CD-Review: Heave Blood & Die - Post People

Besetzung

Mads Ystmark - Gesang, Gitarre
Jonas Helgesen Kuivalainen - Gesang, Gitarre
Karl Pedersen - Gesang, Bass
Kenneth Mortensen - Schlagzeug
Marie Sofie Langeland Mikkelsen - Synthesizer

Tracklist

01. Radio Silence
02. Kawanishi Aeroplane
03. Metropolitan Jam
04. True Believer
05. Everything Is Now
06. Continental Drifting
07. Geometrical Shape
08. Post People


[Stoner Rock / Post-Punk] Doom Metal ist keine allzu facettenreiche Musikrichtung. Umso spannender, wenn sich eine Band aus diesem Genre entschließt, mal ein bisschen was anderes anzubieten – ohne dabei die eigenen Wurzeln komplett zu verleugnen. So hat „Post People“, dem dritten Album von HEAVE BLOOD & DIE, durchaus noch die eine oder andere Doom-Anmutung – aber ergänzt um weitere naheliegende, aber auch weniger naheliegende Einflüsse.

Zu ersteren gehört dabei ohne Frage die leichte Stoner-Schlagseite: Keine ungewöhnliche Kombination, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Musikrichtungen doch immer wieder merklich. Aber man ist einfach ein wenig flotter und grooviger unterwegs und auch das Riffing ist schmissiger als bei den meisten Doom-Kapellen – inklusive einer psychedelischen Note, die die Vorliebe des Quintetts für Effekte wie Reverb, Delay oder Distortion wohl mit sich bringen dürfte.

Zu den auf den ersten Blick weniger naheliegenden Einflüssen gehört definitiv der in den Kompositionen allgegenwärtige Post-Punk-Vibe – bei genauerer Betrachtung nur ein kleiner Schritt, denn die analogeffektgeschwängerte Atmosphäre passt schon mal allen genannten Subgenres gleichermaßen. Apropos Atmosphöre: Es ist bemerkenswert wie homogen HEAVE BLOOD & DIE den musikalischen Spannungsbogen auf „Post People“ gestaltet haben, obwohl die Band kompositorisch extrem variabel zu Werke geht. Aber alles wirkt wie aus einem Guss, das Wechselspiel aus schleppenden Passagen und groovigen Uptempo-Nummern funktioniert perfekt.

Kommen der Opener „Radio Silence“ und „Everything Is Now“ noch merklich (doom-)metallischer daher, könnte „Metropolitan“ auch als 80er-Jahre-Killing-Joke-Tribute durchgehen. „True Believer“ hat ebenso wie der Ohrwurm „Continental Drifting“ Singlequalitäten – und beide gehen gut vorwärts. Wirkliche Ausfälle gibt es auf „Post People“ somit tatsächlich nicht zu verzeichnen, dafür ist das Album einfach zu abwechslungsreich, zu spannend und … ja, zu skurril. Und das macht die gesamten 33 Minuten Albumlänge, bis zum grandiosen Schlußriff des Titeltracks und Albumclosers mit beinahe Liquido-artigem Synthie-Lead, einfach Spaß – womit wir beim einzigen wirklichen Kritikpunkt wären: der in jedem Universum leider viel zu kurzen Laufzeit.

HEAVE BLOOD AND DIE machen auf ihrem neuen Longplayer ziemlich viel richtig: „Post People“ klingt in manchen Momenten ziemlich oldschool-britisch (das betrifft sowohl das Doomige als auch den Post-Punk-Aspekt), erinnert dann aber auch wieder an Bands wie Queens Of The Stone Age oder Oh Sees – zwar psychedelischer als Erstgenannte, aber weniger schräg als Letzere. Von effektbeladenen Gitarrenwänden bis hin zu beinahe verspielten Indie-esken Passagen ist alles dabei – ein offenes Ohr vorausgesetzt. Dies berücksichtigt ist „Post People“ absolut empfehlenswert.

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Bewertung: 8.5 / 10

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