CD-Review: Grafjammer - Schalm & Schabauw

Besetzung

Jorre - Gesang
Jerroen - Gitarre
Jouter - Gitarre
Jelle - Bass
Jahwe - Schlagzeug

Tracklist

01. Het Rottende Schompes
02. Drijvende Doodskist
03. De Dode Molen van Buiten Catharijne
04. Duistering
05. Gallemiezen
06. Haatgemaal
07. Hijs Het Lijk
08. Nagels over het Krijtbord van de Ziel
09. Nedernekro
10. Uitgedraaide Poten Van Vertrouwen
11. Moord & Doodslag & Jenever


Einen Teil seiner Wurzeln hat der Black Metal im Punk. Diese Tatsache wird in Zeiten von immer komplexeren und ausufernderen Songs und Alben dieses Genres oft vergessen. GRAFJAMMER aus den Niederlanden rufen einem diesen Fakt auf ihrem Zweitwerk „Schalm & Schabauw“ aber schnell wieder ins Gedächtnis. Die Band stammt aus Utrecht und wurde bereits 2007 gegründet. 2012 erschien das erste Demo und 2015 das Debütalbum. Seit 2012 tritt die Band auch live auf und veröffentlicht nun das zweite Album.

Und das hat es in sich. GRAFJAMMER scheren sich einen Dreck um Ambient, Post-Elemente oder gar ein spirituelles Grundkonzept. Der Sound auf „Schalm & Schabauw“ ist eine Mischung aus Black ’n‘ Roll, Punk und Crust. Die Songs bewegen sich meist im Drei-Minuten-Bereich und sind vom Aufbau her nahezu identisch. Man könnte der Band also vorwerfen, zu eintönig und gleichförmig zu klingen, aber stört das einen Fan dieser Art von Musik wirklich?

Bei Songs wie „De Dode Molen Van Buiten Catharijne“ oder „Gallemiezen“ kommen schnell Erinnerungen an Darkthrone oder Carpathian Forest hoch. GRAFJAMMER spielen herrlich primitiven, räudigen und rohen Black ’n‘ Roll, der einfach nur Spaß macht. Klar wird das Genre damit nicht neu erfunden und das hat man alles schonmal gehört, aber dennoch kriegt man das Grinsen bei Hören von „Schalm & Schabauw“ nicht mehr aus dem Gesicht.

Die Stimme von Sänger Jorre klingt unglaublich rotzig und kaputt, Jahwe trommelt einen extrem groovigen Stil und die Saitenfraktion entlockt ihren Äxten primitive, aber dennoch wirkungsvolle Akkorde. Nimmt man dann noch verstörende Sounds der Marke piepender Herzmonitor („Drijvende Doodskist“) oder verzweifeltes Gekreische („Gallemiezen“) hinzu, befindet man sich im herrlich irren Klangkosmos von GRAFJAMMER.

Bei allem Wahnsinn ist die Band dennoch bemüht die Songs spannend zu halten. Es kommt immer wieder zu Wechseln zwischen groovenden und rasenden Parts. Dabei macht besonders Schlagzeuger Jahwe eine gute Figur. Gekonnt wechselt er zwischen Moshparts und treibenden Rhythmen, großes Kino! Auch die Produktion passt sehr gut zum Sound von GRAFJAMMER. Die Stücke sind gut abgemischt, wirken dabei aber nicht glatt oder steril. Schade ist nur, dass die letzten beiden Songs das Niveau der vorherigen nicht ganz halten können. Das versetzt der Stimmung zwar einen leichten Dämpfer, ist aber im Hinblick auf die Gesamtleistung auf „Schalm & Schabauw“ durchaus zu verschmerzen.

GRAFJAMMER liefern mit ihrem Zweitwerk eine echte Überraschung ab. Freunde räudigen Black ’n‘ Rolls mit einer gehörigen Portion Punk sollten hier schnell zugreifen und das Album mit einem kühlen Bier genießen.

Bewertung: 8 / 10

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