CD-Review: Grave Pleasures - Motherblood

Besetzung

Mat McNerney – Gesang
Juho Vanhanen – Gitarre
Aleksi Kiiskilä – Gitarre
Valtteri Arino – Bass
Rainer Tuomikanto – Schlagzeug

Tracklist

01. Infatuation Overkill
02. Doomsday Rainbows
03. Be My Hiroshima
04. Joy Through Death
05. Mind Intruder
06. Laughing Abyss
07. Falling For An Atom Bomb
08. Atomic Christ
09. Deadenders 10. Haunted Afterlife


(Post-Punk / Rock) Aus Beastmilk wurden GRAVE PLEASURES, von Svart Records ging es über Columbia zu Century Media, auf „Dreamcrash“ folgt „Motherblood“ – so knapp lässt sich die Geschichte der Post-Punk-Newcomer um Ausnahme-Sänger Mat „Kvohst“ McNerney (Hexvessel, Ex-Dødheimsgard, Ex-Code) und Lead-Gitarrist Juho Vanhanen (Oranssi Pazuzu) zusammenfassen. Mehr Worte wären eigentlich auch gar nicht nötig.

Denn bis auf ein paar Namen hat sich bei GRAVE PLEASURES seit Beginn der Reise nicht viel geändert: Bereits mit dem Debüt „Climax“ gelang der Band (damals noch als Beastmilk) ein großer Wurf – wer hätte schließlich damit gerechnet, dass Post-Punk im Stile von Killing Joke, Joy Division und Konsorten im Jahr 2013 noch irgendwen vom Hocker reißen könnte? Das Kunststück gelang dank einfühlsam dargebotener, schmissiger Songs mit hohem Wiedererkennungswert.

Von da an brauchten GRAVE PLEASURES nur noch sie selbst zu sein – denn genau darin liegt ja die Stärke der trotz aller herauszuhörenden Vorbilder unverwechselbaren Band. Eine Stärke, die der Truppe auch auf ihrem zweiten GRAVE-PLEASURES-Album, „Motherblood“, nicht abhanden gekommen ist.

War „Dreamcrash“ bisweilen (verglichen mit „Climax“) recht straight und kam bisweilen gar punkig statt post-punkig daher, kehren GRAVE PLEASURES mit „Motherblood“ zur Eingängigkeit von „Climax“ zurück: Sanftere Gitarren und in quasi jedem Song eine Gesangslinie, die direkt im Ohr kleben bleibt – GRAVE PLEASURES haben nicht verlernt, wie man Hits schreibt.

Dabei gelingt es der Band trotzdem, nicht nach billiger Selbst-Kopie zu klingen – nicht, weil die Songs maßgeblich anders klingen als das bisher veröffentlichte Material, sondern weil es immer noch absolut authentisch wirkt. Abgerundet wird „Motherblood“ durch den schlichtweg perfekten Sound: War „Climax“ vielleicht einen Tick zu verwaschen, „Dreamcrash“ einen Zacken zu trocken, pendelt sich „Motherblood“ auch in Sachen Sound genau zwischen beiden Alben ein: Beim perfekten Post-Punk-Sound im Jahr 2017!

Von Beastmilk zu „Motherblood“ – weit ist der Weg nicht, den GRAVE PLEASURES in den letzten fünf Jahren gegangen sind. Verwunderlich ist das nicht: Warum sollte sich schließlich auf Wanderschaft begeben, wer sein Ziel bereits erreicht hat? GRAVE PLEASURES wirken seit ihrem ersten Album (als Beastmilk) so abgeklärt und mit sich im reinen wie nur wenige Bands. Das Resultat ist „Motherblood“ – ein weiteres unbeschwertes, absolut rundes Album, das nicht nur im Post-Punk seinesgleichen sucht.

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: