Review Full House Brew Crew – Glasgow Grin

FULL HOUSE BREW CREW – hat endlich jemand den Bier-Metal erfunden? Nein. Die Band aus Griechenland hat sich vor allem dem Groove Metal und Metalcore verschrieben. „Glasgow Grin“ nimmt als Nachfolger von „Rise Of The Underdogs“ die vierte Full-Length-Position in der Diskografie der Truppe ein. Vorweg sei gesagt: FULL HOUSE BREW CREW bieten auf ihrem neuen Album genau das, was sie versprechen.

Mit dem Titeltrack als Opener startet die Platte im wahrsten Sinne des Wortes wuchtig. Heftige Rhythmusgitarren und schleppende Drums setzen den Rahmen, in dem sich Sänger Vagelis Karzis stimmlich irgendwo zwischen FIVE FINGER DEATH PUNCH und THY ART IS MURDER austobt. Gleich zu Beginn kommt jedoch etwas Skepsis auf, denn man fragt sich: „Das war der Opener?“ Für Violent Dancing und Moshpit mag diese Nummer funktionieren, aber auf Albumlänge spart sich die Band schon hier den Wiedererkennungswert – schlicht, weil es an griffigen Hooks fehlt.

Das folgende „No Gods, No Chains“ versucht, den schwachen Start zu glätten, was durch den Einsatz (relativ) verspielter Riffs auch gelingt. Die Drums bleiben satt groovend, Karzis spielt Evan Moody versus Tyler Miller und na ja … im Grunde ist das auch schon alles. Erst in „The Other Side“ auf vierter Position kommt in der musikalischen Braustube etwas Drive auf. Die Drums preschen dynamisch voran und auch in Sachen Gitarrenarbeit tut sich etwas. Auf genretypischem Riffing findet sich bei diesem Song sogar ein schönes Solo.

„Free Fall“ wird indes ohne Zweifel Punkte auf jeder Versammlung Pitsüchtiger einsacken, während „Rain“ erstmals Klargesang ins Spiel bringt – und damit etwas, das man sich auf „Glasgow Grin“ häufiger gewünscht hätte. Für die treffsicher eintönigen Songs wäre das sicher von Vorteil gewesen. Und um an dieser Stelle mal etwas festzuhalten: Gerade das folgende „Rain“ zeigt die Band in Hochform. Toppen kann das nur noch „Distant Star“. Der starke Klargesang setzt exakt die Akzente, die der ansonsten sehr generische Sound von FULL HOUSE BREW CREW dringend braucht. Tightes Drumming, dicke Riffs, ein schmissiges Gitarrensolo – man ist geneigt zu schreien: „Na, geht doch!“

Leider bleibt der ferne Stern über der griechischen Hopfenanstalt der einzige wirklich herausstechende Moment. Zwar hat auch das anschließende „Crawling“ über den vorwärtsdrängenden Rhythmen seine Momente, aber schlussendlich bleibt so kurz vor dem Ende von „Glasgow Grin“ nur ein Schluss: Das neue Album von FULL HOUSE BREW CREW krankt derart am stoischen Reproduzieren seiner Genrekonventionen, dass hier wirklich nur absolute Genrefans ihre Freude haben werden.

FULL HOUSE BREW CREW stellen mit „Glasgow Grin“ ein solides Album zwischen Groove Metal und Metalcore vor, das mit seinen brachialen Rhythmen und dezenten Melodien genau diesen Standard bedient. Fakt ist aber auch: So, wie die Griechen derzeit ihr musikalisches Terrain abstecken, werden sie es mit ihrem Neuling wohl nicht zur „nächsten großen Nummer“ schaffen. Denn bei all seiner Härte und durchweg solider Umsetzung könnte man annehmen, FULL HOUSE BREW CREW gingen davon aus, das Ende der Fahnenstange sei bereits erreicht. Im Zusammenhang mit „Glasgow Grin“ wären solche Annahmen jedoch sehr schade – zumindest, wenn die Formation an Bands wie DEVILDRIVER oder LAMB OF GOD heranzureichen gedenkt.

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Wertung: 6.5 / 10

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