Das Cover von "Lost In Hollywood Again" von Graham Bonnet Band

Review Graham Bonnet Band – Lost In Hollywood Again (CD+DVD)

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Heavy Metal

Graham Bonnet muss niemandem mehr etwas beweisen – als ehemaliger Sänger der von Gitarrenlegende Richie Blackmore gegründeten RAINBOW gehört er ohnehin zum Rock-n-Roll-Adel, sang darüber hinaus auch noch bei der MICHAEL SCHENKER GROUP und zog mit einem unbekannten schwedischen Gitarristen namens YNGWIE MALMSTEEN die Band ALCATRAZZ auf. Als Solo-Künstler erreichte der Brite zwar nicht die gleichen Erfolge wie an der Seite namhafter Gitarristen, doch ruht er sich auch mit seiner GRAHAM BONNET BAND nicht auf den Erfolgen vergangener Tage aus. Nach ihrem Album „Day Out In Nowhere“ veröffentlicht die Gruppe mit „Lost In Hollywood Again“ nun ein weiteres Live-Dokument in Bild und Ton.

„Lost In Hollywood Again“ trägt einen der bekanntesten RAINBOW-Songs aus der Bonnet-Ära im Titel, weshalb es kaum verwunderlich ist, dass über die Hälfte des Materials von „Down To Earth“, der einzigen ihrer Platten mit dem Mann am Mikro, auf der Setlist gelandet sind. Klar, mindestens „Since You`ve Been Gone“ will das Publikum sowieso hören und überhaupt hat man es hier ja mit wirklich starken Kompositionen zu tun. Vermutlich hätte sich auch niemand beschwert, wenn er im „Whisky A Go Go“ die gesamte Platte zum Besten gegeben hätte, weshalb es umso schöner ist, dass auch sein Solomaterial zu Ehren kommt. Neben älteren und neueren Songs davon gibt es zudem zwei Nummern von MSG sowie immerhin einen Hit vom ALCATRAZZ-Debüt.

Die Soundqualität von „Lost In Hollywood Again“ geht grundsätzlich in Ordnung. Positiv fällt auf, dass sich die Aufnahme wirklich „live“ anfühlt. Kleinere Fehlerchen – die vom Frontmann teils mit charmant-trockenem britischen Humor kommentiert werden – blieben unverändert und das Schlagzeug klingt sehr organisch. Diese ehrliche Nachberarbeitung sorgt tatsächlich für ein hohes Maß an authentischer Live-Atmosphäre, die manch anderem Konzertmitschnitt fehlt. Ironischerweise wäre es an mancher Stelle aber wünschenswert gewesen, wäre der ein oder andere Studio-Trick zum Einsatzu gekommen. Vor allem in Melodiepassagen klingt die Gitarre oft schräg, was vor allem in „Night Games“ zu hören ist.

Die Bildqualität der Show auf DVD ist ebenfalls anständig, allerdings fällt schnell auf, dass „Lost In Hollywood Again“ fast ausschließlich mit statischen Kameras gefilmt wurde – das ergibt Sinn, denn Kameras kosten heutzutage wenig, Kameraleute allerdings viel. Schwenks und Kamerafahrten sind daher praktisch nicht vorhanden, was allerdings über weite Strecken vom guten Schnitt wieder wettgemacht wird. Warum sich die Songabfolge der CD-Fassung von der DVD-Version unterscheidet, lässt sich nicht beantworten – eine kurze Suche im Internet ergibt, dass die Abfolge auf der CD die am Abend tatsächlich gespielte ist (und der ALCATRAZZ-Song „Jet To Jet“ aus der Aufnahme geschnitten wurde).

Dass Graham Bonnet, der immerhin steil auf die 80 zugeht, in seinem Alter noch ein aktiver Musiker ist und obendrein relevante Songs schreibt, ist nicht weniger als sensationell. „Lost In Hollywood Again“ beweist dabei zu jeder Sekunde, dass der Mann offenkundig noch immer ehrlichen Spaß an dem hat, was er tut – aufgrund des ungeschönten Charakters dieser Veröffentlichung wird aber auch klar, wo mittlerweile seine Grenzen liegen. Trotz starker Performance erreicht Mr. Bonnet manche Höhen einfach nicht mehr und es ist sicher nicht verkehrt, dass der Rest der GRAHAM BONNET BAND ihn bei einigen Passagen auch gesanglich unterstützt. Dennoch: „Lost In Hollywood Again“ zeigt einen gut gelaunten und authentisch rohen Auftritt eines der sympathischsten Frontmänner im Rock und Metal.

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Wertung: 7 / 10

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