Review Hatesphere – Serpent Smiles And Killer Eyes

Mit „The Sickness Within“ und der darauf folgenden Tour durch die halbe Welt konnten die Dänen HATESPHERE 2005 und 2006 richtig für Aufsehen sorgen. Das Album wurde in höchsten Tönen gelobt, es war sogar die Rede von einer neuen, modernen Thrash-Ära, die seit der Bandgründung konsequent entwickelt wurde. Dabei ist eigentlich nur eines wichtig – und das merkt man den Jungs auch an – sie haben Spaß bei dem, was sie machen und bei dem, wofür sie stehen. 2007 folgt nun das nächste Kapitel mit dem verheißungsvollen Namen „Serpent Smiles And Killer Eyes“.

Flott, aber in alter Manier, fällt der Einstieg ein. „Lies And Deceit“ ist in der Tat nichts neues oder gar anderes als man bereits die Jahre zuvor von den Dänen zu hören bekam. Schneller, straighter (moderner) Thrash Metal mit einer Prise Death Metal. Und wenn ich straight sage, dann meine ich das auch so. Die Riffs, die Snare Drum – die Dänische Dampfwalze läuft wieder! Ja, das sind HATESPHERE, die ganz einfach auf den Stil des Vorgängeralbums aufbauen. In „The Slain“ merkt man die Weiterentwicklung zum Beispiel sehr deutlich am Gesang. Wer Sänger Jacob von seinen anderen Projekten Barcode oder Allhelluja kennt, wird allerdings wenig überrascht von seiner Stimmgewalt sein, vor allem diesen hohen Stoner-Gesang (ich nenne das jetzt einfach mal so…) kennt man von Allhelluja. Und wenn das noch nicht genug ist, wird prompt mit „Drinking With The King Of The Dead“ nachgeschenkt. Was soll ich groß sagen, der Songtitel verrät ja schon so einiges. Es handelt sich hierbei um einen Schunkel-Song im Mid-Tempo mit einem gehörigen Rock ’n‘ Roll beziehungsweise Stoner-Rock Anteil. Ein Mekka für alle, die gemütlich das Bierglas zur Musik schwenken wollen, bei Live-Gigs sehr zu empfehlen. Weswegen ich dieses Lied aber tatsächlich erwähnen möchte, ist, dass Jacob hier noch nie da gewesene Töne von sich gibt. Von manchen als nervig empfunden, von anderen geliebt – hier wird die Fanbase auf die Probe gestellt. Als ich diese Passage das erste mal hörte, war ich tatsächlich sehr erstaunt, danach musste ich den Song einfach zig-mal anhören um mir eine aussagekräftige Meinung zu bilden. Da diese allerdings absolut subjektiv ist, kann ich sie in die Rezension nicht miteinbeziehen. Fakt ist, „Drinking With The King Of The Dead“ polarisiert!

Polarisieren trifft auch auf den Death-lastigsten Song des Albums zu, „Damned Below Judas“, jedoch nur in eine Richtung wie ich finde. Schnell, brutal und jede Menge herrliche Riffs – Schlagzeuger Anders gibt dem Song den letzten Schliff. Hierzu muss einfach jede Mähne eines jeden Metalers im Takt bewegt werden, das kann ich mir beileibe nicht anders vorstellen. Nach diesen vier besprochenen Songs neigt das Album etwas dazu, Altbewährtes in neuen Kleidern zu bringen. „Feeding The Demons“ erinnert mich ein wenig an so manche Stelle des 2004 erschienen Albums „Ballet Of The Brute“, aber ich sehe keinen Bedarf, irgendwelche Alarmglocken zu läuten, das keinesfalls. Es sind einfach Passagen und Klänge, die für HATESPHERE typisch sind, daran merkt man ganz einfach nur, dass man es mit einer Band zu tun hat, die wirklich eigenständig klingt und eigene Ideen verfolgt, ohne dabei einen Song in 10 verschiedenen Varianten zu bringen. Beispiel gefällig? Nahezu jedes Album hatte bisher eine Art „Hymne“ mitgebracht. Keine „Hymne“, die für irgendein Genre oder allgemein für den Metal steht, nein, ich meine einfach einen Song der allgemein gut ankommt, den jeder (Fan) kennt und zu dem man live perfekt die Textpassagen mitgröhlen kann. Auf „Serpent Smiles And Killer Eyes“ ist „Let Them Hate“ als solche „Hymne“ zweifellos auszumachen. Egal wo man sich umsieht, der im Voraus veröffentlichte Track wird einstimmig als wunderbarer Song bezeichnet, und dem kann ich nur beipflichten.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass HATESPHERE erneut ein mächtiges Album eingespielt haben, denn eine mögliche Höchstwertung erlaubt mir lediglich die Tatsache nicht, dass zwei, drei Songs nicht ganz das Niveau mitgehen wie der Rest des Albums. Dieser angesprochene Rest ist allerdings moderner Thrash Metal auf allerhöchstem Niveau und bereitet sicherlich nicht nur Fans eine Freude.

Wertung: 8.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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