CD-Review: Hjelvik - Welcome To Hel

Besetzung

Erlend Hjelvik – Gesang
Rob Steinway – Gitarre
Remi André Nygård – Gitarre
Alexis Lieu – Bass
Kevin Foley – Schlagzeug

Tracklist

01. Father War
02. Thor's Hammer
03. Helgrinda
04. The Power Ballad Of Freyr
05. Glory Of Hel
06. 12th Spell
07. Ironwood
08. Kveldulv
09. North Tsar
10. Necromance


Nach einem geradezu kometenhaften Aufstieg mit den ersten beiden Alben und der Ernüchterung des dritten Longplayers „Nattesferd“ (Motto: Gut gedacht, schlecht gemacht) stieg Sänger Erlend Hjelvik 2018 überraschend bei den Norwegern von Kvelertak aus. Nicht nur die Verwunderung war groß, sondern auch die Fragen: Was würde aus der Band? Was würde aus Erlend? Mittlerweile haben Kvelertak mit „Splid“ ein wirklich gutes viertes Album veröffentlicht, nun zieht Erlend nach und bringt unter dem Titel „Welcome To Hel“ seine erste Soloplatte unter dem Banner HJELVIK auf den Markt.

Im Gegensatz zu seiner alten Band geht es auf seinen Solopfaden ein wenig straighter zu. Hier mischen sich nicht ganz so viele Stile – „Welcome To Hel“ ist insgesamt deutlich weniger hektisch als jene Kvelertak-Scheiben, denen Erlend seine Stimme lieh. Das heißt allerdings nicht, dass HJELVIK irgendwelche Ambient-Klänge oder melodischen Akustiksongs spielen würden. Vielmehr regiert hier der – oftmals stampfende – Viking (Heavy) Metal. Dieser bewegt sich oft im groovenden Midtempo („The Power Ballad Of Freyr“, „Kveduluv“, „Glory Of Hel“), das jedoch immer wieder durch Uptempo-Passagen mit jeder Menge Power aufgelockert wird („Ironwood“). Gelegentlich werden HJELVIK auch mal episch („The North Tsar“) oder driften sogar in Richtung Power Metal ab („Necromance“).
Besonders Letzteres dürfte manchem Fan von Erlends früheren Platten nicht zwingend zusagen. Allerdings wirkt „Welcome To Hel“ nicht wie ein stilistischer Flickenteppich, denn HJELVIK verbinden die unterschiedlichen Stilmittel und Stile gekonnt zu stimmigen Songs. So kommen auch Freunde geradliniger Tracks auf ihre Kosten, etwa wenn „Father War“ im Stile alter Amon Amarth stumpf voranstampft und dabei alles umpflügt, was ihm in den Weg kommt.

Nichtsdestoweniger fällt bei aller stilistischer Vielfalt auf, dass die Nummern auf „Welcome To Hel“ alle nach ähnlichem Strickmuster komponiert sind. Das mindert den Genuss der Platte zwar nicht merklich, gibt jedoch die Hauptaufgabe für den Nachfolger bereits klar vor. Ein weiterer möglicher Kritikpunkt an HJELVIK ist der Gesang, der doch recht gleichförmig daherkommt. Das mag an sich kein Problem sein, denn dass man hier die Stimme von Erlend zu hören bekommt, sollte ob des Bandnamens klar sein. Trotzdem muss man zumindest anmerken, dass man auf „Welcome To Hel“ außer Geschrei und heiserem Sprechgesang wenig Stimmvarianz zu hören bekommt – abgesehen von „Necromance“, auf dem tatsächlich guter melodischer Gesang zu hören ist.

Letztlich fallen diese Kritikpunkte nur bedingt ins Gewicht, da „Welcome To Hel“ mit seiner unbändigen Energie über Vieles hinwegtröstet und die Vocals des namengebenden Frontmanns eine lässige Coolness verströmen, die man einfach mögen muss. So steht für den guten Mann nun ein weiteres richtig unterhaltsames Album zu Buche – hoffentlich können HJELVIK das Potential von „Welcome To Hel“ beim nächsten Mal noch weiter ausbauen.

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Bewertung: 7.5 / 10

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