Das Cover von "II" von Lords Of Black

Review Lords Of Black – II

Die Spanier LORDS OF BLACK erreichten in letzter Zeit zunehmende Bekanntschaft, weil ihr Sänger Ronnie Romero als Stimme der wiedervereinten Version von Rainbow gewonnen werden konnte. Während dem Mann zu diesem Schritt nur gratuliert werden kann, ist das fast ein bisschen schade, denn seit gerade mal zwei Jahren aktiv haben die Herren aus Madrid schon weit mehr zu bieten. Das wissen auch Frontiers Music, die mit dem schlicht „II“ betitelten neuen Werk der Band gerade das zweite Album aus dem Hause LORDS OF BLACK veröffentlicht haben.

Die Spanier spielen auf ihrem zweiten Album das, was zumindest in den USA als „Progressive Power Metal“ bekannt ist – eine Zuordnung, für die sich die meisten Bands in Übersee bereits qualifizieren, wenn in ihren Songs mehr als ein Gitarren- und/oder obendrein noch ein Keyboardsolo vorkommt. Wirklich progressiv ist am Schaffen von LORDS OF BLACK eigentlich nichts, wenngleich sich die Truppe dank der Verbindung aus wuchtigen Riffs, bombastischen Keyboards und entsprechend ausgefallenen Arrangements wie etwa in „Only One Life Away“, „Tears I Will Be“ und „Shadows Of War“ zumindest mit einem Fuß in das musikalische Territorium von Bands wie Symphony X vorwagt, dabei allerdings um ein Vielfaches zugänglicher bleibt als ihre amerikanischen Kollegen.

Auf „II“ bietet die Truppe durchdachten, melodiösen Power Metal und kommt damit etwa in „Cry No More“ dem Sound von Masterplan recht nahe. Die beiden eben angestellten Vergleiche werden auch durch die Stimmlage von Sänger Ronnie Romero unterstützt: Obwohl gerade bei Rainbow verpflichtet, erinnert der Mann mit seinem kraftvollen Organ weniger an Ronnie James Dio denn eben an Symphony-X-Stimme Russell Allen sowie an den Norweger Jorn Lande. Da beide bereits überaus gelungen Rainbow- und Dio-Songs interpretiert haben, ist anzunehmen, dass auch Señor Romero bei der Truppe eine gute Figur machen wird. Das jedoch nur am Rande, denn des Mannes Leistung bei Rainbow wird zu gegebener Zeit gesondert beurteilt werden.

Viel interessanter ist es, ob Ronnie Romeros Stimme sich im Gefüge des Sounds von LORDS OF BLACK gut macht und das kann ohne weiteres bejaht werden – nicht zuletzt, weil deren Musik sich stark am Werk der genannten Kapellen zu orientieren scheint. Insgesamt fällt ein Album wie „II“ damit etwas anonym aus, denn während die Spanier auf ihrer neuen Platte das Meiste richtig machen und sich obendrein als hervorragende Musiker erweisen, so bieten sie doch recht wenig Wiedererkennungswert. LORDS OF BLACK spielen anspruchsvollen Power Metal nach allen Regeln der Kunst, liefern damit allerdings nichts, was man nicht beispielsweise bei den zum Vergleich herangezogenen Bands auch schon gehört hätte.

Trotzdem: In Songs wie „Everything You’re Not“, „Live By The Lie, Die By The Truth“ oder auch „The Art Of Illusions [Part III]“ reißen die Mannen ihre Hörerschaft dank viel Energie sofort mit. Obendrein bietet eine Platte wie diese dank der Kombination aus Keyboards und manchmal sogar Pianos sowie heavy Riffs etliche Gelegenheiten, in den Kitsch abzurutschen, die LORDS OF BLACK allerdings zumeist erfolgreich umschiffen und das spricht sehr für das Songwriting der Herren.

Sie mögen erst zwei Alben auf dem Kerbholz haben, aber dennoch besteht keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei LORDS OF BLACK um in jeder Hinsicht hervorragende Musiker handelt. Mit „II“ legen die Spanier ein rundum gelungenes Power Metal-Album vor, welches das Genre zwar kaum revolutionieren wird, aber doch voll von anspruchsvollen Songs steckt, die zwar nicht immer vollkommen kitsch- aber doch über weite Strecken äußerst klischeefrei ausfallen. Dank kerniger Riffs, durchdachter Melodien und eines großartigen Sängers sollten LORDS OF BLACK Fans des Genres schnell auf ihre Seite ziehen können.

Wertung: 8 / 10

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