CD-Review: Hemelbestormer - A Ring Of Blue Light

Besetzung

Jo Driesmans - Gitarre
Filip Dupont - Gitarre, Synthesizer, Samples
Kevin Hensels - Bass
Frederik Cosemans - Schlagzeug, Synthesizer, Samples

Tracklist

01. Eight Billion Stars
02. Clusters
03. Towards The Nebula
04. Redshift
05. Blue Light
06. The Serpent Bearer


2012 im belgischen Diepenbeek gegründet, wussten HEMELBESTORMER bereits mit ihrem Debüt-Album „Aether“ an allen Fronten zu überzeugen: Zunächst die Verantwortlichen des französischen Black-/Doom-Labels Debemur Morti Productions, anschließend Presse und Fans. Auf dieser Sympathiewelle schwimmend, legen die Instrumental-Doomer nun ihr zweites Album nach – diesmal über das nicht weniger namhafte deutsche Szene-Label Ván Records.

Was das Layout angeht, sind sich HEMELBESTORMER im Großen und Ganzen treu geblieben: Auch diesmal ziert ein eindrucksvoller Gipfel vor Sternenhimmel das Cover. Wenig gelungen ist dabei jedoch die grafische Umsetzung des Albumtitels: Schon mit ein paar simplen Effekten hätte man den babyblauen MS-Paint-Kringel zu einem glaubhaften „Ring Of Blue Light“ werden lassen können. So jedoch fehlt der Darstellung jedwede Strahlkraft, um beim Thema zu bleiben.

Das sieht bei der Musik zum Glück anders aus – wenn hier auch bei Weitem nicht alles beim Alten geblieben ist. Düster und rein instrumental agieren HEMELBESTORMER zwar auch auf ihrem zweiten Album. Doch auch der Stil der Band hat sich sehr konkret weiterentwickelt: Während der Opener „Eight Billion Stars“ mit seinem schleppenden, Sludge-Doom-Riffing und seinem extrem dreckigen Distortion-Sound zu Beginn fast noch böser klingt als das „Aether“-Material, überrascht das Stück in der zweiten Hälfte mit sanften Melodien, ja, zwischendurch sogar einem filigranen, unverzerrten Part.

Diese neue Seite zeigt sich im Folgenden immer häufiger: „Towards The Nebula“ wartet mit melodischen Cleangitarren und anderen Post-Rock-Elementen auf, „Redshift“ offenbart Ambient-Anleihen und der Quasi-Titeltrack „Blue Light“ klingt – nur mit Cleangitarre und minimalistischem Schlagwerk arrangiert – für HEMELBESTORMER fast zärtlich. Dem stehen nicht nur mit dem Zwischenspiel „Clusters“, sondern auch mit dem finalen „The Serpent Bearer“ (zumindest in dessen erster, harscher Hälfte) zwei stark Noise-/Drone-geprägte Nummern entgegen.

War das Debüt noch geprägt von „düsteren, vollen Riffs, die griffig und zugleich schroff“ aus den Boxen dröhnten, gehen HEMELBESTORMER auf ihrem zweiten Album deutlich feinfühliger zu Werke. Was einerseits ohne Frage die Vielseitigkeit steigert, entschärft andererseits die Gesamtatmosphäre etwas: An die alles mitreißende, zähe Düsternis von „Aether“ kommt „Ring Of Blue Light“ deswegen trotz harscherer Produktion, herausragender Momente und einem durchgehend sehr hohen musikalischen Niveau leider nicht ganz heran.

Bewertung: 8 / 10

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