CD-Review: Gorgoroth - Ad Majorem Sathanas Gloriam

Besetzung

Gaahl - Gesang
Infernus - Gitarre
King - Bass
Frost - Schlagzeug

Tracklist

01. Wound Upon Wound
02. Carving A Giant
03. God Seed (Twilight Of The Idols)
04. Sign Of An Open Eye
05. White Seed
06. Exit
07. Untamed Forces
08. Prosperity And Beauty


Laut Info erwartet den Hörer kompromissloser Black Metal und vor allem eine neue musikalische Ära. GORGOROTH läuten mit ihrem siebten Album insgesamt und dem ersten bei Regain Records nun das dritte Zeitalter an. Nachdem man die ersten drei Alben getrost als überragende Werke werten darf und die drei darauffolgenden Alben teils nicht mehr als Mittelmaß boten, konnte man also gespannt sein.

Und ja, die Norweger haben sich auf den ersten Blick wieder mal verändert. Gaahl klingt nicht so brutal wie auf „Twilight Of The Idols“ aber noch immer bösartig. Der Sound wirkt oberflächlich harmloser, doch der Schein trügt, je tiefer man vordringt. Frost wurde an das Schlagzeug beordert, er erledigt seine Aufgabe hier wirklich gut, man merkt dem Schlagzeugspiel deutlich die Routine und Erfahrung an. Die Melodien und Riffarrangements bewegen sich größtenteils auf dem Niveau des Vorgängers, hier wurde kaum etwas abgeändert. Allgemein ist die Musik geradlinig, jedoch auch uninspiriert. „Ad Majorem Sathanas Gloriam“ hinterlässt kaum etwas, an das man sich später noch zu erinnern vermag. Es klingt fast wie die Lieder, welche nicht mehr auf „Twilight Of The Idols“ gepasst haben, obwohl beide Alben zusammen noch nicht übertrieben lang sind. Wobei vorliegende Scheibe dann wohl eher B-Qualitäten – in Relation gesetzt – aufweist. Natürlich sind wieder diverse Songstrukturen vorhanden, die nach mehr davon geradezu flehen, aber jenes wird nicht erhört, man greift wohl wieder zu Lord Einheitssumpf zurück. Lady Individualität wird da ungern berücksichtigt. Im Lied „Exit“ wird sogar ganz ungeniert am Schluss (das Echo des Gesanges) auf den Vorgänger zurückgegriffen, diese Stelle würde sich perfekt in „Twilight Of The Idols“ eingliedern. Soviel also erstmal zur neuen Ära.
Nun gut, es gibt ja aber nicht nur Schlechtes, ein paar gute Sachen muss man ja auch mal hervorheben. „Sign Of An Open Eye“ beispielsweise weiß den Hörer durch eine mystische, beklemmende Melodie zu überzeugen, die einen in ihren Bann zieht. Man darf diesen Track auch den stärkeren Titeln der Scheibe zurechnen, da es sich von den anderen Stücken abhebt und prägnante Merkmale wie zum Beispiel diese Melodie aufweist. Gaahl spricht zunächst einige Worte, die Szenerie verstummt für wenige Momente, dann setzt die musikalische Beklemmung abermals ein. Im weiteren Verlauf zeigt sich keine große Leistung, die GORGOROTH vollbracht haben, ohne die schon angesprochene Melodie wäre auch „Sign Of An Open Eye“ absolut belanglos und uninteressant. Von solchen guten Ansätzen gibt es einige, „Wound Upon Wound“ beginnt sehr dynamisch, mitreissend, der harsche Gesang von Gaahl wirkt sich zunächst auch eher positiv aus. Ebenso ist das Riffing von „Prosperity And Beauty“ reizend, generell eines der stärkeren Stücke auf „Ad Majorem Sathanas Gloriam“. Doch jede brauchbare, mitunter wirklich gute Idee wird egalisiert durch nachfolgende Mittelmäßigkeit. Der Anfang von „White Seed“ liegt sogar darunter.

Tja, stände nicht GORGOROTH drauf, niemanden würde dieses Album vom Hocker reissen und wohl ernsthaft begeistern. Allerdings liefern die Norweger um Infernus seit einiger Zeit keine bravouröse Kost mehr, dieses Ergebnis überrascht folglich kaum. Wenn das die neue Ära sein soll, die der vorherigen schwer ähnelt, dann sollte man auch in nächster Zeit nicht mit der Band rechnen. Besser ist das.

Bewertung: 5.5 / 10

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