CD-Review: Grande Royale - Carry On

  • Veröffentlichung: 2021
  • Label: The Sign
  • Spielart: Rock
Besetzung

Gustav Wremer - Gesang, Gitarre
Andreas Jenå - Gitarre
Samuel Georgsson - Bass
Johan Häll - Schlagzeug

Gastmusiker:
Dregen - Gesang

Tracklist

01. Troublemaker
02. One Of A Kind
03. Bang
04. Let It All Go
05. Not The Same
06. Carry On
07. Ain't Got Soul
08. Staying Dry
09. Headbanger's Ball
10. Just As Bad As you
11. Schizoid Lullaby


Irgendwas scheint im schwedischen Wasser zu sein, das die Kreativität der Nordeuropäer in ungeahnte Höhen katapultiert. Schließlich bringt das Land nicht nur visionäre Regisseure wie Ingmar Bergman oder Krimiautoren mit einem Händchen für Spannung wie Stieg Larsson hervor, sondern ist auch Brutstätte für erstklassige Gitarrenmusik. Wenn Bands wie At The Gates, Entombed, Bathory, Backyard Babies oder Hellacopters aus dem Heimatland kommen, ist der Druck für junge Musiker nicht gerade klein. Vor allem dann nicht, wenn die eigene Band sich sehr nah an den Königen des High-Energy-Rock orientiert. GRANDE ROYALE lassen sich davon aber nicht einschüchtern und veröffentlichen dieser Tage ihre fünfte Scheibe „Carry On“, die – wie auch schon die Vorgänger – mehr als nur ein bisschen von den Hellacopters inspiriert wurde.

Nach eigener Aussage kombinieren die vier Schweden 70er-Jahre-Ami-Rock mit dem typischen Skandinavien-Rock der 90er, im Endeffekt klingen GRANDE ROYALE aber wie die kleinen Brüder von Nicke Andersson und Co. Eine Genreveolution ist „Carry On“ damit nicht, aber Spaß macht die Scheibe trotzdem. Zwischen dem Opener „Troublemaker“ und dem finalen „Shizoid Lullaby“ liegen knapp 30 Minuten Rock ’n‘ Roll und ordentlich gute Laune, die gerade in diesen Zeiten richtig guttut. Mal punkig („One Of A Kind“), mal mit einer Verbeugung in Richtung Motörhead („Ain’t Got Soul“), mal klassisch im Stil von Alice Cooper („Shizoid Lullaby“), GRANDE ROYALE beherrschen die Klaviatur der traditionellen harten Gitarrenmusik. Der Gastauftritt von Dregen (Hellacopters, Backyard Babies) bei „Just As Bad As You“ gleicht dann einem wahrhaftigen Ritterschlag.

Einen Wermutstropfen hat „Carry On“ dann aber doch: Auch wenn die Hellacopters, Motörhead und Co. über Jahrzehnte hinweg innerhalb recht eng gesteckter Genregrenzen agierten, hatten ihre Songs doch immer wieder kleine unerwartete Wendungen und frische Elemente. GRANDE ROYALE hingegen sind in Sachen Songwriting häufig zu sehr auf ihre großen Vorbilder fixiert. Da bleibt kein Raum für eigene Ideen oder einen eigenen Sound. Die Tatsache, dass die Truppe nun bereits Album Nummer fünf in diesem Stil vorlegt, scheint ihnen aber recht zu geben.

So ist „Carry On“ ein perfektes Album für den Sommer, vollgepackt mit klassischem Schweden-Rock und jeder Menge guter Laune. An die Qualitäten der Hellacopters kommen GRANDE ROYALE aber nicht heran und werden das wohl auch nie, wenn sie sich weiter sklavisch an das typische Rock-’n‘-Roll-Schema halten. Mehr Mut zur Eigenständigkeit, lautet hier die Devise.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: