Review Grave Digger – Masterpieces

  • Label: G.U.N.
  • Veröffentlicht: 2002
  • Spielart: Heavy Metal

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Best-Of Alben: Beim einen versuchen die Bands bzw. Plattenfirmen ohne große Zusatzkosten noch mal Kapital aus schon aufgenommenen Songs zu schlagen. Das führt dann oft zu großer Verärgerung, weil es doch sehr nach Abzocke stinkt. Beim anderen wird versucht, ein Produkt zu schaffen, dass sich auch für die Fans lohnt, die schon nahezu alle Alben besitzen.Die vorliegende Special-Edition von „Masterpieces“ dem Best-Of unserer Vorzeigeteutonen GRAVE DIGGER fällt in die zweite Kategorie.

Einerseits bekommt man 16 Stücke, die alle einen berechtigten Platz auf einer Zusammenstellung der größten Hits haben, andererseits handelt es sich nicht nur um eine normale CD, sondern eine DVD Plus und man erhält auf der Rückseite neben drei bisher unveröffentlichten Video-Clips noch eine 8 Stücke umfassende Live-Show, aufgenommen beim Wacken Open Air.
Neu aufgenommen sind zwar nur 3 der 16 Lieder, da aber die Klangqualität zumeist recht hoch ist und GRAVE DIGGER ja nicht zu den experimentierfreudigsten Bands gehören, wäre ein erneutes Einspielen der restlichen Stücke auch ziemlich nutzlos gewesen. Ob die normale Version von „Masterpieces“ ohne die DVD-Seite echte Fans dann aber zum Kauf bewegen kann, wage ich zu bezweifeln, zum Kennenlernen der Band ist sie natürlich bestens geeignet.

Für die Die-Hard Fans der Metal-Urgesteine gibt es dann aber ja besagte Special-Edition mit DVD. Die drei Video-Clips sind leider eher mäßig und etwas einfallslos, passen aber trotzdem irgendwie ganz gut zur Musik der Truppe. Die 40-minütige Wacken-Show ist da schon überzeugender und das Quintett präsentiert sich sehr symphatisch. Zwar hat höchstwahrscheinlich jeder, der sich auch nur ein bisschen für Metal begeistert, die Jungs um Sänger Chris Boltendahl schon mal live gesehen, trotzdem kann es ja als Fan nicht schaden, sich die solide produzierte Show noch mal ins heimische Wohnzimmer zu holen.

Zumindest mit der Special-Edition von „Masterpieces“ hat man sich also Mühe gegeben, einen Eindruck von Ausverkauf zu vermeiden und dem geneigten Käufer maximales Vergnügen zu bescheren. Bei der normalen Version hingegen sieht es mit lediglich drei neu eingespielten Songs schon etwas anders aus. Das die Scheibe dann nicht mal ein Booklet besitzt, unterstreicht noch etwas den Eindruck, dass man wirklich versucht hat, hier möglichst ohne Zusatzkosten auszukommen. Ob es grundsätzlich Not tut, ein Best-Of einer Band zu besitzen, bei der sich die einzelnen Alben sowieso schon sehr stark ähneln, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wer die Band oder die so genannten „Middle-Ages“-Alben „Excalibur“, „Knights Of The Cross“ und „Tunes Of War“ – auf denen der Schwerpunkt der Scheibe liegt – jedoch noch nicht kennt, wird hier ganz gut bedient.

Keine Wertung

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