CD-Review: Infidel Reich - Infidel Reich (EP)

Besetzung

Vincent Crowley – Gesang
Stijn Bogers – Gitarre
McNasty – Bass
Bob Bagchus – Schlagzeug

Tracklist

01. Infidel Reich
02. Quranicide
03. Generation So Fake
04. Crush And Destroy
05. The Overseer


Krieg ist im Metal ein beliebtes Thema. Warum sich – zumindest gefühlt – ausgerechnet die niederländischen Death-Metaller damit besonders gerne auseinandersetzen, bleibt dennoch ein Rätsel. Nach Asphyx und Hail Of Bullets widmen sich nun auch INFIDEL REICH gänzlich dieser Thematik. So intensiv, dass bereits vor Veröffentlichung der ersten EP in einem Statement klargestellt wird, dass die Band „weder rechts noch links sei und nicht mit politischen, rassistischen oder religiösen Gruppierungen verstrickt“ sei. Zumindest der letzte Punkt dieser Aufzählung ist fragwürdig – immerhin fungiert Fronter Vincent Crowley als Priester der Church Of Satan und führt den von ihm in den 90ern begründeten „Order Of The Evil Eye“ an.

Wie bei einem so militant ausgerichteten Projekt nicht anders zu erwarten, lassen INFIDEL REICH auf ihrer Debüt-EP dann auch gleich das schwere Gerät auffahren: Panzer rollen und Sirenen heulen, noch bevor die ersten Riffs ihren Weg ins Ohr des Hörers gefunden haben. Mit klischeetriefenden Samples hält sich das Kollaborationsprojekt des Amerikaners Crowley mit den drei Niederländern Stijn Bogers (Gitarre; Rectal Smegma), McNasty (Bass) und Bob Bagchus (Schlagzeug; Soulburn, Minotaur Head) im weiteren Verkauf der EP glücklicherweise zurück: Ab sofort lassen INFIDEL REICH vornehmlich die Riffs sprechen.

Und die sprechen eine klare Sprache: Schnörkellos und brachial, wenn auch – wenn man ehrlich ist – nicht sonderlich individuell, walzen die Gitarren aus den Boxen. Im Zusammenspiel mit dem von Ex-Asphyx-Drummer Bob Bagchus auf den Punkt bearbeiteten Schlagzeug und den dreckigen Vocals geben INFIDEL REICH dem Death-Metal-Fan alles, was dieser zum Überleben braucht. Sind die Riffs bisweilen etawas stumpf, reißt es der Gesang heraus: Räudig und mit viel Hass in der Stimme speit Crovley die Texte nur so heraus. Bei Phrasen wie dem zum Abschluss von „Generations Of Fake“ vom Stapel gelassenen „Your time is up, you PC pieces of shit“ (etwa: „Eure Zeit ist abgelaufen, ihr Political-Correctness-Miststücke“) braucht man sich über den der Band vorauseilenden, zweifelhaften Ruf allerdings nicht wirklich zu wundern.

Am Ende legen INFIDEL REICH mit ihrem ersten Silberling eine schmissige, aber auch in keinem Punkt spektakuläre Death-Metal-EP vor, die für alle Fans von Bands wie Asphyx, Hail Of Bullets oder Soulburn, denen die Alben dieser Formationen schon zum Halse raushängen, interessant sein könnte. Wer allerdings die Ansicht vertritt, ein „Death … The Brutal Way“ oder „Of Frost And War“ geht immer, kann sich „Infidel Reich“ und den moralischen Konflikt, ob diese Formation Unterstützung verdient hat, auch ersparen und auf diese Meisterwerke zurückgreifen.

Keine Wertung

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