Review Logh – Every Time A Bell Rings An Angel Gets His Wings

„Every Time A Bell Rings An Angel Gets His Wings“ ist nicht nur ein ausgesprochen schöner Albumtitel, sondern vorallem ein schönes Album. Eingespielt im Jahre 2002 von vier Schweden, die ihren Hang zur Melodramatik in einen musikalischen Rahmen gesteckt haben.

Die elf melancholischen Stücke sind allesamt sehr ruhig und verträumt. Fragmentarische Songs, denen meist eine Akustikgitarre, das Schlagzeug und der Bass als Fundament dienen, werden durch bezaubernde Interludes und Soli der E-Gitarre ausgeschmückt. Wenn man gut zuhört, kann man die im Hintergrund dezent verwendeten Synthesizer hören, die den einzelnen Songs jeweils etwas mehr Atmosphäre geben. Und zu guter letzt muss man dann noch die recht selten eingesetzte Stimme erwähnen – zerbrechlich wie ein schimmernder Eiskristall erzählt sie uns von Liebe, Leid und der immerwährenden Frage nach Hoffnung.Wem die Musik von Landberk oder Coldplay liegt, dem kann ich LOGH nur empfehlen. Aber vorsicht, die Musik ist definitiv nicht das Richtige für ein fröhliches Beisammensein und man muss sich auch auf lange, instrumentale Parts einstellen, welche jedoch gar cinematisch wirken – und nicht narkotisierend, wie jetzt vielleicht einige denken. Das Album erschafft vor dem geistigen Auge des Zuhörenden eine einsame, winterliche Abendlandschaft.

Trist sind also nicht nur einige Momente des Lebens, sondern auch alle elf Kompositionen auf diesem musikalischen Kleinod. Wer mal Zeit für sich braucht, einfach mal allein sein will und kein nerviges Geplapper mehr ertragen will, sollte sich ruhig „Every Time A Bell Rings An Angel Gets His Wings“ anhören.
Eine kleine Reise ins schöne Schweden im Winter, im Gepäck hat man Sorgen, die man jedoch bei der Heimkehr scheinbar vergessen hat – lasst euch verzaubern.

Wertung: 9 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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