe „Post“. Fürwahr, VERHEERER spielen Black Metal wie aus den „guten, alten Tagen“ mit allem, was dazugehört. Mächtiges Tremolo-Picking, rohes Schlagzeugspiel mit einer gehörigen (aber auch nicht übersättigenden) Portion Double-Bass und Blasting und natürlich teuflischer Schreigesang bilden das Fundament, auf dem „Maltrér“ aufgebaut ist.

Obwohl die Black-Metaller jedem dieser Stilmittel allerlei verschiedene Facetten entlocken – insbesondere den mal garstig keifenden, dann wiederum beschwörend rufenden Vocals – wäre diese doch ziemlich gewöhnliche Konstellation wohl nicht genug, um VERHEERER von der grauen Masse abzuheben. Wirklich interessant werden die spannend arrangierten Tracks vor allem, wenn die Deutschen ihre blasphemischen Texte mit Kirchenmusik-Elementen wie Chorgesang oder Orgel kontrastieren. Im Titeltrack erinnert dieser Gegensatz in Verbindung mit den trockenen, unverzerrten Gitarren sogar etwas an Batushka.

Aber auch das rockige „Anima Sola“, das zum Ende hin völlig dissonante „Kultyst“ und die Abschlussnummer „Heimgang“, die mit einem Sample des Serienkillers John Doe aus dem Film „Sieben“ stimmig beginnt, legen Zeugnis über die sprudelnde Kreativität der zweiköpfigen Truppe ab. Der einzige Grund, aus dem „Maltrér“ letztlich nicht zu einem Underground-Meisterwerk avanciert, ist die allzu eklatante Schlampigkeit, mit der VERHEERER ihr Debüt eingespielt haben. Besonders im Titeltrack hört man so manch geradezu unverzeihlichen Schnitzer heraus.

Dass nicht jeder einzelne der Einfälle, die VERHEERER auf ihrem Erstlingswerk in die Tat umsetzen, voll und ganz aufgeht, ist wirklich kaum der Rede wert. Sowohl der aufregende, konsistente Aufbau der Songs als auch die wunderbar organische Produktion sind definitiv Merkmale, die das deutsche Duo vielen seiner Kollegen voraus hat. „Maltrér“ scheitert in letzter Konsequenz praktisch nur an der spieltechnischen Umsetzung. Die Hoffnung auf ausgefeiltere zukünftige Veröffentlichungen macht VERHEERER jedoch zu einem Geheimtipp mit großem Potential, den man nicht aus den Augen verlieren sollte.

The post Verheerer – Maltrér appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/verheerer-maltrer/feed/ 1
In Vain – Currents https://www.metal1.info/metal-reviews/in-vain-currents/ https://www.metal1.info/metal-reviews/in-vain-currents/#respond Sat, 17 Feb 2018 06:57:51 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112319 IN VAIN, deren Musiker seit 2012 die Live-Band für das Zwei-Mann-Avantgarde-Projekt Solefald bilden, veröffentlichten vor fünf Jahren mit „Ænigma“ ein progressives Melodic-Death-Metal Album, das bis heute viel für seinen unvergleichbaren Stil sowie seine musikalischen Qualitäten gelobt wird. Hatten die Norweger ursprünglich wesentlich düsterer und brachialer angefangen, war jenes Werk merklich melodischer, progressiver, aber auch mutiger: … Continue reading In Vain – Currents »

The post In Vain – Currents appeared first on Metal1.info.

]]>
IN VAIN, deren Musiker seit 2012 die Live-Band für das Zwei-Mann-Avantgarde-Projekt Solefald bilden, veröffentlichten vor fünf Jahren mit „Ænigma“ ein progressives Melodic-Death-Metal Album, das bis heute viel für seinen unvergleichbaren Stil sowie seine musikalischen Qualitäten gelobt wird. Hatten die Norweger ursprünglich wesentlich düsterer und brachialer angefangen, war jenes Werk merklich melodischer, progressiver, aber auch mutiger: Statt den modernen Trends im Melodeath zu folgen, entwickelte die Truppe ihre ganz eigene Version des Genres und setzten dabei viel auf mehrstimmigen Clean-Gesang. Mit „Currents“ ist nun fünf Jahre später der Nachfolger erschienen.

Jenen Trend, der sich mit „Ænigma“ bereits abzeichnete, setzt die Combo auf ihrem vierten Album entschlossen fort. Die anfänglichen Black-Metal-Elemente sind inzwischen gänzlich gewichen und damit auch jeglicher düsterere Klang, der auf dem Vorgänger immerhin stellenweise noch durchschimmerte. Wie auch auf „Ænigma“ haben IN VAIN für „Currents“ erneut zahlreiche Session- und Gastmusiker verpflichtet – darunter erneut Leprous-Schlagzeugvirtuose Baard Kolstad. Von Streichern über Hammond- und Kirchenorgel („Blood We Shed“, „En Forgangen Tid“) bis hin zum erneut im Abschlusstrack „Standing On The Grounds Of Mammoths“ eingesetzten Saxophon vermengen die exzellenten Musiker ihren Metal mit allerlei ungewöhnlichen Ideen, die aber meist so homogen wirken, als hätten sie schon immer zum Genre als Standardausstattung dazugehört.

Wer allerdings auch ein paar schnelle Death-Kracher erwartet, könnte hierbei enttäuscht werden. Mehr als je zuvor halten sich IN VAIN im mittleren und langsamen Tempo auf und setzen auf ihren Prog-Einfluss. Flottere, brutalere Ausbrüche gibt es höchstens vereinzelt noch. Stattdessen dominieren hier die wundervollen, charakteristischen mehrstimmigen Gesangspassagen, die der Platte eher eine warme, sanfte Atmosphäre verleihen. Für „Soul Adventurer“ konnte zusätzlich Trivium-Fronter Matt Heafy gewonnen werden, der sich schon zuvor als Fan der Band outete und dem Song seinen Klargesang beisteuert.

Besonders gut funktioniert die Stilmischung aus Melodic Death Metal und Progressive Metal beim Opener und Instant-Ohrwurm „Seekers Of The Truth“ sowie dem vergleichsweise harten „As The Black Horde Storms“. Eher seltsam wirkt sie dagegen bei „Blood We Shed“, wenn zunächst mit einem klassischen Old-School-Death-Metal-Riff begonnen wird, um dann im Mittelteil zu einer unbeschwert, fröhlich klingenden Passage zu wechseln. „Origin“ dagegen beginnt vielversprechend mit einem groovenden Bass-Riff, verliert sich dann aber in arg kitschigen Gesangs- und Gitarrenmelodien. Obwohl die anderen Songs besser funktionieren, kommt nie wirklich die gleiche Begeisterung auf, die „Ænigma“ hervorzurufen vermochte. „Currents“ mangelt es bei all dem musikalischen Ausschweifen generell zu oft an Hightlight-Momenten. Warum zudem der Sound dünner und kraftloser als noch beim Vorgänger aus den Boxen schallt – was man wunderbar im Direktvergleich an „En Forgangen Tid (Times of Yore Pt. II)“ feststellen kann, das mit dem Outroriff des entprechenden „Ænigma“-Songs beginnt – bleibt auch unklar.

Erneut haben IN VAIN bewiesen, dass sie neben Persefone und Be‘lakor aktuell zu den spannendsten (Progressive-)Melodeath-Formationen gezählt werden müssen. Und dennoch: Nach dem grandiosen Vorgänger muss „Currents“ leider als kleine Enttäuschung gewertet werden. Zwar zeigen sich die Musiker erneut gerade spielerisch wieder auf höchstem Niveau und schaffen es in tollen Songs, ihren unverwechselbaren Sound weiter auszubauen, darüber hinaus verliert ihr viertes Album aber im Direktvergleich, was vor allem den spärlich gesäten, herausragenden Momenten geschuldet ist. Eine Kaufempfehlung kann man dank einiger wirklich schöner und spannender Songs dennoch bedenkenlos aussprechen.

The post In Vain – Currents appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/in-vain-currents/feed/ 0
Und sonst so … Dezember 2017 & Januar 2018 https://www.metal1.info/metal-reviews/und-sonst-so-dezeber-2017-januar-2018/ https://www.metal1.info/metal-reviews/und-sonst-so-dezeber-2017-januar-2018/#respond Fri, 16 Feb 2018 17:50:00 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112103 Metal ist eines der der lebendigsten Genres, die es gibt. In der Folge ist es bei der mittlerweile enormen Zahl an Veröffentlichungen schier unmöglich geworden, sämtliche Alben in ausführlichen Reviews vorzustellen. In unserer Rubrik „Und sonst so …“ kommen deswegen in Form von Kurz-Kritiken ein paar der Alben zur Sprache, die trotz Zeitmangel und Überangebot … Continue reading Und sonst so … Dezember 2017 & Januar 2018 »

The post Und sonst so … Dezember 2017 & Januar 2018 appeared first on Metal1.info.

]]>
Metal ist eines der der lebendigsten Genres, die es gibt. In der Folge ist es bei der mittlerweile enormen Zahl an Veröffentlichungen schier unmöglich geworden, sämtliche Alben in ausführlichen Reviews vorzustellen. In unserer Rubrik „Und sonst so …“ kommen deswegen in Form von Kurz-Kritiken ein paar der Alben zur Sprache, die trotz Zeitmangel und Überangebot nicht unter den Teppich fallen sollten.

The post Und sonst so … Dezember 2017 & Januar 2018 appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/und-sonst-so-dezeber-2017-januar-2018/feed/ 0
Long Distance Calling – Boundless https://www.metal1.info/metal-reviews/long-distance-calling-boundless/ https://www.metal1.info/metal-reviews/long-distance-calling-boundless/#respond Fri, 16 Feb 2018 06:59:18 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=112512 Der Gesangsausflug mit dem norwegischen Sänger Petter Carlsen (Pil & Bue) im Rahmen des letzten Longplayers „Trips“ zeigte eine progressivere Seite der Instrumental-Rocker LONG DISTANCE CALLING, konnte aber dennoch qualitativ deutlich punkten. Ihr sechstes Studioalbum „Boundless“, das dieses Mal auch komplett ohne Gastsänger auskommt, widmet sich nun wieder den Wurzeln der Deutschen. Damit rückt die Band … Continue reading Long Distance Calling – Boundless »

The post Long Distance Calling – Boundless appeared first on Metal1.info.

]]>
Der Gesangsausflug mit dem norwegischen Sänger Petter Carlsen (Pil & Bue) im Rahmen des letzten Longplayers „Trips“ zeigte eine progressivere Seite der Instrumental-Rocker LONG DISTANCE CALLING, konnte aber dennoch qualitativ deutlich punkten. Ihr sechstes Studioalbum „Boundless“, das dieses Mal auch komplett ohne Gastsänger auskommt, widmet sich nun wieder den Wurzeln der Deutschen. Damit rückt die Band wieder näher an den Post-Rock heran, in dessen Spektrum sich die Musiker seit ihrem selbstbetitelten Album nicht mehr sehen.

„Out There“, das zweitlängste der acht neuen Stücke, kommt auf knapp neun Minuten Laufzeit und dient als Opener des Albums. Neben wuchtigen Riffs und dem knackigen Drumming, bestehen auch die filigranen Gitarrenparts und elektronischen Effekte in dem abwechslungsreichen Song. In den kürzeren Titeln sind dann aber doch die brachialeren Parts federführend, wie es beispielsweise „Ascending“ und „The Far Side“ eindrucksvoll beweisen. Es geht aber auch anders, wie das in sich ruhende „Like A River“ mit Gastmusikern an Cello und Trompete unter Beweis stellt, das als Hommage an Komponist Ennio Morricone zu verstehen ist. Dessen orchestraler Klang und Italo-Western-Charme wurden hier sehr gut eingefangen.

Eine der Bedeutungen des Albumtitels „Boundless“ ist laut Bassist Jan Hoffmann, dass er als Symbol für das Reisen steht, da für viele Fans der Band die Musik eine Art Reisen im Kopf sei. Dieser Faktor ist allgegenwärtig in der Musik von LONG DISTANCE CALLING. Dies steht auch im direkten Zusammenhang mit dem Artwork, dass die Band beim Wandern in den Dolomiten zeigt und die Reihenfolge der acht Songs, die für den Weg vom Grund bis zum Gipfel stehe. Vor allem „In The Clouds“ und das abschließende „Skydivers“ sind diesem Zweck mehr als nur dienlich. Gerade der Jam-Charakter, der auf „Nighthawk“ so unwiderstehlich funktionierte, wurde hier sehr gut eingefangen und mit einiger Kreativität angereichert.

LONG DISTANCE CALLING wollten zurück zu den Wurzeln und wieder freier musizieren – das ist ihnen mit „Boundless“ vollauf gelungen. So laden die Musiker nicht nur zu einer gedanklichen Reise einer mal mehr, mal weniger beschwerlichen Bergwanderung ein, sondern haben mit dem Schrauben am Härtegrad und einigen innovativen Ideen ihren typischen Sound auf ein neues Level gehoben. Diese Fülle an verschiedensten Details und Klängen macht das Album überaus spannend. „Boundless“ ist ohne Zweifel ein spannendes Instrumental-Rockalbum geworden, aber wohl auch das bisher stärkste und in sich stimmigste der Bandgeschichte.

The post Long Distance Calling – Boundless appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/long-distance-calling-boundless/feed/ 0
Feed The Rhino – The Silence https://www.metal1.info/metal-reviews/feed-the-rhino-the-silence/ https://www.metal1.info/metal-reviews/feed-the-rhino-the-silence/#respond Fri, 16 Feb 2018 06:58:36 +0000 https://www.metal1.info/?post_type=reviews&p=111224 Dass England ein wahres Wunderland in Sachen Core ist, dürfte inzwischen allseits bekannt sein. Man denke nur an Bands wie Architects, Asking Alexandria oder While She Sleeps. Auch FEED THE RHINO stammen aus England, genauer gesagt aus Kent. Die Band veröffentlicht nun ihr viertes Album seit ihrer Gründung im Jahre 2008. Und wie die schon … Continue reading Feed The Rhino – The Silence »

The post Feed The Rhino – The Silence appeared first on Metal1.info.

]]>
Dass England ein wahres Wunderland in Sachen Core ist, dürfte inzwischen allseits bekannt sein. Man denke nur an Bands wie Architects, Asking Alexandria oder While She Sleeps. Auch FEED THE RHINO stammen aus England, genauer gesagt aus Kent. Die Band veröffentlicht nun ihr viertes Album seit ihrer Gründung im Jahre 2008. Und wie die schon die Vorgänger, ist auch „The Silence“ ein nur schwer fassbares Album.

Der Grund dafür wird schon während des ersten Hördurchgangs klar: FEED THE RHINO mischen hier Hardcore, Post-Rock, Djent und Metalcore wild durcheinander. Das muss jetzt prinzipiell nichts Schlechtes sein, leben doch viele Bands genau von diesem speziellen Stilmix. Um wieder auf das Thema England zurückzukommen, seien hier nur Architects als Beispiel genannt. Bei FEED THE RHINO jedoch dauert es deutlich länger, bis man einen Zugang zu ihrer Musik findet.

Das liegt gar nicht mal so sehr an der Qualität der Songs, sondern eher daran, dass diese oftmals sehr zerstückelt wirken: „Heedless“ zum Beispiel startet mit einem für einen Hardcore-Song recht typischen Riff, das sofort Lust auf einen Mosh-Pit macht. Dann bricht aber plötzlich ein hochmelodischer Refrain mit Clean-Gesang durch und verpasst der Stimmung erstmal einen Dämpfer. Dieses Stilmittel wird bei fast allen Songs von „The Silence“ angewendet. Eigentlich ist man das inzwischen ja gewohnt, ist doch die Verbindung von harten Strophen und weichem Refrain das gängige Schema eines Metalcore-Songs –  und doch ist es im Falle von FEED THE RHINO oftmals unpassend. Denn gerade bei Songs, in denen nur einer der beiden Stile verwendet wird, zeigt sich die große Klasse der Band.

Man höre nur das brachiale „Nerve Of A Sinister Killer“, hier haben die Riffs Gelegenheit sich zu entfalten und Sänger Lee Tobin kann zeigen, was er stimmlich draufhat. Seine Growls entsprechen nicht dem gängigen Schema des Vokalisten einer Hardcore-Band, dafür ist seine Stimme zu kratzig und dünn. Aber hier sind wir wieder bei dem Punkt, dass FEED THE RHINO das auch gar nicht sein wollen, eine typische Hardcore-Band. Ansonsten würden sie auch nicht Songs wie „Losing Ground“ schreiben. Dieser weist nämlich besonders viele Post-Rock-Anteile auf und wird dadurch zu einer wirklichen Hymne. Auch der Refrain von „Fences“ schlägt in diese Kerbe und überzeugt durch eine mitreißende Melodie und eine tolle Gesangsleistung von Lee Tobin. In diesem Falle stören eher die harten Strophen als der melodische Refrain. Womit wir wieder bei der Achillesferse des Albums wären.

„The Silence“ ist also keine einfache Platte, das wird sie auch nach mehrmaligen Hören nicht. Es wäre aber nun falsch zu sagen, die Songs wären kopflos oder übertrieben kompliziert. FEED THE RHINO spielen einfach ihre ganz eigene Art von Musik. Zu verkopft für den Hardcore aber auch zu brachial für den Post-Rock. Und genau das macht FEED THE RHINO spannend. Fans von genreübergreifender Musik sollten hier also auf jeden Fall reinhören.

The post Feed The Rhino – The Silence appeared first on Metal1.info.

]]>
https://www.metal1.info/metal-reviews/feed-the-rhino-the-silence/feed/ 0