Das Cover des Debüts von Lex Legion

Review Lex Legion – Lex Legion

  • Label: MNRK Heavy
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Hinter dem Namen LEX LEGION verbirgt sich die gleiche Gruppe Musiker, die 1988 mit „Them“ eines der beliebtesten KING-DIAMOND-Alben überhaupt einspielte – minus den King selbst, versteht sich. Dennoch fanden Mikkey Dee, Andy LaRoque und Co. einen durchaus bekannten Mann fürs Mikro, denn mit dem Norweger Nils K. Rue wird das Line-Up von LEX LEGION durch den Sänger von PAGAN’S MIND komplettiert. Bei solch hochkarätigen Personalien ist das Artwork Debüts ein ziemliches Understatement, denn während die Truppe wenigstens keine KI für ihr Cover bemüht hat, wirkt diese recht simple Foto-Kollage doch eher wie ein hastig erstelltes Promo-Foto. Wie sich zeigen soll, wird das dem Inhalt keineswegs gerecht.

Zwar leitet Herr Rue den Opener „Sleep Eternally“ mit höchsten Screams ein, damit gleich gar nicht erst irgendwelche Zweifel aufkommen, dass sich der Mann im Territorium des Kings auskennt, allerdings folgt danach zunächst recht gradliniger Heavy Metal mit ordentlich Druck. Stücken wie „(I Am) The Resurrected“, „Darkness“ oder „Life Eternal“ hört man in ihren starken Riffs und düsteren Melodien dabei durchaus an, womit die beteiligten Musiker einst zu Ruhm und Ehre gelangt sind. Aufgrund ihres straighten Aufbaus und nicht zuletzt dank des Gesangs des Frontmanns erinnern LEX LEGION in diesen Momenten eher an die Schweden WOLF, was ebenfalls nicht unpassend ist – schließlich stehen auch die nicht nur personell mit mindestens einem Bein im Fahrwasser von KING DIAMOND.

Wer sich für LEX LEGION interessiert, tut das aber wohl in erster Linie, weil das Gros der Musiker auf „Them“ zu hören ist. Für all jene gibt es auf dem Debüt der Truppe Songs wie „Gypsy Tears“, „When The Stars Align“ und „Saviours“. Hier erinnern nicht nur die superben Riffs und Melodien mit jeder Note an besagte Platte, sondern auch der Gesang ist bis in die mystischen Background-Chöre exakt so arrangiert, wie man es von KING DIAMOND kennt und liebt. Natürlich ist das in erster Linie Fan Service, denn diese Nummern sind durch und durch gelungene Nachbauten stilbildender Songs des Vorbilds – und damit sicher nicht originell. Die Hommage ist jedoch so glaubwürdig wie spaßig und Sänger Rue liefert eine ausgezeichnete Interpretation des nicht gerade simplen Gesangsstils von KING DIAMOND.

Dass die Riffs und Leads auf „Them“ zur absoluten Oberliga gehören, steht außer Frage und ganz offensichtlich haben die Verantwortlichen nichts von ihrem können verloren: Das LEX-LEGION-Debüt lebt mehr noch als vom großartigen Gesang vom ausdrucksstarken Spiel des Duos LaRoque und Blakk, deren Gänsehaut-verdächtige Melodieläufe durchweg an die einprägsamsten Momente von KING DIAMOND erinnern. Das Riffing fällt insgesamt nicht ganz so spektakulär wie auf besagtem Über-Album aus, aber auch hier gibt es nicht zuletzt in „Gypsy Tears“ und „Lost Inside“ Gitarrenwände für die Ewigkeit. Wichtiger als das ist aber die Qualität des Songwritings als Ganzes und die ist auf diesem Album enorm hoch. Abgesehen vom abschließenden Instrumental „Far Away“, das man gerne durch einen vollen Song hätte ersetzen dürfen, gibt es hier nicht eine einzige schlechte Nummer – so wie bei KING DIAMOND eben auch.

Angesichts  der beteiligten Musiker und des stark in diese Richtung lehnenden Songwritings ist es unumgänglich, dass LEX LEGION  sich am Schaffen ihrer Mitglieder bei KING DIAMOND messen lassen müssen. Wenngleich sie die schwindelerregend hohe Qualität des „Originals“ nie erreichen, müssen sie diesen Vergleich trotzdem nicht scheuen, denn LEX LEGION haben hier ein durch die Bank hochwertiges Album zustande gebracht, das in seinen besten Momenten erfolgreich den Geist des Kings beschwört. Gleichzeitig handelt es sich hier aber auch um ein Projekt, das vornehmlich den Sinn für Nostalgie von KING-DIAMOND-Fans anspricht und es ist fraglich, ob dieses Konzept über mehr als eine Platte tragfähig ist. Zur Überbrückung der Wartezeit bis zum nächsten Album aus der Feder des King taugt dieses Methadon aber in jedem Fall.

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Wertung: 8 / 10

Thomas Meyns

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