CD-Review: Hooded Menace - Ossuarium Silhouettes Unhallowed

Besetzung

Harri Kuokkanen – Gesang
Lasse Pyykkö – Gitarre, Bass
Teemu Hannonen – Gitarre
Pekka Koskelo- Schlagzeug

Tracklist

01. Sempiternal Grotesqueries
02. In Eerie Deliverance
03. Cathedral of Labyrinthine Darkness
04. Cascade of Ashes
05. Charnel Reflections
06. Black Moss


Wenn man HOODED MENACE eines nicht vorwerfen kann, so ist es Untätigkeit. Die Finnen feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bandbestehen und haben in dieser Zeit eigentlich in jedem Jahr etwas veröffentlicht. Seien es EPs, Compilations oder Splits und nicht zuletzt drei mächtige Alben, denen die Band nun mit „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ die vierte Platte folgen lässt.

Auf dieser macht bereits der Opener „Sempiternal Grotesqueries“ deutlich, dass sich auch anno 2018 die Fans von HOODED MENACE keine Sorgen machen brauchen. Experimente gibt es nur in einem eng gesteckten Rahmen, wie etwa auf der „Labyrinth of Carrion Breeze“-EP, als man sich etwas psychedelischer zeigte. Der Kern der Band ist aber nach wie vor dreckig-düsterer Death/ Doom mit Asphyx und Autopsy als primäre Referenzpunkte, was Schwere und Widerwärtigkeit angeht, soundtechnisch finden sich dazu die sägenden Gitarren im Sunlight-Stil. HOODED MENACE klingen auch auf „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ einfach wieder ganz wie sie selbst.
Dazu zählt auch, dass die tonnenschweren und langsam vorankriechenden Riffs immer wieder von schnelleren, stampfenden Passagen aufgebrochen werden, was Langeweile sehr effektiv vorbeugt. Allerdings hat die Band auch auf ihrem vierten Alben wieder an Details gearbeitet um ihren Sound leicht zu verändern. So bekommen die – früher bereits vorhandenen – Melodien auf „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ gelegentlich ein wenig mehr Raum zur Entfaltung. Das funktioniert besonders bei Tracks wie „In Eerie Deliverance“ (dem melodischsten Song der Scheibe) hervorragend und verleiht „Cascade Of Ashes“ einen ungeheuren Abwechslungsreichtum und „Carnal Reflections“ eine melancholische Schlagseite.
Dem gegenüber wirkt „Cathedral Of Labyrinthian Darkness“ ein wenig wie Standartware, was allerdings nicht an der mangelnder Qualität des Songs liegt, sondern an der Klasse der anderen Nummern auf „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“. Ob man als letzten Song ein zweiminütiges Outro gebraucht hätte ist ebenso diskutabel, wie die mit 40 Minuten recht kurze Spielzeit – zumindest für eine Doom-Platte. Allerdings gilt auch hier der Grundsatz Qualität statt Quantität.

So zementieren HOODED MENACE mit ihrem vierten Album ihren Platz als eine der wichtigsten Death-Doom-Bands der Gegenwart. „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ ist düster und dreckig, es ist hart und erdrückend, auch wenn die Ausrichtung etwas melodischer und die Produktion sehr klar ist. Mächtige Platte, die Fans von Band, Genre und Referenzbands nicht fehlen sollte.

Bewertung: 8.5 / 10

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