JAY BUCHANAN allein auf seine Rolle als Frontmann der großartigen RIVAL SONS zu reduzieren, wird dem Schaffen des stimmgewaltigen Künstlers schon lange nicht mehr gerecht. Seien es Kollaborationen mit MASSIVE ATTACK und BARRY GIBB oder Songwriting für SAMMY HAGAR – die Bandbreite BUCHANANS ist groß. Zuletzt war er außerdem in einer Gastrolle im BRUCE-SPRINGSTEEN-Biopic „Deliver Me From Nowhere“ zu sehen. Mit „Weapons Of Beauty“ geht es nun zurück zu seinen Singer-Songwriter-Wurzeln, wobei schon die Entstehung des Albums eine Geschichte für sich ist.
BUCHANAN hat sich für das Songwriting in einen fensterlosen Bunker irgendwo in der Mojavewüste zurückgezogen und die Stücke meist bei Kerzenschein geschrieben. Herausgekommen ist dabei ein Album, das fast nichts mit dem Sound der RIVAL SONS zu tun hat, sondern den Hörer mitnimmt auf eine Reise durch ein urwüchsiges, gefühlvolles Amerika.
Dementsprechend bilden Americana, Gospel, Folk und Soul das musikalische Herzstück von „Weapons Of Beauty“. Der eigentliche Star ist die Stimme BUCHANANS, was schon beim Opener „Caroline“ deutlich wird. Zurückhaltend instrumentiert lebt das Stück allein vom kräftigen, rauen Timbre des Sängers. Einen schönen Kontrast dazu bildet kurz darauf „True Black“, bei dem besonders Gitarre und Klavier unerwartet mitreißend zur Geltung kommen. „Deep Swimming“ überrascht im Kontext der restlichen Songs mit donnernden Drums, jaulender Gitarre und einer euphorischen Grundstimmung, ohne aber wirklich wild zu werden.
Denn ansonsten ist „Weapons Of Beauty“ ein ruhiges Album, das in Ruhe genossen werden möchte. Sonst entgehen einem die Gospel-Untertöne in „Turn Back“, die emotionale Reise in „Tumbleweeds“ oder der grandiose Titeltrack, bei dem BUCHANAN unverwechselbare Stimme lediglich von einem Klavier begleitet wird. Mehr als nur ein Lückenfüller ist das LEONARD-COHEN-Cover „Dance Me To The End Of Love“, dem BUCHANAN einen fröhlichen, fast schon in Richtung Country-Rock gehenden Anstrich verpasst.
„Weapons Of Beauty“ zeigt JAY BUCHANAN von einer verletzlichen, melancholischen, aber auch hoffnungsvollen Seite. Man hört dem Album zu jeder Sekunde an, dass es sich um ein Herzensprojekt, um echte, handgemachte Musik voller Seele und mit Tiefgang handelt. Und obwohl BUCHANAN klar im Mittelpunkt steht, klingt die Scheibe doch nie nach Ego-Trip. Aber „Weapons Of Beauty“ braucht Zeit und entfaltet seine Magie nicht, wenn man es nur nebenbei hört.
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Wertung: 8 / 10


