CD-Review: Lurk - Fringe

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Transcending Obscurity
  • Spielart: Doom Metal
Besetzung

Kimmo Koskinen - Gesang
Arttu Pulkkinen - Gitarre
Eetu Nurmi - Bass
Kalle Nurmi - Schlagzeug


Gastmusiker
Aleksi Laakso - Gesang
Aino Heikkonen - Saxophon

Tracklist

01. Ostrakismos
02. Tale Blade
03. Reclaim
04. Elan
05. Offshoot
06. Furrow
07. Nether
08. Proteus Syndrome


Gleich zu Anfang ein kleines, fieses, tontechnisches Detail: Der Opener „Ostrakismus“ startet mit recht verhallten Drums und Gitarren ohne großartigen Bassanteil und man bekommt als Zuhörer kurzzeitig Angst, dass man es hier mit einer außergewöhnlich schlechten Produktion zu tun hat. Kreischend, scheppernd, plärrend: alles andere als eine ausgewogene Mischung, der neue LURK-Longplayer klingt eher nach altem Küchenradio. Nach ungefähr drei Minuten Spielzeit darf jedoch aufgeatmet werden, denn das Frequenzspektrum öffnet sich und wird merklich fetter. Glück gehabt?

„Fringe“ ist das dritte Album in LURKS zehnjähriger Bandgeschichte und bereits 2016 als Download erschienen. Nun, zwei Jahre später, bietet Transcending Obscurity Records die Platte erstmalig als limitiertes, goldenes LP-Set und ebenfalls limitierte CD-Box an. Musikalisch wurde das Rad nicht unbedingt neu erfunden: „Fringe“ kombiniert klassischen Doom mit vereinzelten Sludge-, Death- und Black-Metal-Versatzstücken. Diese Mixtur ist sicher nicht neu, aber die Finnen gehen dabei recht unterhaltsam und abwechslungsreich zu Werke, sodass das Album eine recht kurzweilige Angelegenheit geworden. Handwerklich kann man den vier Musikern dabei nichts vorwerfen, die Songs sind schön arrangiert und man hört, dass Frontmann Kimmo Koskinen und Konsorten schon ein Weilchen zusammen musizieren – die Bandmitglieder harmonieren gut miteinander. Die Produktion ist dabei entsprechend der Schublade, in der sich LURK herumdrücken, etwas Old School geraten: ein wenig flach und immer wieder an alte Doom- und Death-Metal-Platten aus den Neunzigerjahren erinnernd – das muss man schon auch mögen. So gibt es immer wieder Momente, in denen sich durchaus (musikalische) Parallelen zu den frühen Werken von My Dying Bride oder Paradise Lost anbieten, gerade wenn es weniger sludgig und mehr doomig wird. Gesanglich werden verschiedene Facetten geboten: Von bösartigem, Black-Metal-artigem Gekeife und –Geknurre über Death-Metal-Growls bis hin zu cleanen, gesungenen Vocals in „Elan“ (wobei hier allerdings Aleksi Laakso von der finnischen Stoner-Rock-Band „Deadneck“ singt) bietet „Fringe“ eine (für Doom-Verhältnisse) große stimmliche Bandbreite. Und auch wenn die Gesangspassagen größtenteils härter intoniert sind: Instrumental können LURK wie die Kollegen von Yob auch melodisch sein.

Wie gesagt, „Fringe“ hat wenig Neues zu bieten und klingt produktionstechnisch sicher nicht mehr ganz zeitgemäß, trotzdem läuft das Album gut durch und bietet abwechslungsreiche Songs. Wer ein Faible für schnörkellosen Doom mit melodischen und atmosphärischen Elementen hat, kann bedenkenlos zugreifen.

Bewertung: 6 / 10

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