CD-Review: Heathe - On The Tombstones; The Symbols Engraved

Besetzung

Martin Jensen - Gesang, Gitarre
Andreas Kildedal Westmark - Gitarre, Orgel, Synthesizer
Lars Dalsgaard - Gitarre
Bosse Bertelsen - Gitarre
Filip Dybjerg - Bass, Synthesizer
Simon Kildedal Westmark - Schlagzeug
Morten Kærup - Orgel
Oskar Krusell Sørensen - Synthesizer, Bläser, Gesang

Tracklist

01. On The Tombstones; The Symbols Engraved


[Drone Metal / Doom Metal / Industrial Metal] Obwohl sich auf der Bühne bis zu 12 Musiker befinden, handelt es sich bei HEATHE eigentlich um ein Ein-Mann-Projekt: Initiator ist der Däne Martin Jensen, der auf seinem Full-Length-Debüt (2016 ist lediglich ein Demo erschienen) Post- und Black Metal sowie elektronische und Drone-Elemente zu einem einzigen, 38 Minuten langen Song kombiniert. Die Zutatenliste ist also schon mal vielversprechend, aber kann „„On The Tombstones; The Symbols Engraved“ halten, was Jensen verspricht?

Die ersten Minuten bieten wenig Überraschungen: Dronige Gitarren, Black-Metal-typisch gekeifte Vocalarbeit, ausgesprochen schleppende Drums und ein gefühlt ewig gehaltener Orgelton bestimmen den ersten Abschnitt von „On The Tombstones; The Symbols Engraved“. Entsprechend den Genre-Kollegen von Sunn O))) oder Bong nehmen sich HEATHE in Sachen Spannungsaufbau viel Zeit und so dauert es teilweise minutenlang, bis sich neue Elemente wie Streicher oder Bläsersätze ins Arrangement einschleichen. Dementsprechend gestaltet sich die erste viertel Stunde wenig abwechslungsreich, ein wirklicher Spannungsbogen vermag sich nicht aufzubauen.

Um Minute 14 zieht das Tempo (anfangs fast unmerklich) an und HEATHE verlassen den Drone-Kosmos und „On The Tombstones; The Symbols Engraved“ wird in Verbindung mit der todtraurigen Harmonieführung merklich doomiger – um schließlich die Geschwindigkeit wieder kontinuierlich herunterzufahren und das Arrangement auszudünnen, bis bei Minute 20 nur noch eingangs erwähnte Orgel zu hören ist. Quasi das Ende der ersten, leider doch sehr langatmigen Hälfte des Mammutsongs.

Die zweite Hälfte beginnt dafür mit einer Überraschung: Stampfende Uptempo-Drums verbreiten zusammen mit den noisigen Gitarren beinahe Industrial-Feeling. Aber auch hier macht sich fehlende Varianz bemerkbar, der (zumindest merklich kürzere) zweite Teil von „On The Tombstones; The Symbols Engraved“ könnte ebenfalls etwas facettenreicher daherkommen.

Wer die erste halbe Stunde des HEATHE-Debüts durchgehalten hat, wird aber auf den letzten Metern doch noch belohnt: Die finalen zehn Minuten von „On The Tombstones; The Symbols Engraved“ erinnern nicht zuletzt aufgrund des synthetisch anmutenden Basssounds und den kreischenden Transistor-Gitarren an frühe Nine Inch Nails – mit Black-Metal-Vocals und Kopfnickerattitüde aufgrund des groovigen Halftime-Beats. Eine sehr coole Kombination, von der man auf Albumlänge gerne mehr gehört hätte.

Zusammengefasst überzeugt „On The Tombstones; The Symbols Engraved“ leider nicht, dafür ist das Gebotene leider zu unspektakulär und beliebig. Was schade ist, denn Martin Jensens musikalischer Geschmack scheint breitgefächert und HEATHE hätten somit das Potential, eine spannende Mischung aus Post-, Black-, Drone- und Industrial Metal zu werden. In der vorliegenden Form wirkt die Geschichte noch ein wenig unausgegoren – sollte der Nachfolger allerdings ein wenig abwechslungsreicher und emotional ansprechender sein, könnte das ganz geil werden. Man darf gespannt sein.

Bewertung: 5 / 10

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