Das Cover von "1998 Live Hits" von Jimi Jamison

Review Jimi Jamison – 1998 Live Hits

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Hard Rock

Die AOR-Truppe SURVIVOR ist nicht zuletzt dank der Filme von Sylvester Stallone mit mindestens zwei Songs bekannt, bei ihrem einstigen Sänger JIMI JAMISON sieht das womöglich anders aus. Obschon er kein Gründungsmitglied der Band war, stand er doch insgesamt (wenngleich mit Pausen) über ein Jahrzehnt bei SURVIVOR am Mikrofon und sang Hits wie „The Moment Of Truth“, „I Can`t Hold Back“ und natürlich „Burning Heart“ ein. Seine ab 1989 vorangetriebene Solokarriere brachte ihm zwar kaum Chart-Erfolge ein, aber in Film und Fernsehen war Mr. Jamison gern gehört. Sly Stallone fragte ihn persönlich für den Soundtrack seines Films „Lock Up“ an und etliche seiner Songs fanden Verwendung in der Erfolgsserie „Baywatch“ – für die er übrigens auch den Titeltrack schrieb und aufnahm. Mit „1998 Live Hits“ veröffentlichen Frontiers Music nun ein bisher ungehörtes Live-Album des viel zu früh verstorbenen JIMI JAMISON.

„1998 Live Hits“ ist eine Zusammenstellung aus drei Konzerten, die JIMI JAMISON im besagten Jahr in Nashville, Little Rock und Bettendorf, Iowa spielte und es ist anzunehmen, dass die Songauswahl in etwa die Setlist seiner damaligen Tour abbildet. Los geht es mit „Burning Heart“, weshalb der beste SURVIVOR-Song aller Zeiten gleich zu Anfang „verbraten“ wird, aber da der Mitschnitt auch mit „Eye Of The Tiger“ endet, wird das Set von den beiden bekanntesten Songs der Band eingeklammert, was durchaus passend ist. Dazu gibt es eine Reihe der erfolgreichsten Solo-Nummern des Sängers, wobei mindestens das „Baywatch“-Titeltstück, das den meisten hauptsächlich aus dem Vorspann der Serie bekannt sein dürfte, in diesem Kontext für Schmunzeln sorgt.

Die Performance von Mr. Jamison und Band ist durchweg stark – kein Wunder, wurde der Mann Ende der 90er doch von einer Gruppe aus hoch professionellen (Studio-)Musikern begleitet. JIMI JAMISON selbst glänzt durch hervorragende Gesangsleistungen und es ist schlicht beeindruckend, wie seine Stimme in jedem Ton den Geist des AOR der damaligen Epoche verkörpert wie kaum eine andere. Überhaupt schien der Frontmann aus Mississippi ein rundum sympathischer Mensch gewesen zu sein, denn seine Ansagen auf „1998 Live Hits“ deuten Stets auf ehrliche Freude über das erschienene Publikum hin und auch für seine Bandkollegen hat er zwischen den Songs ausschließlich warme Worte übrig.

Was den Sound von „1998 Live Hits“ angeht, so hört man der Platte durchaus an, warum es ursprünglich nicht zu einer Veröffentlichung kam: Zwar geht die Klangqualität weit über Bootleg-Niveau hinaus, allerdings mussten hier wohl etliche digitale Tricks angewandt werden, um das Material aufzubereiten und die Aufnahmen dreier verschiedener Shows einigermaßen homogen klingen zu lassen. Das Ergebnis dieser Nachbearbeitung sind durchaus druckvolle Aufnahmen, die sich allerdings nicht durchweg „live“ anfühlen. Das Arena-Publikum fadet zwischen den Songs ein und aus und die Performance selbst klingt nach roher Studioaufnahme ohne jeglichen Raumanteil. Das ist okay, aber Live-Alben sollten sich eigentlich anders anhören.

JIMI JAMISON war sicherlich eine der eindrücklichsten Stimmen des AOR der 90er und es fühlt sich nicht ganz fair an, dass er es unter seinem eigenen Namen nie in die erste Reihe des Genres geschafft hat. „1998 Live Hits“ ehrt den zu früh verstorbenen Sänger nun mit einer Reihe seiner – Überraschung – größten Hits und präsentiert sich dabei formal als Live-Album. Für eine solche Veröffentlichung fehlt der Platte aber leider die nötige Atmosphäre, weshalb man die Sammlung wohl eher als Best-Of mit Live-Allüren verstehen sollte. Die Songauswahl ist dabei tadellos und JIMI JAMISONs Stimme vermag stets das Herz zu wärmen, aber es bleibt am Ende auch das Gefühl, dass hier wohl Material von der Resterampe verwertet wurde.

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Wertung: 6 / 10

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