CD-Review: Ligfaerd - Den Ildrøde Konge

Besetzung

Sod – Gesang, Gitarre
Benedictus – Bass
Arent – Schlagzeug

Tracklist

01. Fra Helvede Frem (From Hell Forth)
02. Den Ildrøde Konge (The Scarlet King)
03. Den Hornedes Klo (Claw Of The Horned One)
04. Kiøge Huskors 1608-1615 (The Haunting Of Kiøge 1608-1615)
05. Epitafium (Epitaph)
06. Under Uindviet Jord (Beneath Unhallowed Ground)
07. Sortekunst (Sortilege)
08. Den Stærkeste Hyrde (The Strongest Sheperd)
09. Jordfæstet (Interred)
10. Den Fejlslagne Nedmaning (The Failed Exorcism)


„Den Ildrøde Konge“, der scharlachrote König – es bedarf wohl keiner besonders ausgeprägten Auffassungsgabe, um zu erkennen, welchem berühmt-berüchtigten Antagonisten der Religionsgeschichte die dänischen Black-Metaller LIGFAERD ihr drittes Album geweiht haben. Nun gibt es gewiss Originelleres als eine Schwarzmetall-Kapelle, die in ihren Texten den infernalen Gegenspieler Gottes thematisiert, und tatsächlich scheinen LIGFAERD nicht sonderlich daran interessiert zu sein, die Grenzen ihrer gewählten Musikrichtung auszuweiten. Doch Musik muss natürlich nicht immer innovativ sein, um zu gefallen. Ambitionierte Experimente gehen bisweilen schief und ein stiltreues Album kann, sofern es gekonnt umgesetzt ist, durchaus für Begeisterung sorgen.

Auch innerhalb der an Tod und Teufel interessierten Black-Metal-Fraktion gibt es freilich unterschiedliche stilistische Herangehensweisen: Behemoth sind beispielsweise eher im Death Metal zuhause, Dark Funeral gehen in Sachen Tempo gerne mal bis an ihre Grenzen und Dissection verstanden sich stets meisterhaft auf effektive Melodieführung. Suchte man in dieser breit gefächerten Auswahl nach einer Band, deren Sound jenem von LIGFAERD möglichst nahe kommt, dann wären es wohl am ehesten Belphegor. Ganz so, wie es ihre bekannteren, österreichischen Kollegen zuletzt 2017 auf „Totenritual“ vormachten, spielen LIGFAERD auf „Den Ildrøde Konge“ Schwarzmetall der wuchtigen Sorte.

Ohne Unterlass werden rasende, diabolische und sogar relativ einprägsame Riffs aneinandergereiht, mit mächtigen Blast-Beats unterlegt und von gutturalem Gesang, der sich irgendwo zwischen garstigen Screams und abgründigen Growls bewegt, durchdrungen. So brutal schlagen LIGFAERD auf ihre Instrumente ein, dass man meinen könnte, die Songs selbst könnten an einigen Stellen daran zerbrechen. Mit anderen Worten: Die Struktur der Tracks erscheint zum Teil ein wenig zu sprung- und bruchstückhaft. Dennoch merkt man den Dänen an, dass sie voll in ihrem Element sind, wenn sie einfach ohne Rücksicht auf Verluste auf die Saiten und die Felle hämmern.

In den vergleichsweise unspektakulären Ausnahmestücken wie dem teilweise schwer schleppenden „Den Stærkeste Hyrde“ und dem dröhnenden Zwischenspiel „Epitafium“ geht diese Intensität leider zeitweilig verloren. Ähnlich verhält es sich auch mit den obskuren Samples, welche einen Großteil der Tracks unter anderem mit wehklagenden Streichern, schrägen Kirchengesängen und unheimlichen Geräuschen einleiten oder ausklingen lassen. Immerhin weichen LIGFAERD damit jedoch zumindest ein wenig von ihrem sonst so homogenen, brachialen Grundsound ab, der sich auch in der druckvollen, ein wenig zu ungeschliffenen Produktion widerspiegelt.

Da „Den Ildrøde Konge“ viele Charakterzüge mit den Veröffentlichungen anderer Bands teilt, müssen sich LIGFAERD nolens volens mit ebenjenen vergleichen lassen. Die Gegenüberstellung mit Vorzeigealben wie „Bondage Goat Zombie“ oder „The Satanist“ zeigt, dass die Black-Metaller noch nicht ganz da angekommen sind, wo sie sein könnten und vermutlich auch hin möchten. Produktionstechnisch lässt die Platte noch ein wenig Feinschliff vermissen, die Songs sind nicht immer ganz flüssig arrangiert und bei der Auswahl der Samples hätten LIGFAERD noch ein wenig mehr auf schaurige Atmosphäre achten können. Dennoch bekommt man auf „Den Ildrøde Konge“ einige richtig starke Tracks geboten, die mit ihren teuflischen Melodien und ihrer schieren Wucht durchaus einiges hermachen.

Bewertung: 6.5 / 10

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