CD-Review: Kreator - Outcast

Besetzung

Mille Petrozza - Gesang, Gitarre
Tommy Vetterli - Gitarre
Christian Giesler - Bass
Jürgen Beil - Schlagzeug

Tracklist

01. Leave This World Behind
02. Phobia
03. Forever
04. Black Sunrise
05. Nonconformist
06. Enemy Unseen
07. Outcast
08. Stronger Than Before
09. Ruin Of Life
10. Whatever It May Take
11. Alive Again
12. Against The Rest
13. A Better Tomorrow


Widmen wir uns dem bis dato drittjüngsten Studioalbum der deutschen Thrash Metaller von Kreator. Bei der „Outcast“ handelt es sich um eine Scheibe, die von vielen nicht wirklich gern gehört wird. Die Jungs um Gitarrist und Sänger Mille Petrozza wurden mit dieser Scheibe alten Werken überhaupt nicht gerecht.

Los geht die ’97er Scheibe mit „Leave this World Behind“. Hierbei handelt es sich um einen etwas langsameren Eröffner. Der Chorus ist recht eingängig, aber insgesamt ist der Song recht unauffällig. Ganz anders sieht das bei „Phobia“ aus. Hierbei muss ich ganz subjektiv sagen, dass dies einer meiner absoluten Lieblingssongs von Kreator ist. Los geht es mit einem rassigen Gitarrenriff, welches unverkennbar ist. Sobald die Drums einsetzen kann man schon ahnen, dass einem hier ein ordentliches Brett an Thrash Metal geboten wird. Vielleicht ist der Text des Songs nicht ganz so kreativ, aber der Song an sich gesehen ist sehr stark. Sowohl der Refrain, als auch, oder vielleicht in erster Linie, das aggressive Geschreie von Fronter Mille. Das Lied glänzt durch Abwechselung des Tempos, Schnelligkeit und eben einem starken Chorus. Ein Hammersong von Kreator, den man nicht zu oft hören kann. Vor allem das Riffing des Songs ist großartig. Weiter geht es mit „Forever“, wo ebenfalls von Anfang Gas gegeben wird und wo es gleich quasi mit der Hauptsequenz des Songs startet. Mir gefällt der Song ebenfalls richtig gut. Er bietet neben der angesprochenenen Hauptsequenz eine reichhaltige Vielfalt in der Stimme Petrozzas. Das eingängige Gitarren- und Bassspiel des Songs geht sofort ins Ohr. „Forever“ steht „Phobia“ kaum nach, wenn auch „Forever“ auf Dauer nicht ganz so kurzweilig ist, wie eben der zweite Titel. Mit „Black Sunrise“ erwartet den Hörer ein weiteres Individium der Platte. Es startet sehr verhalten und fesselt den Hörer sogesehen an die Boxen. Es kommt gerade zu Spannung auf, wie es weitergeht. Das erste Mal, wo „Black Sunrise – Darkened the Earth“ gebrüllt wird, ergeht ein richtiges Hoch über den Song, da er unmittelbar danach wieder so unheimlich ruhig wird. Das Gitarrenspiel ist für Doom-Verhältnisse etwas zu schnell, aber es schleift schon ordentlich. Hier wurde ein gutes Zwischenstück gefunden. Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte des Songs setzt ein völlig neues Riff ein, welches auch von einem akzeptablen Solo gefolgt wird. Eigentlich spiegelt sich in diesem Song immer das selbe ab, aber eben diese unheimlichen Klänge vergeben dem Song einem coolen Touch.

„Nonconformist“ nennt sich der fünfte Song. Er haut ganz gut drauf, aber dennoch finde ich ihn etwas aussageschwach. Er setzt sich einfach nicht so sehr fest, wie beispielsweise „Phobia“ oder „Forever“. Dafür startet „Enemy Unseen“ mit einer starken Drumeinlage und kurz darauf mit kraftvollen Powerakkorden. Auch der stimmliche Einsatz von Mille Petrozza ist durchaus gut gelungen. Den Song über erwartet einen immer wieder das starke Riffing. Die druckvollen Akkorde machen Spaß und der variierende Gesang ebenso. Wieder ein sehr starker Song auf der „Outcast“. Kommen wir zum Titelsong. Dieser startet anders als die vorigen Lieder. Die Gitarrenarbeit ist recht einfach gehalten, hört sich aber gut an. Allerdings finde ich hierbei den Gesang eher eintönig. Dies ändert sich zwar beim Refrain wieder, wo Mille großzügig schreit, aber insgesamt gesehen empfinde ich den Titelsong als einen der eher schwächeren. Der Gesang gestaltet sich recht langsam, was den Song eventuell etwas langweilig macht. Von Thrash Metal ist hierbei kaum etwas zu hören, da es ein langsamer und eher ruhiger, verhaltener Song ist. Positiv ist aber noch, dass die Bassläufe teils sehr vordergründig sind. „Stronger than Before“ lässt allerdings von Beginn an wieder auf zügigere Gefilden schließen. Das Stück hört sich typisch Kreator an. Wenn er auch lange nicht an Klassiker wie „Pleasure To Kill“, „Flag of Hate“ oder „Renewal“ herankommt. Aber eines steht fest: Wenn dieser Song irgendwo aus den Boxen hervorstößt ist sofort klar, dass er nur von einer Band kommen kann. „Stronger than Before“ bietet einen coolen Chorus und ordentliche Riffs. Die „Ruin of Life“ startet wieder thrashiger, die Saiten werden öfters zum Beben gezwungen. Ich finde den Song ganz gut, allerdings bietet er nicht die große Abwechselung. Zwischendurch kommen höhere Riffs und stellenweise machen die Powerchords mächtig Druck, aber das reicht nicht, um diesen Song auf dem Album besonders hervorheben zu können. Mit einem starken Bassspiel startet „Whatever it may Take“. Dieser Song ist bis auf ein Unding gelungen, aber leider auch wieder kein Aushängeschild des Albums, wovon es auf der „Outcast“ leider viel zu wenige gibt. Hierbei wird im Gesang seltsamerweise mit Computertechnik gearbeitet – das angesprochene Unding – was der rohen Stimme von Mille überhaupt keinen Bonus verleiht. Zum Ende hin gibt es konfuse Gitarrenverzerrer und es geht zu „Alive Again“ über. Dieser Song bringt ein starkes Gitarren-Gewitter mit, welches mal wieder sein muss, da es zuletzt doch etwas verhaltener zuging. „Against the Rest“ startet mit einer druckvollen Offensive und einem ungehemmten Gesang von Mille Petrozza. Das Riffing überzeugt hier durch und durch. Gerade bei hoher Lautstärker knallt dieser Song richtig gut. Dieser Song ist zwar recht modern, wie ich meine, aber dennoch Thrash Metal pur, so wie man es von Kreator kennt. „Against the Rest“ gefällt sehr gut und verleiht dem Album zum Schluss noch mal wieder einen guten Flügel. Das letzte Lied heißt „A Better Tomorrow“ und schießt zum Abschluss des schwachen bis mittelmäßigen Albums noch mal klangvoll aus den Boxen. Der Song bietet harte Riffs, aber ebenso abwechselungsreiche Tempowechsel.

Abschließend muss ich sagen, dass dieses Album sehr täuscht, wenn man anfangs nur die ersten Lieder kennt. Ich kann nur wieder erwähnen, dass „Phobia“ das absolute Aushängeschild des Albums ist. Dennoch würde es im Vergleich zu den anderen Tracks eher auf ein älteres Album passen, da einem „Outcast“ nie wirklich dieses freie, wilde Gefühl eines Thrash Albums verleiht. Die Scheibe ist nicht wirklich stark, einzig die ersten Songs retten das Album. Für Kreator-Fans allein deswegen wohl ein Kaufgrund, der reine Thrash Metal Anhänger kommt aber leider nicht auf seine Kosten.

Bewertung: 6 / 10

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