CD-Review: Judas Priest - Angel Of Retribution

Besetzung

Rob Halford - Gesang
Gleen Tipton - Gitarre
K.K. Downing - Gitarre
Ian Hill - Bass
Scott Travis -Schlagzeug

Tracklist

01. Judas Rising
02. Deal With The Devil
03. Revolution
04. Worth Fighting For
05. Demonizer
06. Wheels Of Fire
07. Angel
08. Hellrider
09. Eulogy
10. Lochness


JUDAS PRIEST sind zurück! Auf „Angel Of Retribution“ präsentieren sich die anführenden Teilhaber der New Wave Of British Wave Heavy Metal endlich wieder mit dem „Metal God“ Rob Halford. Im Promotion-Programm dieser absolut heiß und lang erwarteten CD gab es unzählige Schlagzeilen und der Song „Revolution“ wurde schon vorab als „Schmankerl“ mitsamt Video veröffentlicht. Nachdem Halford die Band verließ und durch Tim „Ripper“ Owens ersetzt wurde, der mittlerweile bei den Power Metal-Anführern Iced Earth singt, kehrte die „Glatze des Heavy Metal“ zurück und hatte Großes vor. Bereits das Cover-Artwork wurde im Vorfeld breit diskutiert. Der „Angel Of Retribution“ im Metall-Gewand schmückt das grafisch aufwendige CD-Cover und lässt verheißungsvoll auf den Inhalt hoffen.

Das Booklet der erwartungsvollen Scheibe ist allerdings doch recht schlicht ausgefallen. So zeigt es neben den Songtexten lediglich Grafiken im Stile des Cover-Bildes. Band-Fotos oder andere Extras sind nicht enthalten. An dieser Stelle darf man sich allerdings ruhigen Gewissens fragen, ob JUDAS PRIEST darauf überhaupt Wert legen müssen. Wie die Protagonisten der geschichtsträchtigen britischen Band aussehen, werden gut vier Fünftel der Käuferschaft wissen und die gern genutzten Danksagungen im Booklet sind bei einem Band im Größenformat JUDAS PRIEST sicherlich nicht angebracht. Immerhin hat man es hierbei mit einer vorreitenden und anführenden Band der Heavy Metal-Bewegung zu tun.

Gehen wir so langsam über zum musikalischen Gesichtspunkt der „Angel of Retribution“. Den „Painkiller“ im Nacken, startet dieses Werk mit „Judas Rising“. Ein Song der sinnbildlicher für die Rückkehr Halfords kaum sein könnte. Der unverkennbare, einzigartige Gesang des Metal Gods lässt nicht lange auf sich warten und auch die musikalische Begleitung von Glenn Tipton, K.K. Downing, Ian Hill und Scott Travis zeigt deutlich, dass klassischer Heavy Metal der 80er Jahre auch im gegenwärtigen Zeitalter noch lange nicht ausgestorben ist. „Deal With The Devil“ ist gespickt mit anspruchsvollen Gitarrensoli und hervorragendem Comeback-Gesang Halfords. Comeback-Gesang? Ja, auf dem Album wird schon beim ersten Durchlauf deutlich, dass Ol’ Rob zeigt, wer der wahre JUDAS PRIEST-Fronter ist. Aber bestanden daran irgendwann Zweifel? Kommen wir nun zum vorab veröffentlichten Track „Revolution“! „If you think it’s over, better think again“ lautet der erste Vers des Songs. Hiermit wird kurzerhand beschrieben, was die Briten mit diesem Werk bezwecken erreichen wollen: JUDAS PRIEST lebt! Vielleicht nicht gerade „mehr als je zuvor“, wie an anderer Stelle gern zu sagen gepflegt wird, aber durchaus dynamisch und wirklich beeindruckend. Durch den bärenstarken, eingängigen Refrain ist dieser Song – ich will wirklich nicht all zu subjektiv klingen – schon jetzt ein Klassiker der Neuzeit.

Es wäre allerdings falsch jeden einzelnen Song in den Himmel zu loben, nur aufgrund der Tatsache, dass Priest ein neues Album zum Besten gaben und Rob Halford wieder am Mikrofon steht. Mit „Worth Fighting For“ ist gar ein recht langweiliges Stück enthalten und mit „Angels“ und „Wheels Of Fire“ zwei sehr ruhige, einfühlsame Stücke. Schlecht sind diese weiß „God“ nicht und sie verleihen dem Album sogar einen kleinen Überraschungseffekt und ruhige Höhepunkte, da es in der Tat erstklassige Balladen sind. Dennoch sind es die Kracher, wie „Demonizer“, welches mit den stärksten Soli der Platte aufwartet und vor allem der düstere Track „Hellrider“, die dem Album die gewisse Würze verleihen. Mit dem epischen Abschied „Lochness“ erfährt die „Angel Of Retribution“ einen würdigen Ausklang, wie es abwechselungsreicher nicht sein könnte. Es wird geradezu deutlich, dass JUDAS PRIEST noch nicht genug haben und hiermit sicherlich nicht eine der letzten Platten aufgenommen haben.

Was soll man zu dieser Meisterleistung abschließend noch sagen? Sieht man von zwei schwächeren Songs in Form von „Wheels Of Fire“ und „Eulogy“ ab, enthält „Angel Of Retribution“ durchweg erstklassige Heavy Metal Songs, die jedem Gebieter metallischer Musik zwingend ans Herz zu legen sind. Mit einem derartig großen Album haben sicherlich nicht die meisten gerechnet und doch haben es JUDAS PRIEST geschafft, nach langer Zeit ohne den Metal God einen neuen, gegenwärtigen Klassiker einzuspielen. Hut ab vor JUDAS PRIEST!

Bewertung: 9 / 10

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