CD-Review: Insomnium - Since The Day It All Came Down

Besetzung

Niilo Sevänen – Gesang, Bass
Ville Friman – Gitarre
Ville Vänni - Gitarre
Markus Hirvonen – Schlagzeug

Tracklist

01. Nocturne (Intro)
02. The Day It All Came Down
03. Daughter Of The Moon
04. The Moment Of Reckoning
05. Bereavement
06. Under The Plaintive Sky
07. Resonance
08. Death Walked The Earth
09. Disengagement
10. Closing Words
11. Song Of The Forlorn Son


Nach dem durchweg gut angekommenen Debüt „In The Halls Of Awaiting“ legen die Finnen mit „Since The Day It All Came Down“ zwei Jahre später mit ihren zweiten Longplayer nach. Auch hier versucht man sich, wie schon seit Demotagen, nicht an künstlerischen oder futuristischen Artworks, sondern zeigt sich schon äußerlich die größte Einflussquelle von Insomnium – die Natur.

Was sich hinter diesem einfachen und genau so schönem Cover verbirgt, bedarf keiner langen Erklärungen: im Grunde genommen hat man es hier mit melodischem Death Metal zu tun, der aber durch eine gewaltige Prise Getragenheit und Melancholie nicht in die Richtung In Flames oder Children of Bodom geht.
Stattdessen möchte ich hier als Vergleiche vor allem Dark Tranquillity und Sentenced zu „Amok“-Zeiten heranziehen, Niilo Servänen klingt auch etwas nach Taneli Jarva.

Nach dem recht gewöhnlichen Intro „Nocturne“ beginnt die Scheibe mit „The Day It All Came Down“ gleich mit einem der wenigen schnelleren Songs. „Daughter Of The Moon“ entpuppt sich nach dem Akustikgitarren-Intro als getragene, melancholische Midtemponummer mit einer sehr traurigen Grundstimmung. Neben den halbgegrunzten Vocals kommen hier zwischendurch auch geflüsterte Stimmen zum Einsatz, was der Atmosphäre noch extra gut tut. Auch die nächsten beiden Stücke, „The Moment Of Reckoning“ und „Bereavement“, sind im Midtempo angesiedelt und überzeugen durch das Gespür der Band für hochklassige Hooklines und wunderschöne Melodien.
Noch etwas langsamer und sehr balladesk ist „Under The Plaintive Sky“, das eine sehr kuschlige und romantische Stimmung aufbaut.

„Resonance“ dient als Stück mit rein akustischen Gitarren nur als Übergang zu „Death Walked The Earth“, dem zweiten schnelleren Song der Scheibe, der mich schon sehr an die „Damage Done“ von Dark Tranquillity erinnert. Aus meinen Fingern ist das jedenfalls ein Kompliment.
Die letzten drei Lieder wechseln dann gekonnt zwischen akustischen, ruhigen Midtempoparts und auch ein paar etwas schnelleren Einschüben, die aber doch selten bleiben. Hier wird dafür noch mal mit aller Kraft auf Atmosphäre und düster-traurige Stimmung gesetzt.

Ein großer Pluspunkt ist bei „Since The Day It All Came Down“ auf jeden Fall der sehr zurückhaltende Einsatz von Keyboard und Synthesizern, Atmosphäre kann man auch anders schaffen. Die Produktion ist ebenfalls sehr druckvoll und gut gelungen, und auch wenn die Drums vor allem in den gehobeneren Geschwindigkeiten etwas besser hervorgehoben werden könnten, klingt das alles sehr gut.
Eine knüppelnde Scheibe darf man hier aber auf keinen Fall erwarten, auch wenn das ein oder andere schnellere Stück der Platte gut getan hätte. Wer sich darauf einstellt, wird von dieser CD wohl ziemlich schnell enttäuscht sein. Wer sich dagegen mit melancholischen und romantischen Klängen in der Schnittmenge zwischen langsamerem melodischen Death Metal und Gothic Metal anfreunden kann, wird mit Insomniums Zweitwerk sicherlich viel Freude haben.
Es gibt zwar noch die eine oder andere Kleinigkeit zu verbessern, ein bisschen schneller könnte man wie gesagt durchaus auch noch werden, aber das Album klingt doch im gesamten wirklich gut und könnte der Band zu einem Erfolg verhelfen, sofern man sich wegen der Übersättigung auf dem Melodic Death-Markt noch neue Gruppen anzutesten traut.

Bewertung: 8 / 10

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