CD-Review: Jesus Piece - Only Self

Besetzung

Aaron Heard – Gesang
John DiStefano– Gitarre
David Updike – Gitarre
Anthony Marinaro – Bass
Luis Aponte – Schlagzeug

Tracklist

01. Lucid
02. Workhorse
03. Punish
04. Curse Of The Serpent
05. In The Silence
06. Adamant
07. Neuroprison
08. Dog No Longer
09. I
10. II


JESUS PIECE aus Philadelphia sind ein weiterer Beleg dafür, dass in der US-amerikanischen Hardcore-Szene derzeit so einiges am Brodeln ist. Die ebenfalls aus Pensylvannia stammenden Code Orange konnten sich durch ihren kompromisslosen, bei aller Härte jedoch durchdachten Hardcore in den letzten Jahren einen großen Namen erspielen. Die 2015 gegründeten JESUS PIECE haben das Zeug, ebenfalls zu einer großen Nummer zu werden. Neben ihren schweißtreibenden und rabiaten Liveshows treten sie den Beweis dafür nun mit ihrem Debütalbum „Only Self“ an.

Die fünf Jungs von JESUS PIECE sind wütend, was von der ersten Sekunde von „Only Self“ an unüberhörbar ist. Textlich brüllt sich Sänger Aaron Heart die Wut auf persönliche Probleme, soziale Ungerechtigkeiten, Polizeigewalt und den weltweit zunehmenden Rassismus von der Seele. Trotz brutaler Riffs und fast schon urmenschlichen Brüllens ist „Only Self“ nur beim ersten Eindruck ein weiteres stumpfes Metal-Hardcore-Album. Neben permanent eingestreuten Dynamik- sowie Rhythmuswechseln bauen JESUS PIECE immer wieder Noise-Elemente ein. Diese sorgen dafür, dass „Only Self“ eine stetig bedrückende Atmosphäre entwickelt.

Schade, dass die elektronischen Elemente noch kein essenzieller Bestandteil der Songs sind, sondern als Verbindungselemente eingesetzt werden. Dass JESUS PIECE durchaus innovativ und abwechslungsreich agieren können, beweisen sie auf „Only Self“ dennoch einige Male. „In The Silence“ setzt auf einen ruhigen, bedrohlichen Beginn, der die heftigen Ausbrüche umso stärker betont. „Dog No More“ hingegen beweist, dass JESUS PIECE auch mit schnelleren Songs überzeugen können. Das finale Doppel aus „I“ und „II“ fügt „Only Self“ schließlich eine fast schon melodische Post-Hardcore-Note hinzu, die zeigt, wohin der Weg für JESUS PIECE gehen kann.

Die fünf Musiker arbeiten nicht mit Melodien, von denen sich auf „Only Self“ so gut wie gar keine finden, sondern setzen ganz auf ihre dynamische Energie. Dabei schaffen sie es, einen Gesamtsound zu erzeugen, einzelne Lieder dennoch unterschiedlich zu konzipieren. Die fette Produktion ergänzt das Album perfekt. Dass JESUS PIECE durchdachtes und technisch beeindruckendes Songwriting vorweisen können, zeigt, dass sie definitiv das Zeug haben, eine neue Generation an heftigem, dennoch intelligenten Hardcore anzuführen.

Bewertung: 8 / 10

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