GLUECIFER standen von der Mitte der 90er bis 2005 an der vordersten Front des skandinavischen Rock ’n’ Roll und formten zusammen mit ihren schwedischen Kollegen THE HELLACOPTERS eine musikalische Strömung, die bis heute besteht. Schon 2017 durften sich ihre Fans nach über einem Jahrzehnt über die Reunion der Band aus Oslo freuen, allerdings stand ein neues GLUECIFER-Album damals noch in den Sternen. Das hat sich nun geändert, denn mit „Same Drug, New High“ steht das erste volle Album der Norweger seit 22 Jahren kurz vor seiner Veröffentlichung.
Trotz längerer Abwesenheit haben GLUECIFER offenbar nichts verlernt, denn schon der Opener „The Idiot“ bietet typisch skandinavischen Straßenrock mit enorm hohem Energielevel. Wie mitreißend das sein kann, zeigt sich bereits im folgenden „Armadas“, denn in der packenden Rockhymne verbindet die Band gekonnt punkige Rotzigkeit mit dichter Atmosphäre. Wie im Interview von ihrem Frontmann angesprochen, haben GLUECIFER auch keine Scheu, ihre Wurzeln zu offenbaren, und so triefen coole Songs wie „The Score“ und „Made In The Morning“ von authentischer 70er-Attitüde.
Auch dass GLUECIFER einst Teil einer größeren musikalischen Bewegung waren bzw. immer noch sind, ist auf „Same Drug, New High“ kaum zu überhören. „I’m Ready“ etwa klingt in den ersten Tönen nicht nur stark nach AC/DC, sondern rückt die Norweger auch in die Nähe von THE HELLACOPTERS – ganz ähnlich verhält es sich auch mit Nummern wie „Pharmacity“ und „1996“. Damit reproduzieren GLUECIFER auf ihrer neuen Platte exakt den Sound, den sie einst selbst maßgeblich mitgeprägt haben, und etwas Besseres kann man wohl kaum über ein Comeback-Album sagen.
Die Produktion von „Same Drug, New High“ hält ebenfalls, was die Band im Vorfeld versprochen hat. GLUECIFER zielten im Studio nach eigener Aussage auf ein möglichst organisches, minimalistisches Klangbild, das den Druck einer Rockband ohne viel studiotechnischen Hochglanz-Firlefanz wiedergibt. Und genau das ist es, womit man es auf dieser Platte zu tun hat. Die Songs punkten allesamt mit erdigem, analogem Sound, der doch zu keiner Zeit nach Garage klingt und bestens zur rotzigen Attitüde der Musik passt.
GLUECIFER sind wieder da – daran lässt „Same Drug, New High“ keinen Zweifel. Die acht Jahre seit ihrer Reunion haben offenbar ausgereicht, um den Motor wieder in Gang zu bringen, denn ihr Comeback-Album strotzt vor überschäumender Spielfreude und jugendlicher Energie. Besser hätten sich GLUECIFER bei ihrer Rückkehr nicht präsentieren können, denn trotz Pause und Besetzungswechsel ist „Same Drug, New High“ an Glaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Wenn die Truppe für ihre anstehende Tour jetzt noch die HELLACOPTERS mit an Bord nimmt, ist die Welt 2026 ein kleines bisschen mehr in Ordnung.
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Wertung: 8.5 / 10


