CD-Review: Keen Of The Crow - Hyborea

Besetzung

Dan Ochoa – Gesang
Seth Arthur - Gitarre
Ron Slater - Gitarre
Justin Christian - Bass
Rhett Davis - Schlagzeug

Tracklist

01. Prologue
02. Where Dead Kings Lie
03. Hyborea
04. Left For The Wolves
05. The Eye Of The Serpent
06. To Reach Emptiness
07. Burning Away...
08. Valeria
09. Seeking Fury, Becoming Wrath
10. Stygian Black Lotus
11. Epilogue


Es gibt immer diese Bands, die ziemlich aus der Reihe tanzen und sich absolut nirgendwo irgendwie einordnen lassen. Genau das kann man wohl über KEEN OF THE CROW sagen. Auf ihrem Erstling „Hyborea“ spielen sie eine Mischung aus melodischem Dark Metal, vielleicht etwas Doom Metal und einer gehörigen Portion Avant-Garde. Man muss unmittelbar an die Iren von Primodial denken, die über angeschwärzten Pagan Metal und Progressive eigentlich so alles zusammengemischt haben, was man sich nur vorstellen kann, aber auf eine Art und Weise, dass man sich von anderen Bands, die in diese Richtung gehen, unterscheidet. So etwas scheinen KEEN OF THE CROW wohl auch machen zu wollen. Ob sie dabei besonders individuell agieren, darüber lässt sich streiten, klar ist aber, dass „Hyborea“ so ein typisches Album mit sehr vielen Stärken, aber auch einigen Schwächen ist.

Nach dem etwas überflüssigen Intro glaubt man zunächst eine Art Satyricon-Black’n’Roll-Verschnitt vor sich zu haben, denn erst einmal haben groovige Gitarrenriffs das Geschehen in der Hand. Schnell aber geht das Ganze dann in eigenwillige Cleangitarrenpassagen über, die man so ähnlich schon vom letzten Sólstafir-Album kennt. Irgendwann geht man dann wieder in Death Metal Gefilde über, um dann den schon erwähnten Primordial zu huldigen. Insgesamt recht interessant, der wirkliche Höhepunkt fehlt aber. Eigentlich gestaltet sich das ganze Album nach diesem Schema; mal prügelt man drauf, mal geht es wieder etwas ruhiger zu. Grundsolide eigentlich, aber mir persönlich fehlen einfach die eingängigen Momente, die Begeisterung auslösen. Der letzte Song „Stygian Black Lotus“ hat eindeutig das Potential zu einem Übersong, aber der Rest des Albums schneidet dann eher leicht überdurchschnittlich ab.

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von „Hyborea“ hellauf begeistert sein werden, aber für mich kommt die amerikanische Truppe nicht oft genug auf den Punkt, um eine sehr hohe Bewertung abzusahnen. Abwechslung ist aber durchaus vorhanden und besonders die Opeth-artigen Cleangitarren gefallen sehr. Wenn KEEN OF THE CROW allerdings versuchen, eigenständig zu klingen, steht die Musik auf sehr wackeligen Beinen, was mich irgendwie skeptisch macht. Zu empfehlen ist das Album absolut, wer ein Meisterwerk erwartet, wird enttäuscht. Auch nicht für jeden geeignet. Reinhören lohnt sich.

Bewertung: 6.5 / 10

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